Mehr Test-Games, mehr Aussagekraft: Warum KI-Upscaling Benchmarks verzerrt, was das für eure Kaufentscheidung heißt und worauf ihr wirklich achten solltet.
Pure Leistung: KI-Upscaling eher ausklammern
Heutzutage kann man dank KI-Upscaling deutlich mehr FPS aus einem Spiel herausholen. Je nach Spiel gibt es Nvidia DLSS, AMD FSR oder Intel XeSS zur Auswahl, wobei manche Spiele nur eine, andere zwei und wieder andere alle drei Techniken bieten. FSR und XeSS funktionieren auf allen Grafikkarten, DLSS aber nur mit Nvidia-Modellen.
Außerdem spielt die GPU eine Rolle bei der Frage dabei, ob ihr alle Features des jeweiligen KI-Upscalings verwenden könnt. Allerdings verwischen die KI-Techniken die wahre Leistungsfähigkeit einer Grafikkarte - ihr solltet daher eine Grafikkarte nicht (einzig) an den Testergebnissen messen, die sie mit KI-Upscaling erreicht hat. Die meisten Redaktionen trennen daher auch ihre Ergebnisse und besprechen die Werte für aktiviertes KI-Upscaling separat, auch da nicht jedes Spiel eines oder mehrere der drei KI-Upscalings bietet.
Anzahl der Test-Games
Die Anzahl an getesteten Games ist ebenfalls wichtig. Stellt euch vor, ein Test basiert auf Benchmarks von nur drei Spielen. Eines davon liegt der neuen Grafikkarten-Reihe nicht, sodass sie bei der Leistung 20 Prozent hinter der Konkurrenz liegt. In den anderen zwei Spielen ist sie 10 Prozent vorne - im Schnitt scheinen beide Reihen gleichschnell zu sein. Ein anderes Magazin testet aber mit 20 Spielen, sodass Spiele, die der neuen Grafikkarten-Reihe besonders gut oder schlecht liegen, eher ausgeglichen werden können, und kommt im Schnitt zu der Erkenntnis, dass sie 10 Prozent schneller als ihre Konkurrenz ist. Ihr solltet daher Tests, die besonders viele Spiele testen, als Quelle bevorzugen.
Der Einfluss von Spielen auf Leistungsunterschiede
Der wichtigste Punkt zum Einordnen von Grafikkarten-Tests kommt zuletzt: Spiele sind technisch zum Teil völlig unterschiedlich. Die Konsequenz daraus ist, dass eine Grafikkartenreihe in einem Spiel deutlich schlechter als eine andere Reihe abschneiden und es in einem anderen Spiel wiederum genau umgekehrt aussehen kann. Dessen solltet ihr euch bewusst sein - schaut euch zum Beispiel beim Test der AMD Radeon RX 9070 und 9070 XT der PC Games Hardware einmal die einzelnen Ergebnisse der Spieleleistung für die RX 9070 XT sowie Nvidia GeForce RTX 5070 Ti an, die im Schnitt fast gleichschnell sind. Je nach Spiel ist mal die RX 9070 XT, mal die RTX 5070 Ti um 10, 15 oder mehr Prozent vorn.
Aktueller Grafikkarten-Leistungsindex
Wir haben für euch nun eine Grafik erstellt, in der ihr die Leistung der aktuell wichtigen Grafikkartenreihen sowie zum Vergleich auch einige ältere Reihen zusammengefasst ablesen könnt. Dabei handelt es sich um einen Leistungsindex, bei dem wir uns an Ergebnissen der PC Games Hardware orientieren, die auf 20 Spielen in mehreren Auflösungen ohne DLSS und ohne Raytracing basieren. Die AMD Radeon RX 9070 XT setzen wir bei uns als Basis mit einem Wert von 100 - stellt euch einfach Folgendes vor: Schafft die RX 9070 XT in Spielen im Schnitt 100 FPS, dann erreicht eine Grafikkarten-Reihe mit einem Index-Wert von 61 also 61 FPS, eine mit einem Index-Wert von 116 entsprechend 116 FPS. Dies ist nun der Leistungsindex:
Quelle: Antonio Funes
Leistungsindex
Das Nvidia-Flaggschiff GeForce RTX 5090 haben wir bewusst weggelassen - es ist zwar satte 65 Prozent schneller als die AMD Radeon RX 9070 XT, kostet aber über 3000 Euro. Dies liegt auch an ihrer großen Speichermenge von 32GB VRAM, wegen der sie schon vor der Speicherkrise im Vergleich viel zu teuer für normale Gamer war. Sie kostet somit mehr als das Vierfache der AMD Radeon RX 9070 XT und kommt nur für Profi-Anwender infrage, für die sich die Investition rentiert. Auf der nächsten Seite gibt es noch eine aktuelle Preis-Leistungs-Übersicht, Kaufempfehlungen sowie Links zu acht konkreten Modellen, die mindestens für WQHD-Gaming geeignet sind.
