Durch übertakten der Grafikkarte könnt ihr mehr Leistung für Games herausholen - wir zeigen euch, wie es funktioniert. Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf das Programm MSI-Afterburner als Übertaktungstool, zeigen euch aber auch andere Möglichkeiten.
Übertaktungstool MSI-Afterburner: so funktioniert es
Oben seht ihr einen Screenshots des MSI-Afterburners. Links seht ihr das Hauptmenü mit den derzeitigen Einstellungen für die Grafikkarte. Rechts ist der Hardware Monitor. Dieser zeichnet permanent die aktuellen Werte für Temperatur, Takt, Lüfter und noch mehr auf und erstellt anschauliche Kurven, an denen ihr die Veränderung der Werte in Relation zur Zeit ablesen könnt. Per Klick auf "Detach" könnt ihr das Fenster vom Hauptmneü abkoppeln und auch in der Größe nach euren Wünschen verändern. Rechts auf dieser Seite ist ein solches abgekoppeltes Fenster als Screenshop platziert. Dort seht ihr gut, wie die Grafikkarte plötzlich einer Last ausgesetzt wurde: die GPU Temperatur war zuerst konstant niedrig auf 31 Grad und steigt dann auf 61 Grad an. Der Anstieg erfolgt fast gleichzeitig mit der GPU-Auslastung, die auf 100 Prozent springt.
Der Anstieg der Lüftergeschwindigkeit beginnt etwas später, da erst ab etwa 40 Grad der Lüfter eingreifen soll. Die Geschwindigkeit erhöht sich langsam auf etwa 49 Prozent, was ausreicht, um die Temperatur des Grafikchips auf etwa 60 Grad zu halten. Wir empfehlen, dass ihr vor dem ersten Übertakten unten per Klick auf "Save" (unten im Hauptmenü des Afterburner) und danach die Ziffer "1", die augenblicklichen Einstellungen als Profil speichert - somit könnt ihr jederzeit durch Klick auf die "1" die Startwerte wiederherstellen. Die eigentliche Übertaktung geschieht nun über die sichtbaren Regler im Hauptmenü des MSI-Afterburners, die wir euch nun kurz vorstellen wollen.
- Die Core Voltage, also die Spannung des Grafikkerns, sollte am besten nicht verändert werden, bei vielen Grafikkarten ist dieser Regler ohnehin gesperrt. Es kann zwar sein, dass ein bestimmter Takt erst dann stabil nutzbar ist, wenn man die Core Voltage erhöht - aber die Core Voltage kann den Grafikchip besonders stark belasten und erhöht auch die Hitze am schnellsten. Wenn überhaupt, dann sind hier nur sehr kleine Schritte zu empfehlen.
- Beim Power Limit (nicht bei jeder Grafikkarte verfügbar) legt ihr fest, ob die Grafikkarte einen Stromverbrauch zulässt, der eigentlich "zu hoch" ist. Denn einige Modelle takten herunter, wenn mehr als ein bestimmter Strombedarf erreicht wird, und zwar nicht zuletzt deswegen, weil dann auch in der Regel eine bestimmte Hitzeentwicklung zu erwarten ist. In einem Test mit unserer AMD Radeon HD 7950 Boost taktete die Grafikkarte mit Standard-PowerLimit unter Furmark stark herunter - auch mit einem PowerLimit von +20 (Regler am maximalen Anschlag) wurde unsere Übertaktung in Furmark nicht vollständig übernommen - in Testspielen aber schon.
- Wichtig für das Übertakten ist vor allem der Wert bei "Core Clock" - bei Nvidia kommt hier noch ein Regler für die Shader Clock hinzu - dieser Takt ergibt sich durch das Verstellen des Core Clocks. Beim Core Clock stellt ihr ein, mit welchem Takt der Grafikchip bei Volllast laufen soll. Moderne spielefähige Grafikkarten besitzen unabhängig vom verwendeten Grafikchip meist einen Takt von 800 bis 1000 Megahertz. Wir empfehlen Schritte von nicht mehr als etwa fünf Prozent oder 50 Megahertz, sicherer sind 25 Megahertz. Vor allem nach den ersten zwei bis drei erfolgreichen Erhöhungen sollten die Schritte eher kleiner als größer werden. Eine Übertaktung von 900 auf 950 Megahertz, also 50 Megahertz Plus, entspricht beispielsweise bereits etwa 5,5 Prozent.
- Den Takt des Arbeitsspeichers, die "Memory Clock", könnt ihr auch verändern - wir empfehlen aber, dass ihr eine Übertaktung eher über die Core Clock vornehmt, da die RAM-Chips nicht bei allen Grafikkarten durch die Lüfter gut genug mitgekühlt und auch nicht von der Software überwacht werden.
- Über Fan-Speed könnt ihr entweder einen festen Wert einstellen, zum Beispiel 60%, oder aber bei "Auto" die werksseitige Lüfterkontrollkurve nutzen, bei der die Grafikkartenlüfter je nach Temperatur mehr oder weniger Gas geben. Letzteres ist klar zu empfehlen, denn es wäre unsinnig, wenn die Lüfter ständig mit 60 Prozent drehen, obwohl der Grafikchip weit unter 40 Grad Temperatur aufweist. Das individuelle Einstellen einer Lüfterkontrollkurve ist ebenfalls möglich, dies zeigen wir auf der nächsten Seite etwas genauer.
Wichtig: jede Änderung bei den Reglern wird erst aktiv, wenn ihr rechts unten auf "Apply" klickt. Habt ihr also die Änderungen vorgenommen, dann klickt auf "Apply", und schon könnt ihr euch an den ersten Test mit einem Spiel wagen. Werte, die ihr erfolgreich getestet habt, könnt ihr als Profil wie oben beschrieben speichern: Klick auf "Save" und dann eine Ziffer wählen, natürlich nicht die "1", die wir ja für unsere Standardwerte reserviert haben.
In diesem Artikel
- Seite 1 Grafikkarte übertakten: moderne Grafikkarten und ihr Takt
- Seite 2 Grafikkarte übertakten: Übertaktungs-Methoden und Testen des neuen Taktes
- Seite 3 Grafikkarte übertakten: MSI-Afterburner: so funktioniert Übertakten
- Seite 4 Grafikkarte übertakten: Lüfterkurve anpassen, Übertaktungsbeispiel und Fazit
- Seite 5 Bildergalerie
- Seite 1 Grafikkarte übertakten: moderne Grafikkarten und ihr Takt
- Seite 2 Grafikkarte übertakten: Übertaktungs-Methoden und Testen des neuen Taktes
- Seite 3 Grafikkarte übertakten: MSI-Afterburner: so funktioniert Übertakten
- Seite 4 Grafikkarte übertakten: Lüfterkurve anpassen, Übertaktungsbeispiel und Fazit
