Wir erklären euch zahlreiche wichtige Dinge rund um Mainboards und haben eine Marktübersicht mit 60 Modellen für die Sockel AM4, AM5 und 1700 vorbeitet.
PCIe-Standards für Grafikkarten
Mainboards bieten immer mehr Funktionen, die früher noch per Zusatzsteckkarte für den PC angeschafft werden mussten. Der Netzwerkcontroller oder ein Soundchip gehören zu den Dingen, die schon seit vielen Jahren selbstverständlicher Bestandteil eines Mainboards geworden sind, früher aber nur per Zusatzkarte verfügbar waren.
Deswegen ist die Anzahl an Steckplätzen für Zusatzkarten, die ein Mainboard bietet, heutzutage nicht mehr so wichtig. Diese Steckplätze haben den PCIe-Standard, wobei es stets einen großen x16-Slot für die Grafikkarte gibt sowie meistens mindestens ein kleineres Format zum Beispiel für eine Soundkarte.
Beim x16-Slot für die Grafikkarte ist derzeit PCIe 4.0 der Standard, denn moderne Grafikkarte haben alle eine PCIe 4.0-Anbindung. Es gibt aber auch schon PCIe 5.0-Slots bei einigen Mainboards sowie im Einsteigerbereich wiederum auch Mainboard mit lediglich PCIe 3.0.
In den weitaus meisten Fällen ist es aber kein merkbarer Nachteil, eine 4.0-Grafikkarte nur in einem 3.0-Slot zu verwenden. Es gibt nur wenige Ausnahmen, und zwar bei den aktuellen Grafikkarten ausgerechnet im Einsteigerbereich, also da, wo Nutzer vielleicht eher ein günstiges 3.0-Mainboard kaufen würden: Die Nvidia GeForce RTX 4060 ist in einem PCIe 4.0-Slot etwa 17 bis 18 Prozent schneller als ihr Vorgänger RTX 3060.
In einem 3.0-Slot verliert sie aber über 10 Prozentpunkte ihres Vorsprungs. Dies hat mit der internen Anbindung des RAMs speziell bei der RTX 4060 zu tun und ist ein Phänomen, das glücklicherweise nicht allgemein für Grafikkarten gilt.
Quelle: MSI
MSI MAG Z790 TOMAHAWK MAX WIFI - der Z790-Chipsatz ermöglicht bei Intels Sockel 1700 das Übertakten von K- und KF-CPUs
Chipsatz: PCIe-Leistung und Übertaktung
Wir kommen wegen des Thema PCIe noch einmal zu Chipsätzen zurück, denn zum Beispiel beim Sockel 1200 gibt es Einsteiger-Mainboards, die nur PCIe 3.0 als x16-Slot bieten - dies trifft auf alle 400er-Chipsätze wie den B460 oder Z490 zu. Ausnahme sind einige H470-Modelle mit PCIe 4.0 statt 3.0.
Bei AMDs Sockel AM4 haben die Chipsätze B550 und X570 allesamt PCIe 4.0, mit Ausnahme von drei B550-Modellen. Die älteren AM4-Chipsätze wie B350 oder X470 bieten nur PCIe 3.0, ebenso wie der 500er-Chipsatz A520. Ein weiteres Thema bei Chipsätzen ist die mögliche Übertaktung der CPU.
Bei Intels Mainstreamsockeln ist seit vielen Generationen ein Z-Chipsatz zwingend erforderlich, zudem muss die CPU ein K im Modellnamen haben, so wie beim Core i5-12600K oder Core 7-13700KF. Für den Sockel 1700 geht es preislich ab 145 Euro mit Z690-Mainboards los, die Z790-Modelle starten ab 155 Euro. Bei AMD kann neben dem Top-Chipsatz X570 auch mit dem Chipsatz B550 (ab 70 Euro) sehr gut übertaktet werden.
Erst teurere Mainboards ab etwa 120 bis 140 Euro bieten aber tendenziell wirklich gute Übertaktungsoptionen. Beim Sockel AM5 sind die Chipsätze B650, B650E, X670 und X670E zum Übertakten geeignet.
PCIe bei M.2-SSDs
Die meisten modernen Mainboards haben mindestens einen M.2-Slot, in den die entsprechenden an RAM-Riegel erinnernden M.2-SSDs hineinkommen. Kabel für den Datenfluss und die Stromversorgung sind nicht mehr nötig. Die M.2-Slots sind mittlerweile mit PCIe angebunden, wobei diese je nach Slot-Anbindung maximal PCIe 3.0, 4.0 oder 5.0 unterstützen.
Eine M.2-SSD mit PCIe 5.0 kann deutlich schneller als ein Modell mit PCIe 4.0 sein - bietet der Slot oder auch der CPU-interne Controller aber nur PCIe 4.0, wird die 5.0-SSD auf den 4.0-Speed beschränkt.
Generell gilt: Das Bauteil mit dem langsamsten Standard - egal ob CPU, Slot oder SSD - gibt die maximal mögliche Datenrate der SSD vor. Allerdings beeinflusst die Datenrate die Leistung von Spielen so gut wie gar nicht, und auch bei den Ladezeiten gibt es nur kleinere Vorteile von sehr schnellen SSDs.
