EIne SSD ist ein Laufwerk, das ihr wie eine Festplatte nutzen könnt - lediglich deutlich schneller, aber auch teurer. Wir erklären die Technik dahinter, stellen euch die Vorteile von SSDs vor und geben euch Kauftipps für 17 SSDs. Dabei berücksichtigen wir die unterschiedlichen Größen der Festplatten-Alternativen und die damit zusammenhängenden Kosten.
Falscher Mythos: eine SSD lebt doch lange
Einer der angeblich größten Nachteile einer SSD ist deren kurze Lebensdauer. Wir betonen: angeblich! Denn als die ersten SSDs auch für den Durchschnittsuser bezahlbar wurden und erste Fragen bezüglich der Technik aufkamen, wurde stets darauf hingewiesen, dass die Speicherzellen einer SSD eine begrenzte Anzahl an Schreibvorgängen zulassen und ab dann nur noch zum Auslesen von Daten benutzt werden können. Dies stimmt auch. Was aber nicht stimmt ist, dass diese Anzahl an Schreibvorgängen für den normalen User irgendeine Rolle spielt. Fälschlicherweise wurden Ausfälle eininger der ersten SSD-Modelle der kleinen Zahl an Schreibzyklen zugeschrieben. Vielmehr sollte man diese Ausfälle aber "Kinderkrankheiten" oder damals noch mangelnder Erfahrung der Hersteller bei der Massenproduktion zuschreiben. Die Wahrheit ist: selbst "schlechte" Speicherzellen lassen 4000 Schreibzyklen oder mehr zu. Das heißt: eine SSD könnt ihr 4000 Mal komplett neu überschreiben, bevor sie unbrauchbar wird. Selbst wenn ihr also eine 64-Gigabyte-SSD jeden Tag mit enormen 32 Gigabyte an Daten überbeschreibt: ihr könnt die eine Hälfte 4000 mal überschreiben, die andere ebenfalls – macht 8000 Schreibvorgänge, also 8000 Tage lang jeden Tag 32 Gigabyte – das sind fast 22 Jahre!
Quelle: ocztechnology.com
OCZ Vertex 3
SSD verwalten die Speicherzellen zudem auch "intelligent", sie werden also gleichmäßig genutzt. Es wird also nicht passieren, dass zum Beispiel 20 Prozent der Speicherzellen einer SSD verbraucht sind, aber die restlichen 80 Prozent noch 1000 und mehr Schreibvorgänge übrig haben. Es ist also völlig unrealistisch, dass ein typischer Gamer, selbst ein "Poweruser", der öfter einmal zum Beispiel mehrere Gigabyte an Videodateien erstellt und verändert, jemals in Schreibzyklen-Probleme kommt. Wer in dem Beispiel mit den "32 Gigabyte pro Tag" eine SSD mit 128 statt nur 64 Gigabyte nutzt, wird also sogar 44 Jahre durchhalten können. Eure Enkel oder gar Urenkel werden sich freuen, wenn sie die "Technik vom Anfang des Jahrhunderts" noch in Betrieb bewundern können. Außerdem erlauben moderne SSD-Modelle deutlich mehr als die 4000 Schreibzyklen aus unserem Rechenbeispiel, was die Nutzungsdauer abermals höherschraubt – ihr seht also, dass der Mythos der kurzen Haltbarkeit wegen begrenzter Schreibzyklen falsch ist. Ein völlig anderer Sachverhalt ist, dass eine SSD natürlich trotzdem von jetzt auf gleich ausfallen kann – dies ist bei einer Festplatte jedoch ebenso. Gegen die Nutzung einer SSD spricht also rein gar nichts – lediglich der hohe Preis pro Gigabyte Speicherkapazität ist ein Nachteil von SSDs gegenüber Festplatten. Ansonsten gibt es nur Vorteile: schnellere Geschwindigkeit und Zugriffzeit, lautloser Betrieb, Stoßfestigkeit und geringer Platzbedarf.
In diesem Artikel
- Seite 1 SSDs: mehr Komfort und schnellerer Windows-Alltag
- Seite 2 SSDs: Gründe für die höhere Geschwindigkeit und Unterschiede zu einer Festplatte
- Seite 3 SSDs: der falsche Mythos der kurzen Lebensdauer
- Seite 4 SSDs: Einbau und Installation
- Seite 5 SSDs: 17 Modelle als Kauftipp mit Tabelle
- Seite 6 Bildergalerie
