EIne SSD ist ein Laufwerk, das ihr wie eine Festplatte nutzen könnt - lediglich deutlich schneller, aber auch teurer. Wir erklären die Technik dahinter, stellen euch die Vorteile von SSDs vor und geben euch Kauftipps für 17 SSDs. Dabei berücksichtigen wir die unterschiedlichen Größen der Festplatten-Alternativen und die damit zusammenhängenden Kosten.
Geschwindigkeit einer SSD und Unterschiede zur Festplatte
Der Vorteil einer SSD ist deren Geschwindigkeit. Dabei sind allerdings nicht so sehr die "Megabyte pro Sekunde" (MB/s) der entscheidende Faktor, sondern die Zugriffszeiten. Man könnte es sich in etwa so vorstellen: die Werte für die MB/s entsprechen der Fließgeschwindigkeit von Wasser bei einem Wasserhahn, die Zugriffzeit aber ist die Dauer, um den Wasserhahn erst einmal aufzudrehen, damit das Wasser (also die Daten) fließt. Des Weiteren ist es so, dass quasi der Wasserhahn einer SSD nur ein Hebel ist, den man umlegen muss, bei einer Festplatte ist es aber ein richtiger altmodischer Wasserhahn, den man aufdrehen muss. Dies allein wäre noch kein Riesennachteil für eine Festplatte, aber das Problem ist, dass Daten meistens von vielen unterschiedlichen Bereichen eines Datenträgers abgerufen werden müssen und jeweils erneut ein neuer Zugriff erfolgt, also sozusagen ein neuer Wasserhahn erst zum Fließen gebracht werden muss. Wenn für ein Spiel zum Beispiel 300Megabyte an Daten geladen werden müssen, dann dauert dies bei einer normalen Festplatte bei typischen 100MB/s drei Sekunden, bei einer durchschnittlichen SSD mit 300MB/s etwa eine Sekunde. Doch die 300 Megabyte an Daten bestehen so gut wie immer aus vielen kleinen verstreuten Datenpaketen, für die immer jeweils erneut die Zugriffszeit eine Rolle spielt – und hier hat eine SSD eben den großen Vorteil der geringen Zugriffzeit.
Der Grund für die deutlich bessere Zugriffszeit einer SSD liegt vor allem darin, dass es keine
Quelle: PC Games Hardware
SanDisk Extreme
mechanisch bedingten Grenzen bei einer SSD gibt. Bei einer SSD werden die Daten – ähnlich wie bei einem USB-Stick – auf Chips gespeichert. Wo genau dann die Daten liegen, spielt für die Zugriffszeit keine Rolle – es musst nichts "bewegt" werden, um an die Daten heranzukommen. Bei einer Festplatte ist allerdings so: im Gehäuse sind magnetische Metallscheiben, auf denen die Daten gespeichert werden und die sich in der Regel mit 7200 Umdrehungen pro Minute drehen. Über den Scheiben schweben wiederum kleine Schreib- und Leseköpfe an kleinen Armen, ähnlich wie der Tonabnehmer-Arm bei einem Schallplattenspieler. Da die Schreib- und Leseköpfe immer erst zur korrekten Position fahren müssen und vor allem bei "verstreuten" Datenpaketen immer mal hier, mal dort die Daten suchen müssen, kommt es zu einer Zugriffszeit, die technisch und physikalisch ganz einfach gewisse Grenzen hat. Die Schnelligkeit der Arm-Bewegung und auch die Drehzahl der Scheiben ist also begrenzt – bei zu schnellen Bewegungen drohen mechanische Schäden und somit Datenverlust. Auch aus diesem Grunde sind Festplatten seit einigen Jahren so gut wie gar nicht schneller geworden – sie überschreiten gerade einmal bei ihren Spitzenwerten die Grenze zwischen dem ersten SATA-Standard und SATA2. Der auch bereits vier Jahre alte Standard SATA3 ist für eine Festplatte also eigentlich gar nicht nötig.
In diesem Artikel
- Seite 1 SSDs: mehr Komfort und schnellerer Windows-Alltag
- Seite 2 SSDs: Gründe für die höhere Geschwindigkeit und Unterschiede zu einer Festplatte
- Seite 3 SSDs: der falsche Mythos der kurzen Lebensdauer
- Seite 4 SSDs: Einbau und Installation
- Seite 5 SSDs: 17 Modelle als Kauftipp mit Tabelle
- Seite 6 Bildergalerie
