Wir haben vier Gaming-PCs von 630 bis 1900 Euro zusammengestellt und listen zudem 5 typische Fehler auf, die man bei der Hardware-Auswahl machen kann.
Zwei Gaming-PCs für 630 und 950 Euro
Wir kommen nun zu unseren vier Beispiel-PCs - die ersten beiden kosten 630 respektive 950 Euro. Der billigere PC rangiert dabei aber nicht am untersten Ende der Fahnenstange, sondern mit Abstrichen wäre sogar ein noch günstigerer Einstieg möglich - dazu später mehr. Wir haben für den 630 Euro-PC als GPU eine Intel Arc B580 mit 12GB RAM genommen.
Wir entscheiden uns zudem bei der CPU für einen Ryzen 7 5700X, der für unter 150 Euro acht Kerne bietet. Als SSD nehmen wir ein M.2-Modell mit 1000GB Speicherplatz - weniger zu nehmen lohnt sich nicht, ebenso sind SATA-SSDs mit 1000GB im besten Falle wenige Euro günstiger, nehmen aber Raum ein und benötigen Strom- und Datenkabel. Als Gehäuse haben wir für alle PCs ein ATX-Modell mit (mindestens) zwei Lüftern im Lieferumfang gewählt.
Das Mainboard des Einsteiger-PCs hat das µATX-Format und passt somit problemlos hinein. Für die Hardware reicht zudem unser 500 Watt-Netzteil locker aus. Wer den PC später deutlich erweitern will, kann aber auch ein stärkeres Netzteil einbauen. Viel von dem, was wir zum Einsteiger-PC gesagt haben, trifft auch auf den zweiten PC zu - bei SSD und RAM nehmen wir größere Kapazitäten, Gehäuse und Netzteil sind etwas hochwertiger. Kern des PCs sind aber der Prozessor, ein Core i5-14600KF, sowie die Grafikkarte, eine AMD Radeon RX 9060 XT mit 16GB Video-RAM. So sehen unsere beiden günstigeren PCs zusammengefasst aus:
| Komponente | Einsteiger-PC für 630 Euro | Mittelklasse-PC für 950 Euro | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Prozessor | AMD Ryzen 7 5700X (6 Kerne, 12 Threads), Tray | 110 Euro | Core i5-14600KF (12 Kerne, 20 Threads), tray | 180 Euro | |
| Mainboard | ASRock B550M-HDV (µATX) | 70 Euro | Gigabyte B760M H DDR4 | 90 Euro | |
| Arbeitsspeicher | 2x8GB G.Skil Aegis, DDR4-3200, CL16 | 30 Euro | 2x16GB G.Skil RipJaws V, DDR4-3200, CL16 | 60 Euro | |
| Grafikkarte | ASRock Arc B580 Challenger 12GB OC | 270 Euro | XFX Swift Radeon RX 9060 XT OC Edition 16GB | 370 Euro | |
| SSD | Western Digital WD Green SN3000, 1000GB | 55 Euro | Lexar NB790 M.2 PCIe 4,0, 2000GB | 110 Euro | |
| Gehäuse | AeroCool Quantum V2, GPUs bis 29,7cm | 40 Euro | Sharkoon VS9 RGB Black, GPUs bis 35cm | 55 Euro | |
| Netzteil | Thermaltake TR2 500 Watt | 40 Euro | MSI MAG A650BN, 650 Watt | 60 Euro | |
| CPU-Kühler | LC-Power Cosmo Cool LC-CC-95 | 15 Euro | Xilence M704 | 25 Euro | |
| Gesamtpreis | 630 Euro | Gesamtpreis | 950 Euro |
Wer unter 600 Euro bleiben muss, kann den günstigeren PC als Basis nehmen und nur eine AMD Radeon RX 6600 (ab 200 Euro) einbauen, die allerdings deutlich schwächer als die Intel Arc B580 ist. Als CPU wäre ein Core i3 für den Sockel 1700 noch akzeptabel, also der 12100F, 13100F oder 14100F für 70 bis 90 Euro inklusive Kühler. Diese CPUs haben allerdings nur vier Kerne und können nur acht Threads verwalten - trotzdem können sie für einen absoluten Budget-PC eine Option sein. Durch die günstigere CPU und Grafikkarte wäre der 630 Euro-PC am Ende etwa 100 Euro günstiger.
Quelle: PowerColor
Die fast 33cm lange PowerColor Red Devil Radeon RX 9070 XT für den 1900 Euro-PC passt gut in unser MSI-Gehäuse.
Zwei PCs für 1380 und 1900 Euro
Für den Oberklasse-PC, der uns 1380 Euro kostet, nehmen wir einen Intel Core Ultra 265KF als Prozessor - eine ähnlich teure Alternative wäre der AMD Ryzen 5 7600X, der in Anwendungen schwächer ist, aber weniger Strom benötigt. Die Grafikkarte ist eine Nvidia GeForce RTX 5070 für 570 Euro. Hat man etwas mehr Geld zur Verfügung, lockt der Sprung auf die etwas flottere AMD Radeon RX 9070 für 640 Euro. Im Vergleich zum 950 Euro-PC nehmen wir ein etwas hochwertigeres Gehäuse und Netzteil sowie eine etwas schnellere SSD, und auch der CPU-Kühler ist etwas stärker. Aus Layoutgründen folgt nun direkt unsere Tabelle mit den zwei PCs für 1380 und 1900 Euro, die Hinweise zu letzterem PC findet ihr unter der Tabelle:
| Komponente | Oberklasse-PC 1380 Euro | High-End-PC 1900 Euro | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Prozessor | Intel Core Ultra 265KF (14 Kerne, 20 Threads) | 300 Euro | Ryzen 7 9800X3D (8 Kerne, 16 Threads) | 490 Euro | |
| Mainboard | Asus Prime H810M-A WIFI (µATX) | 130 Euro | Gigabyte B850M DS3H (µATX) | 140 Euro | |
| Arbeitsspeicher | 2x16GB Corsair Vengeance DDR5-6000 CL36 | 85 Euro | 2x16GB Crucial Pro Overclocking DDR5-6000 CL36 | 90 Euro | |
| Grafikkarte | Asus Dual GeForce RTX 5070 OC | 570 Euro | PowerColor Hellhound Radeon RX 9070 XT | 730 Euro | |
| SSD | Lexar NM790 M.2 PCIe 4,0, 2000GB | 120 Euro | Partiot Viper VP3200 Lite, M.2, 4000GB | 240 Euro | |
| Gehäuse | LC-Power Gaming 709B Solar System X | 70 Euro | MSI MAG Forge 320R Airflow | 75 Euro | |
| Netzteil | Corsair Rme Series 2025, 650 Watt | 80 Euro | be quiet! Pure Power 12 M 650 Watt | 105 Euro | |
| CPU-Kühler | Sharkoon A40 | 25 Euro | Endorfy Fera 5 | 30 Euro | |
| Gesamtpreis | 1380 Euro | Gesamtpreis | 1900 Euro |
Für den 1900 Euro-PC nehmen wir die stärkste Gaming-CPU, den Ryzen 7 9800X3D. Etwa 130 Euro sparen könnt ihr durch den gut 10 Prozent langsameren Ryzen 7 7800X3D - andere CPUs über 300 Euro machen nur Sinn, falls ihr für bestimmte Anwendungen besonders viele Kerne benötigt. Die Grafikkarte unseres Top-PCs ist eine AMD Radeon RX 9070 XT, die 100 Euro weniger als die gleichschnelle Nvidia GeForce RTX 5070 Ti kostet sowie 150 Euro weniger als die nur wenige Prozent schnellere AMD Radeon RX 7900 XTX. Es gibt zwar noch stärkere Grafikkarten, deren Aufpreis wir aber für zu hoch halten - die Nvidia GeForce RTX 5080 kostet beispielsweise mit 1120 Euro über 50 Prozent mehr als die 9070 XT, leistet aber nur 16 Prozent mehr. Ein etwas besseres Gehäuse und Netzteil sowie die SSD, die doppelt so viel Platz wie beim Oberklasse-PC bietet, sind für unseren 1900 Euro-PC angemessen. Ihr könnt aber auch 150 bis 200 Euro sparen, wenn euch 2000GB bei der SSD ausreichen und ihr bei Gehäuse und Netzteil eher Standard-Ware auswählt.
