1000GB-SSDs gibt es schon für unter 50 Euro. Wir bieten eine Marktübersicht sowie Kauf- und Wissenstipps zu SSDs mit Themen wie M.2, SATA, TBW und mehr.
SSD-Kauf: Lohnen sich schnelle SSDs?
Die spannende Frage ist nun, ob es sich rentiert, eine M.2-SSD mit besonders hoher Datenrate zu kaufen. Wir hatten zu diesem Thema im Februar ein Special erstellt, in dem wir anhand von Benchmarks zu den Ladezeiten von 12 Spielen vergleichen haben, ob und welche Vorteile M.2 gegenüber SATA hat und ob es bei M.2 nennenswerte Unterschiede zwischen PCIe 3.0- und 4.0-Anbindung gibt.
Grob gesagt: Es spielt für die reinen Ladezeiten fast keine Rolle, welche Art von SSD ihr nutzt. Der Riesenvorteil von SSDs gegenüber Festplatten beim Laden von Spielen ist das Fehlen der Zugriffszeit, nicht aber die reine Datengeschwindigkeit.
Dies hat damit zu tun, dass beim Laden von Spielen nicht einfach nur Daten geladen werden, sondern Daten werden entpackt, organisiert, eine Spieleengine gestartet und vieles mehr. Unsere damaligen Tests haben, wie auch schon andere, ähnlich gelagerte Tests von anderen Redaktionen, gezeigt, dass es nur eine kleine zusätzliche Zeitersparnis zu messen ist, wenn man statt einer SATA- eine M.2-SSD verwendet.
Auch zwischen PCIe 3.0 und 4.0-Anbindung gab es minimale Unterschiede. Das bedeutet, dass ihr eigentlich einfach nur auf den Preis pro Gigabyte zu achten braucht, um eine SSD zu kaufen. Doch ganz so einfach ist es am Ende doch nicht.
Denn in manchen sehr aufwendigen Open-World-Spielen kann es unter Umständen winzige Vorteile von schnellen PCIe 4.0-SSDs geben. Das Stichwort kautet "Mikroruckler" - vielen Spielern wird dies gar nicht auffallen.
Aber es kann vorkommen, dass ein Spiel mit einer PCIe 4.0-M.2-SSD, die dabei natürlich auch in einem 4.0-Slot des Mainboards steckt, ein klein wenig sanfter zu laufen scheint als mit einer SATA-SSD oder M.2-SSD mit nur PCIe 3.0. Das Wort "flüssiger" wollen wir nicht verwenden, da es suggeriert, dass es ohne PCIe 4.0 ruckelig wirken könnte.
Quelle: Kingston
Mit über 7000 MB/s eine der schnellsten aktuellen M.2-SSDs: die Kingston Fury Renagade.
TBW - die Lebensdauer-Vorhersage
Ein weiterer Punkt, den ihr beim Kauf beachten solltet, ist die TBW. Diese Abkürzung steht für "Total Bytes Written" und ist eine Angabe darüber, nach wie vielen Bytes, die auf die SSD geschrieben wurden, Ende im Gelände ist.
Denn die Speicherzellen von SSDs können nicht unendlich oft überschrieben werden - damit man als Käufer abschätzen kann, wie viele Giga- oder Terabyte an Daten man neu auf die SSD schreiben kann, gibt es den TWB-Wert. Eine Angabe von zum Beispiel 600 TB bedeutet, dass ihr eine SSD mit einer Kapazität von 1 TB, also 1000 GB, 600 Mal komplett überschreiben könntet.
Falls ihr wirklich jeden Tag 500 GB an neuen Daten generiert und die SSD daher täglich mit 500 GB neu beschrieben wird, würde sie also 1200 Tage, etwa 4 Jahre halten. Danach sind die Daten nicht weg, aber ihr könnt nichts Neues mehr speichern.
Solche großen Datenmengen, die wirklich jeden Tag neu anfallen, sind aber allerhöchstens dann zu erwarten, wenn ihr beispielsweise sehr intensiv oder gar professionell in Sachen Videoediting unterwegs seid.
Gehen wir für ein Rechenbeispiel davon aus, dass ihr vielleicht an einem Tag mal ein 150-GB-Game herunterladet, am nächsten Tag 80 GB an Updates, dann auch mal ein bis zwei Tage nur wenig neue Daten erzeugt und somit im Schnitt pro Tag eher auf 50 GB an wirklich neuen Daten kommt, mit denen die SSD beschrieben wird. In dem Fall würde die SSD erst nach knapp 33 Jahren schlapp machen. Achtet also beim Kauf auf den TBW-Wert, aber sucht nicht händeringend nach einem besonders hohen Wert.
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