Gaming-Monitore: Vor- und Nachteile IPS, TN, VA und OLED

Special Antonio Funes
Gaming-Monitore: Vor- und Nachteile IPS, TN, VA und OLED
Quelle: MSI

Wir erklären euch die Vor- und Nachteile der Monitor-Panelarten IPS, TN, VA und OLED. Außerdem gibt es weitere Wissenstipps und eine kleine Marktübersicht.

IPS-, TN- und VA-Panels

Die technischen Unterschiede zwischen IPS, TN und VA sind für euch als Nutzer eher Nebensache - die Praxisunterschiede sind aber durchaus wichtig. Besonders weitverbreitet haben sich TN-Panels, denn ihre Bauweise ist zum einen sehr günstig, zum anderen können die Subpixel sehr schnell ihre Position verändern, sodass auch ein Pixel flott seine Farbe ändern kann.

Man spricht bei der Dauer des Farbwechsels auch von der Reaktionszeit. Da in den Anfangszeiten der Flachbildschirme nur TN-Panels schnell genug für Gaming waren, haben diese zunächst den Markt in Sachen Spiele beherrscht - der Bonus der relativ niedrigen Kosten kam noch on top dazu.

Mit zu langsamer Reaktionszeit können sich ansonsten bei schnellen Kamerabewegungen Schlieren bilden. Ein Beispiel: In der Mitte des Bildes ist ein schwarzes Objekt, der Rest des Bildes ist eher hell. Ihr schwenkt nun die Kamera schnell nach links, sodass das Objekt nach rechts wandert. Die Pixel müssen sich also zuerst in der Bildmitte von dunkel nach hell ändern, dann ein Stück rechts von der Bildmitte und so weiter.

Dauert dies aber beispielsweise 20, 30 oder gar 50 Millisekunden, wird der Eindruck entstehen, dass das Objekt quasi ein Abbild von sich selbst hinter sich herzieht, also Schlieren zieht, weil die Pixel relativ lange noch dunkel bleiben.

Dell Alienware AW3223DWF Quelle: LG Dell Alienware Dell Alienware AW3223DWF, 21:9, UW-WQHD, OLED Vor vielen Jahren war TN den zwei Alternativen IPS und VA, wie erwähnt, bei der Reaktionszeit noch deutlich überlegen. Mittlerweile sind IPS und VA aber schon längst für Gaming uneingeschränkt tauglich - reinrassige Gaming-Monitore haben inzwischen fast nur noch IPS oder VA, obwohl die Panels weiterhin teurer als TN-Panels sind, allerdings nur noch geringfügig.

VA und IPS bieten im Gegensatz zu TN-Panels bessere Kontraste, eine authentischere Farbtreue sowie eine bessere Blickwinkelstabilität. Ist letztere schwach, kann das Bild schnell blass erscheinen, wenn ihr nicht exakt gerade vor dem Bildschirm sitzt. Das soll nun nicht heißen, dass TN-Panels stets blass und farblos sind - aber IPS und VA sowie OLED sind im Vorteil und sollten von euch bevorzugt werden.

OLED-Panels

Die Erklärungen rund um die Art und Weise, wie die Farbe bei einem Pixel entsteht, sind identisch zu IPS, TN und VA. Der riesige Unterschied ist aber, dass es keine Lichtquellen gibt, die von hinten die Pixel-Matrix anstrahlen. Bei OLED-Displays leuchtet vielmehr jedes Pixel aktiv von selbst.

Der große Vorteil ist, dass die Farben noch kontrastreicher sind sowie dass ein echtes, knackiges Schwarz zustande kommen kann, indem das Pixel sich einfach abschaltet. Bei den klassischen Panel-Typen schimmert selbst bei auf 0 positionierten Subpixeln ein wenig Licht hindurch, sodass schwarze Pixel eher nur ein extremes Dunkelgrau darstellen.

Manche Bereiche des Displays können zudem heller als andere Stellen sein, sodass sich hellere Wolken abbilden - man spricht dabei auch von Clouding, was vor allem bei dunklen Szenen, (fast) schwarzen Ladebildschirmen oder schwarzen Balken bei Filmen sichtbar sein kann.

Bei OLED gibt es diesen Effekt nicht, dafür ist die maximale Helligkeit meist etwas niedriger als sie bei IPS, TN oder VA möglich sein kann. Außerdem können OLED-Panels noch dünner gebaut werden, da man keinen Platz mehr für separate Lichtquellen benötigt. Der Nachteil bei OLED ist, dass die Panels noch immer relativ teuer sind. Ein weiterer angeblicher Nachteil ist, dass sich Bilder bei OLED einbrennen können.

Ein Einbrennen ist aber bei halbwegs modernen Panels dank verschiedener Techniken, die im Hintergrund oder auch als Wartungs-Feature ablaufen, kaum mehr möglich. Nicht verwechseln darf man Einbrennen mit einem leichten Nachleucht-Effekt, der für eine kurze Zeit vorkommen kann, wenn beispielsweise ein Logo in einer Ecke für viele Stunden in einer Ecke vor sich hin leuchtete.

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