Grafikkarten: Tests einordnen, Technik kein Gradmesser
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Wir geben euch allgemeine Tipps zum Kauf einer Grafikkarte von AMD oder Nvidia sowie eine Preis-Leistungs-Einordnung als Kaufberatung (Stand 17.2.2023).
So bewertet ihr Grafikkarten-Tests
Die Tests von Grafikkarten, die ihr in Zeitschriften oder Webportalen finden könnt, werden in aller Regel stets mit einigen aktuellen Games durchgeführt, aber auch mit einigen bekannten Klassikern sowie beliebten Multiplayer-Games. Die Details werden dabei meist auf das Maximum gestellt, dazu kommt eine starke CPU, damit die Grafikkarte ihre Leistung ausspielen kann. Zudem wird nicht nur in einer einzigen Auflösung getestet, außer es geht explizit um eine sehr enge Betrachtung.
Bei schwächeren Grafikkarten wird in Full-HD (1920x1080 Pixel) und WQHD getestet. Bei sehr starken Grafikkarten ist das Testen bei 4K (3840x2169 Pixel) und WQHD angesagt, dafür fehlt oftmals Full-HD, da die FPS bei Full-HD ohnehin enorm groß sind und das Testen somit eher sinnfrei ist. Viele Grafikkarten zwischen dem Einsteiger- und Top-Segment werden wiederum sogar in allen drei Auflösungen getestet. Manche Redaktionen ergänzen auch noch besondere Widescreen-Formate wie 3840x1440 Pixel. Da Raytracing einen besonderen Anspruch an die Grafikkarte stellt, werden die FPS bei Games, die Raytracing bieten, separat mit aktiviertem Raytracing gemessen.
Alles in allem habt ihr am Ende also als Testergebnis die Durchschnittsleistung von mehreren Games zur Verfügung, um euch auch anhand der Auflösung getrennt anzusehen, wie eine Grafikkarten-Reihe abschneidet.
Wir analysieren solche Tests regelmäßig und stellen auf dieser Basis eine eigene Rangfolge auf, die folglich auf viel mehr einzelnen Benchmarks basieren als ein Einzeltest. Aber auch dann, wenn eine Redaktion vielleicht nur 5-6 Games testet, kann man sich durchaus ein gewisses Bild machen - man muss dabei aber aufpassen.
Quelle: MSI
Die Nvidia GeForce RTX 4080, hier ein Modell von MSI, ist im Schnitt 2-3 Prozent langsamer als die AMD Radeon RX 7900 XT, kann aber je nach Game auch bis zu 15 Prozent schneller sein - oder eben auch um 15 Prozent langsamer.
Denn nehmen wir an, dass 4 der 6 Spiele durch ihre Engine bedingt eher AMD-Grafikkarten liegen, liegen die AMD-Modelle im einen oder anderen Duell mit Nvidia-Modellen weiter vorn als es der Fall ist, wenn man 30 Games testen würde. Daher werden die Tests umso aussagekräftiger, je mehr Games getestet werden.
Auch das Zusammenfassen von Tests, wie wir es tun, erhöht die Zuverlässigkeit der Leistungs-Aussagen. All das nutzt aber dann wiederum nichts, wenn ihr vielleicht 2-3 für euch sehr wichtige Spiele habt, bei denen sich die Rangfolge der Grafikkarten anders darstellt als bei einem Durchschnitt von dutzenden anderen Spielen.
Ihr seht also: Selbst Tests können für euren individuellen Fall in die Irre führen. Allerdings halten sich die Unterschiede normalerweise in Grenzen - wenn eine Grafikkarte A im Schnitt 20 Prozent schneller als eine Karte B ist, dann kommt nur extrem selten vor, dass B in einem bestimmten Game diese 20 Prozent voll auf- oder A sogar überholt. Zudem kann in einzelnen Fällen auch ein Problem in einem Spiel vorliegen, sodass durch ein Treiberupdate die FPS-Werte drastisch steigen können.
Technische Daten: Kein Anhaltspunkt
Die pure Rechenleistung der Grafikkarte, die in TFLOPS angegeben wird, ist für die Spieleleistung nur eine vage Angabe. Natürlich ist eine Grafikkarte mit nur 2 TFLOPS in Spielen nicht schneller als eine mit 20 TFLOPS. Aber es kann durchaus vorkommen, dass die Rechenleistung sehr täuscht. So ist die Nvidia GeForce RTX 4070 Ti in Games etwa so schnell wie eine RTX 3090.
Dabei hat die RTX 4070 Ti eigentlich 15 Prozent mehr Rechenleistung in TFLOPS gemessen. Auch andere technische Daten lassen keine klaren Rückschlüsse zu, außer man schaut innerhalb derselben GPU-Modellreihe nach. Die Nvidia GeForce RTX 3060 beziehungsweise ihre GPU GA106 taktet zum Beispiel im Boost auf gut 1790 MHz.
Hat ein Hersteller die GPU seiner Custom-Modell-Variante der RTX 3060 um 10 Prozent übertaktet, wird sie auch bis zu 10 Prozent mehr FPS liefern. Die Grafikkarten-Reihe GeForce RTX 3060 Ti hingegen arbeitet mit einer GA104 als GPU und taktet im Boost auf nur 1680 MHz, ist aber fast 30 Prozent schneller als die RTX 3060. Ihr seht, dass man am Takt nicht ablesen kann, wie stark eine Grafikkarte ist, sobald es um eine andere GPU geht.
