Grafikkarten-Tests richtig lesen: So laufen die Vergleichstests wirklich ab und auf diese vier Faktoren solltet ihr unbedingt achten.
So laufen Grafikkarten-Tests ab
Wenn neue Grafikkartenreihen erscheinen, testen Fachredaktionen eines der neuen Modelle anhand von vielen Spielen und vergleichen die Ergebnisse bei den FPS-Werten mit denen von anderen Grafikkartenreihen. Dabei wird für die Tests in aller Regel der GPU-Takt verwendet, der dem Standardtakt von AMD oder Nvidia entspricht.
Es gibt aber auch Tests, in denen verschiedene Modelle aus der gleichen Reihe miteinander verglichen werden. Bei solchen Tests geht es dann um Leistungsunterschiede wegen verschiedener Taktwerte, die Kühlung, das Lüfterverhalten bei Last, den exakten Strombedarf sowie auch die Stabilität der erbrachten Leistung. Bei uns geht es heute aber ganz klar um die Vergleichstests, bei denen verschiedene Grafikkartenreihen miteinander verglichen werden.
Denn die dabei entstehenden Leistungswerte sind das Wichtigste, wenn es um die Frage geht, welche Grafikkarten ihr für einen Kauf in Betracht ziehen solltet. Die konkrete Modellwahl kommt erst danach und hängt natürlich auch von den Lagerbeständen und den Preisunterschieden zwischen den Modellen aus der gleichen Reihe ab. Die wenigsten unter euch werden hoffentlich für eine Nvidia GeForce RTX 5070, von der es viele Modelle zwischen 600 und 800 Euro gibt, ein Modell für 750 Euro nehmen, nur weil es in einem Test als Testsieger-Modell hervorging. Doch wie laufen die Vergleichstests von Grafikkartenreihen ab, und was müsst ihr dabei beachten?
Quelle: Sapphire
Sapphire Pulse Radeon RX 9070
Bei einem Test verwenden die Fachredaktionen immer die gleiche PC-Hardware, aber in Kombination mit verschiedenen Grafikkarten. Mit jeder Grafikkarte wird dann eine Auswahl an Spielen getestet - entweder man nutzt eine spielinterne Benchmark, falls das Spiel dies bietet, oder es gibt eine festgelegte Sequenz, die immer wieder gespielt wird. In letzterem Fall kann es aber je nach Spiel dazu kommen, dass man eine Szene nie identisch nachspielen kann - besonders leicht zu verstehen ist dieses Problem, wenn ihr euch einen Test eines Online-Shooters vorstellt, bei dem in jeder Partie andere Dinge passieren. Bei solchen Games spielt man dann so lange, dass der daraus entstehende Durchschnittswert eine hohe Verlässlichkeit aufzeigt. Die Spiele werden übrigens je nach Test nicht nur mit verschiedenen Grafikkarten getestet, sondern pro Grafikkarte gegebenenfalls auch in mehreren Auflösungen und/oder Detailmodi. Doch was genau müsst ihr beachten, wenn ihr einen Test lest? Wir thematisieren hierzu vier wichtige Aspekte: Auflösungen, KI-Upscaling, Anzahl an Testgames und vom Spiel abhängige Leistungsunterschiede.
Testergebnisse: Auflösungen beachten
Wenn ein Test separate Ergebnisse getrennt nach Auflösungen hat, dann kann dies durchaus für euch hilfreich sein. Wenn ihr vorhabt, auf absehbare Zeit nur in Full-HD zu spielen, dann sind die Testwerte für WQHD (2560x1440 Pixel) oder 4K (3840x2160 Pixel) nämlich eher Nebensache. Vor allem dann, falls ihr eher eine Einsteigergrafikkarte sucht, ist das besonders wichtig. Denn diese brechen wegen ihrer meist nur 8GB VRAM (Video-RAM) ab WQHD teilweise so stark ein, dass der Abstand zu schnelleren Grafikkarten von euch unter Umständen zu groß wahrgenommen wird, wenn ihr bei den Ergebnissen nur auf den Gesamtdurchschnitt aller verwendeten Auflösungen achtet. Umgekehrt sind für euch natürlich die Werte bei Full-HD eher uninteressant, wenn ihr eine neue Grafikkarte für euren Ultra-WQHD-Monitor (3440x1440 Pixel) sucht. Filtert also, falls möglich, die Auflösungen oder auch Grafikeinstellungen heraus, die für euch wichtig sind. Denn manche Grafikkarten-Reihen haben ihre Stärken eher bei geringeren oder eher bei hohen Auflösungen, andere ordnen sich in allen Auflösungen ähnlich ein.
