Grafikkarten: Kaufberatung für drei Preisklassen, DLSS und Raytracing
Special
Unser Grafikkarten-Special zeigt euch auf, welche Grafikkarten-Reihen aktuell, kurz vor dem Osterfest, ein gutes oder weniger gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Neben Kaufempfehlungen haben wir auch eine Tabelle, in der ihr ablesen könnt, was euch verschiedene Kombinationen aus CPU (mit Mainboard und RAM) und Grafikkarte kosten. Zudem gibt noch einige weitere hilfreiche Tipps zum Grafikkarten-Kauf.
Grafikkarten: Unter 400 Euro
Als im Januar die neue AMD Radeon RX 6500 XT in den Handel kam, funkte etwas Hoffnung auf dem Grafikkartenmarkt auf. Denn unterhalb von 400 Euro war zu dem Zeitpunkt bis auf die schwache Nvidia GeForce GTX 1650 nichts an Grafikkarten verfügbar. Durch die namentliche Nähe der RX 6500 XT zur RX 6600 vermutete man zuerst eine Leistung, die nicht weit weg von dieser ist. Doch die Tests enttäuschten - inzwischen muss man allerdings zugeben, dass die AMD Radeon RX 6500 XT für alle, die nicht mehr als 300 Euro ausgeben können, trotz schwacher Test eine Option ist. In Full-HD reicht sie für moderne Games aus, sofern man nicht immer auf hohe oder gar maximale Details besteht - ab 220 Euro ist sie aktuell zu haben.
Nennenswert besser wird es erst mit der Nvidia GeForce RTX 3050, die zwar von uns auch nur eine Empfehlung für Full-HD-Gaming bekommt, aber satte 60 Prozent mehr Leistung als die AMD Radeon RX 6500 XT bringt. Da die RTX 3050 aber zwar mit Preisen ab etwa 330 Euro gelistet ist, ab Lager verfügbar, aber eher erst ab 360 Euro zu haben ist, sollte man unbedingt die AMD Radeon RX 6600 im Blick haben, die weitere gut 20 Prozent schneller ist und teils ab 370 Euro haben ist - sie hat damit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller spielefähigen Grafikkarten, ist aber nur für Full-Gaming uneingeschränkt zu empfehlen.
In diesem Artikel
Grafikkarten: 400 bis 700 Euro
Die GeForce RTX 3060 (ab 440 Euro) ist nur 5 Prozent schneller als die AMD RX 6600 und verliert beim Preis-Leistungs-Vergleich gegen die 10 Prozent stärkere, aber kaum teurere AMD RX 6600 XT. Ab etwa 560 Euro lockt die RTX 3060 Ti, die weitere 15 bis fast 20 Prozent an Leistung drauflegt, aber beim Preis-Leistungs-Wert nicht ganz so stark wie die AMD RX 6600 XT ist. Deren große Schwester RX 6700 XT wiederum wäre die nächststärkere Grafikkarte im Vergleich zur Nvidia RTX 3060 Ti - ihr Preis von ab 650 Euro ist aber für das Leistungsplus von nur 6 Prozent zu hoch. Besser, man greift direkt zur abermals 8 Prozent stärkeren Nvidia RTX 3070. Der PL-Wert ist zwar fast identisch zur RX 6700 XT und somit schwächer als bei der RTX 3060 Ti. Aber zumindest bekommt man bei der RTX 3070 für knapp 700 Euro etwa 15 Prozent mehr Leistung als mit der RTX 3060 Ti - man sollte sich aber im Klaren sein, dass dies mehr als 20 Prozent Aufpreis bedeutet.
Grafikkarten: ab 700 Euro
Spätestens ab der RTX 3070 beginnt der Leistungsbereich, der auch für WQHD-Gaming stark genug ist. Oberhalb davon sinkt das Preis-Leistungs-Verhältnis ab, aber die Leistung steigt freilich weiter an. Die Nvidia RTX 3070 Ti und 3080 sowie die AMD RX 6800 XT haben beim PL-Wert ein fast identisches Level.
Quelle: Gigabyte
Die AMD Radeon RX 6800 XT hat bei den Top-Modellen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, die Nvidia RTX 3080 ist aber nah dran.
Wer also mehr Leistung als die einer RTX 3070 braucht, kann ein Modell aus einer dieser drei Grafikkarten-Reihen nehmen. Die RTX 3070 Ti (ab 790 Euro) ist dabei etwa 8 Prozent schneller als die RTX 3070. Die RTX 3080 und AMD RX 6800 XT bringen beide zur RTX 3070 Ti weitere 16 bis 17 Prozent Leistungsgewinn und kosten ab etwa 950 Euro - hier ist auch 4K kein Hindernis mehr. Die RX 6800 (Non-XT) ist aber nicht zu empfehlen, da sie nicht oder kaum günstiger als die 6800 XT ist. Wem diese Leistung noch nicht reicht oder für 4K auf Nummer Sicher gehen will, der sollte die AMD RX 6900 XT (1150 Euro) einer Nvidia RTX 3080 Ti (1350 Euro) vorziehen. Beide sind ähnlich stark und etwa 10 Prozent schneller als die RX 6800 XT. An die RTX 3090 und 3090 Ti sollten nur Anwender mit passender Profi-Software einen Gedanken verschwenden - die RTX 3090 Ti ist zwar etwa 16 Prozent schneller als die AMD RX 6900 XT, kostet aber fast doppelt so viel. Die normale RTX 3090 ist etwa 6 Prozent schneller als die RX 6900 XT und gut 60 Prozent teurer.
Hinweis: DLSS und Raytracing als möglicher Entscheidungsfaktor
Wichtig für unsere Kaufempfehlungen ist aber noch ein Hinweis zu den Features, die AMD und Nvidia auf jeweils andere Art und Weise bieten: Bei Nvida wird die Grafikkarte per KI durch das Feature DLSS entlastet. Bei AMD geschieht dies durch FSR und RSR. Die optischen Ergebnisse sind bei Nvidia besser, dafür bietet AMD den Vorteil, dass RSR in den Treibern integriert und somit bei jedem Spiel verfügbar ist. DLSS muss aber vom Spiel aktiv unterstützt werden. Ein anderer Punkt ist Raytracing, das vor allem bei Reflexionen das Bild aufwerten kann, aber viel Leistung kostet. Nvidias RTX-Grafikkarten schneiden hier deutlich besser ab als die jeweils ansonsten ähnlich schnellen AMD-Modelle. Diese Infos können natürlich dafür sorgen, dass ihr im Zweifelsfalls dem einen oder dem anderen Hersteller eher den Vortritt lasst. Auf der nächsten Seite schließen wir unsere Kaufberatung mit einer Betrachtung der Preisentwicklung sowie einigen CPU-Grafikkarten-Kombinationen ab.
