Wir haben vier Gaming-PCs von 630 bis 1900 Euro zusammengestellt und listen zudem 5 typische Fehler auf, die man bei der Hardware-Auswahl machen kann.
Gaming-CPUs
Sofern ihr eine moderne CPU verwendet, die mindestens 12 Threads verwalten kann, reicht sie auch für Top-Grafikkarten aus. Auf 12 Threads kommen bei AMDs Sockel AM5 alle Ryzen-CPUs mit 6 Kernen oder mehr, da sie pro Kern zwei Threads verwalten können. Bei Intel ist es ein wenig komplizierter, da es beim Sockel 1700 je nach Prozessor einen Mix aus den so genannten e- und p-Cores gibt. Nur die p-Cores können zwei Threads verwalten. Beim neueren Intel Sockel 1851 können p- und e-Cores nur einen Thread verwalten.
Für den Sockel 1851 sollte es daher mindestens ein Core Ultra 245K(F) sein, der 14 Kerne bietet. Beim Sockel 1700 wollen wir den Core i5-13600K(F) oder Core i5-14600K(F) als Minimum nennen, die beide 14 Kerne haben und 20 Threads verwalten können. Modelle mit weniger Kernen für den Sockel 1700 oder aus der älteren 12000er-Reihe solltet ihr bei einem relativ kleinen Gesamtbudget nehmen, falls ihr ansonsten auf eine halbwegs spielefähige Grafikkarte verzichten müsstet. Das F im Namen von Intel-Prozessoren steht übrigens nur dafür, dass keine interne Grafikeinheit vorhanden ist. Da ihr für einen Gaming-PC ja eine Grafikkarte verwendet, ist der Kauf der meist günstigeren F-Varianten zu empfehlen. Dies sind unsere 10 CPU-Empfehlungen:
| Prozessor | Sockel | Kerne (Threads) | Gaming-Leistung | Preis ab |
|---|---|---|---|---|
| Ryzen 7 9800X3D | AMD AM5 | 8 (16T) | 100 | 490 Euro |
| Ryzen 7 7800X3D | AMD AM5 | 8 (16T) | 89 | 360 Euro |
| Core i7-14700KF | Intel 1700 | 8p+12e (28T) | 81 | 310 Euro |
| Core Ultra 7 265KF | Intel 1851 | 8p+12e (20T) | 81 | 300 Euro |
| Ryzen 5 7600X3D | AMD AM5 | 6 (12T) | 81 | 300 Euro |
| Core i5-14600KF | Intel 1700 | 6p+8e (20T) | 76 | 190 Euro |
| Ryzen 5 9600X | AMD AM5 | 6 (12T) | 72 | 200 Euro |
| Ryzen 7 5700X | AMD AM4 | 8 (12T) | 63 | 120 Euro |
| Ryzen 5 5600X | AMD AM4 | 6 (12T) | 59 | 100 Euro |
| Core i5-12400F | Intel 1700 | 6 (12T) | 57 | 110 Euro |
Der schon recht betagte Sockel AM4 bietet, wie ihr seht, zwei gute Einsteiger-CPUs, die wie der Intel Core i5-12400F aber nicht als Basis für eine Top-Grafikkarte dienen sollten. Wenn es nur um Gaming geht, lohnt sich oberhalb des Core i7-14700KF keine Intel-CPU mehr. AMDs zwei X3D-Topmodelle sind beim Preis-Leistungsverhältnis einfach viel besser. Der Ryzen 7 9800X3D ist bei Spielen auch stärker als andere, teurere AMD-CPUs.
Grafikkarten-Empfehlungen
Bei Nvidia ist die RTX 4000er-Serie inzwischen obsolet, es kommen nur noch die Modelle der neuen GeForce 5000er-Reihen in Frage. Bei AMD sind neben der neuen Radeon RX 9060 XT - hier unsere Leistungsanalyse - und der Radeon RX 9070 und 9070 XT auch noch die Radeon RX 7600, RX 7800 XT und RX 7900 XTX im Rennen. Intel ist im Einsteigerbereich mit dabei. Folgende 10 Grafikartenreihen empfehlen wir aktuell, wobei die Preise die jeweils günstigsten Modelle jeder Reihe betreffen:
| Grafikkartenreihe | Leistungsindex | Preis ab |
|---|---|---|
| Nvidia GeForce RTX 5070 Ti | 96 | 810 € |
| AMD Radeon RX 9070 XT | 96 | 720 € |
| AMD Radeon RX 9070 | 84 | 640 € |
| Nvidia GeForce RTX 5070 12G | 79 | 570 € |
| AMD Radeon 7800 XT | 66 | 470 € |
| Nvidia GeForce RX 9060 XT (16GB) | 57 | 380 € |
| Nvidia GeForce RTX 5060 (8GB) | 46 | 300 € |
| Intel Arc B580 (12GB) | 40 | 290 € |
| Intel Arc B570 (10GB) | 37 | 250 € |
| AMD Radeon RX 7600 (8GB) | 36 | 250 € |
Ganz allgemein solltet ihr Grafikkarten, die nur 8GB Video-RAM haben, meiden. Im Einsteigerbereich unter 350 Euro haben wir als Ausnahme die AMD Radeon RX 7600 sowie die Nvidia GeForce RTX 5060 noch mit dabei gelassen, empfehlen aber die Intel Arc B580. Die AMD Radeon RX 9060 XT sowie Nvidia GeForce RTX 5060 Ti gibt es jeweils als Varianten mit 8GB und 16GB Video-Speicher, wobei die Nvidia-GPU deutlich teurer als die quasi gleichschnelle AMD-Grafikkarte ist und daher in der Tabelle fehlt.
Quelle: Asus
Eine ASUS Dual GeForce RTX 5070 OC verwenden wir auch in einem unserer Beispiel-PCs.
Komponenten für CPU-Übertaktung
Bei unseren vier noch folgenden Zusammenstellungen setzen wir auf Mainboards zwischen 70 und 140 Euro. Wer aber seine CPU übertakten will, sollte eher ein Mainboard ab 200 Euro aufwärts anvisieren, da in dieser Preisklasse die Übertaktungsoptionen sowie auch die Stabilität beim Übertakten besser sind. Neben dem Mainboard muss aber auch die CPU passen - bei Intel muss es eine K-CPU sein, also nicht ein Core i7-14700, sondern ein Core i7-14700K oder 14700KF. Bei AMDs Sockel AM5 sind die X3D-CPUs nicht übertaktbar, mit Ausnahme der drei Top-Modelle Ryzen 7 9800X3D und Ryzen 9 9900X3D sowie 9950X3D. Allerdings gelten diese drei Prozessoren dabei als Hitzköpfe, ein Übertakten ist nur für experimentierfreudige Gamer zu empfehlen. Neben einem passenden Mix von Mainboard und CPU braucht ihr nicht nur für diese drei X3D-CPUs, sondern für jeden Prozessor zudem noch einen ordentlichen CPU-Kühler zum Übertakten. Wir empfehlen ab 40 Euro bei einem Luftkühler und ab 80 Euro für einen All-In-One-Wasserkühler.
