Grafikkarten: Preisanalyse und aktuelle Preis-Leistungs-Sieger
Special
Wir schauen auf die aktuellen Preise der Grafikkarten (Stand Anfang Dezember 2021) von AMD und Nvidia und analysieren die Preis-Leistungs-Verhältnisse von 18 Grafikkarten-Serien für eine Kaufberatung. Außerdem schauen wir uns einige mögliche Alternativen an, wenn man nicht einsieht, die derzeit horrenden Grafikkarten-Preise für eine Aufrüstung oder einen neuen, selbst zusammengestellten Gaming-PC zu bezahlen.
Preisentwicklung
Wir fassen ein paar der Preisdaten an dieser Stelle statistisch zusammen: Im Durchschnitt sind die 18 von uns betrachteten Grafikkarten-Serien um 113 Prozent teurer als zu ihrem Release beziehungsweise als im Oktober 2020. Das ist mehr als eine Verdoppelung. Bei den sechs Einsteigerkarten (Nvidia GeForce GTX 1650 bis RTX 2060) sind es satte 141 Prozent Preissteigerung, ohne die RTX 2060, die mit Abstand am besten dasteht, sogar 157 Prozent. Die neueren Grafikkartenserien der AMD 6000er- und Nvidia 3000er-Reihen stiegen im Schnitt um 99 Prozent beim Preis.
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Die folgende Grafik zeigt euch zudem noch, wie sich die Preise seit unserem letzten Grafikkarten-Special vom 13. November und dem 2. Dezember verändert haben - die meisten 3D-Beschleuniger sind leider erneut teurer geworden:
Quelle: Antonio Funes
Preis-Differenz November-Dezember 2021
Die beiden AMD 6600er-Modelle sind ein wenig günstiger geworden, ebenso die GTX 1660 Ti. Satte 25 Prozent günstiger kann man eine Nvidia GeForce RTX 2060 bekommen, wobei wir dies aus Platzgründen in der Grafik nicht eingezeichnet haben. Bis auf die GTX 3060 Ti sind alle GeForce-Modelle der RTX 3000er-Serie mindestens fünf Prozent teurer geworden. Was bedeutet dies für die Preis-Leistungs-Analyse? Für die nächste Grafik haben wir alle Preis-Leistungs-Werte eingetragen - je kürzer der Balken, desto besser steht eine Grafikkarte da. Denn ihr bezahlt im übertragenen Sinne weniger Euro pro FPS. Beachtet, dass wir zur besseren Vergleichbarkeit die X-Achse erst bei 8€ (pro FPS) anfangen lassen - die Balkenabstände wirken daher etwas überproportional:
Quelle: Antonio Funes
Grafikkarten: Preis-Leistung Anfang Dezember 2021
Preis-Leistungs-Analyse und Kauftipps
Die Grafik offenbart es genau: Die AMD Radeon RX 6600 (580 Euro) ist der klare Sieger, richtet sich allerdings eher an Spieler, denen Full-HD als Auflösung für die Grafik ausreicht. Bei normaler Preislage wäre sie in Kaufberatungen eher eine Grafikkarte im Bereich Einstieg bis untere Mittelklasse.
Eine Alternative stellt hierbei die langsamere GeForce RTX 2060 für 525 Euro dar, die - zumindest aktuell - wieder günstiger geworden ist. Einsteiger haben es aber schwer: Die GTX 1600er-Grafikkarten, die schwächer als die RTX 2060 sind, bieten derzeit aber ein extrem schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ihr bezahlt mit den RTX 1600er-Modellen rechnerisch mindestens 35 Prozent mehr pro FPS als bei der RX 6600, und selbst die sehr schwache GTX 1650 kostet weit über 300 Euro. Insofern gibt es aktuell einen halbwegs vertretbaren Eintritt in die Gaming-Welt nicht unter 525 Euro mit der RTX 2060. Wer sparen will, verliert direkt enorm viel an Leistung.
Wie sieht, was die Leistung angeht, darüber aus? Wir wollen acht empfehlenswerte Grafikkarten nennen, die alle einen Preis-Leistungs-Index unter 10 haben:
- Die AMD Radeon RX 6600 XT und Nvidia GeForce RTX 3060 Ti liegen fast gleichauf bei Preis-Leistung (Index etwa 8,45), wobei die 150 Euro teurere Nvidia-Grafikkarte die schnellere der beiden Boliden ist. Beide eignen sich für Full-HD-Gaming auf maximalen Details oder WQHD auf höheren bis maximalen Details (je nach Titel)
- Etwas schneller als die RTX 3060 Ti ist die AMD Radeon RX 6700 XT, die einen Index von knapp 9 bietet. Es folgt die nur ein wenig schnellere, aber 150 Euro teurere Nvidia GeForce RTX 3070, die immerhin noch einen Index von 9,5 hat, was für stärkere Grafikkarten in Ordnung ist - allerdings ist der Aufpreis auf die RX 6700 XT nur lohnenswert, wenn man Games mit Nvidias DLSS-Technik besitzt oder Raytracing nutzen will.
- Gut 9,6 als Index haben die abermals merkbar schnelleren AMD Radeon RX 6800 XT und 6900 XT, die aber mit über 1400 Euro sehr viel Geld kosten. Dass sie trotzdem noch relativ gut dastehen, zeigt, wie angespannt der Markt derzeit ist.
Nvidia hat ab der RTX 3070 keine guten Index-Werte mehr, bei den 3080er-Modellen betragen sie sogar 11,5 und mehr. Die RTX 3060 hat zwar einen Index von 9,87 - da um die herum aber die RX 6600er-Modelle von AMD mit deutlich besseren Werten locken, raten wir von der RTX 3060 ab.
