Monitore: Panel-Typen und Gaming-Features
Special
Welche Monitore sind die besten für Gamer und was kosten sie? Einen Monitor sollte man in Ruhe auswählen, da man ihn viele Jahre nutzt - doch was sollte man beachten? Wir klären auf über Themen wie Panel-Typen und OLED, geben aber auch Tipps zu Fragen wie der Größe, Auflösung, dem Seitenverhältnis und Gaming-Features. Außerdem haben wir eine Marktübersicht mit 60 Monitoren ab 27 Zoll vorbereitet.
Panel-Typen
Vor wenigen Jahren gab es an sich kaum eine andere Wahl als TN, wenn es um einen Spielemonitor geht. TN-Panels sind besonders reaktionsschnell und gleichzeitig günstig herzustellen. Wer nur TN kennt, wird auch qualitativ nichts vermissen, was man der Technik zuweisen könnte. Doch bei den beiden anderen relevanten Panel-Typen IPS und VA gibt es Vorteile bei der Bildqualität, die man im direkten Vergleich zu TN sehen kann: Farbe und Kontrast sind bei IPS und VA besser. Dies ist aber nur eine grobe Einstufung, denn natürlich kann es auch sehr gute TN-Panels geben, die einem eher schwachen IPS- oder VA-Panel überlegen sind.
In diesem Artikel
Inzwischen haben sich IPS und VA aber ohnehin weitestgehend durchgesetzt, was Gaming-Monitore angeht. Denn die Produktion ist mittlerweile nur noch ein wenig teurer als bei TN, und auch eine alte Schwäche von IPS und VA, nämlich eine relativ langsame Reaktionszeit, ist heutzutage kein Thema mehr. Eine für Gaming ungeeignete Reaktionszeit würde dazu führen, dass man schlierenartige Effekte erkennt. Dies war auch bei TN in den Anfangsjahren noch ein Problem, aber dort bekam man dies immer besser in den Griff, genauso wie nun auch bei IPS und VA, die lange Zeit eher als Gaming-ungeeignete Lösung für professionellere Anwender galten. Neben dem Gesamtbild bieten VA und IPS auch Vorteile bei der Blickwinkel-Stabilität: Bei TN kann es eher zu dem Effekt kommen, dass die Farben der Pixel etwas anders wirken, wenn man nicht exakt von vorne auf das Panel schaut, also den Blickwinkel ändert.
Gaming-Features
Es gibt zwei Dinge, die einem Monitor in Sachen Gaming klare Pluspunkte verschaffen: Eine hohe Bildwiederholfrequenz sowie eine Adaptive Sync-Technik. Durch eine hohe Bildwiederholfrequenz mit Werten wie 144 Hz kann das Bild ruhiger wirken, zudem sieht man im Zweifel mehr Bilder und diese auch etwas früher als beim Standardwert von 60 Hz. Hz steht für Hertz, also Ereignisse pro Sekunde. Bei 60 Hz stellt der Monitor 60 Bilder pro Sekunde dar, bei 144 Hz logischerweise 144 Bilder pro Sekunde. Sofern der PC genügend FPS berechnen kann, sieht man also bei 144 Hz alle knapp 7ms ein neues Bild - bei 60 Hz sind es knapp 17ms - ein Unterschied von 10ms. Das bedeutet, dass ihr mit 144 Hz quasi einen Ping habt, der um 10 besser ist als mit einem 60 Hz-Monitor. In sehr schnellen Spielen kann das der minimale Vorteil sein, der euch ein besseres Endergebnis verschafft. Selbst falls der PC nur 50 FPS schafft, kann der höhere Hz-Wert ein Vorteil sein, da es ganz einfach mehr Momente pro Sekunde gibt, in denen ein schneller Monitor ein soeben fertig gerendertes Bild anzeigen kann.
Quelle: videogameszone.de
So kann Tearing aussehen, wenn man einen Screenshot von dem Effekt macht - in Echzeit wirkt es zwar weniger krass, aber man sieht einen deutlichen Versatz.
Das zweite wichtige Gaming-Feature ist eine Adaptive Sync-Technik wie Freesync oder G-Sync. Letzteres ist die Sync-Technik von Nvidia, die aber mittlerweile praktisch keine Rolle spielt. Denn G-Sync erfordert eine Hardware-Anpassung beim Monitor, die den Kaufpreis erhöht, bei Freesync ist dies nicht nötigt. Inzwischen sind Nvidia-Grafikkarten auch zu Freesync kompatibel, so dass teurere G-Sync-Monitore an sich keine Daseinsberechtigung mehr haben. Mit G-Sync oder Freesync passiert folgendes: Der Monitor passt seinen Hz-Wert an den FPS-Wert an, den der PC liefert.
Es wird also immer genau ein fertiges Bild dargestellt. Ohne Sync-Technik kann es passieren, dass der Monitor ein Bildupdate anfragt, der PC aber erst ein halbes neues Bild berechnet hat, so dass die andere Hälfte noch aus dem vorigen Bild besteht. Bild und Bildwiederholfrequenz sind also nicht synchron. Da Bilder vertikal berechnet werden, kann es bei schnellen, seitlichen Kamerabewegungen dazu kommen, dass die obere Bildhälfte etwas seitlich versetzt zur unteren Hälfte ist, weil in der einen Hälfte noch der Kamerawinkel von kurz zuvor als Berechnungsbasis diente. Dies macht sich mit einer Art Riss im Bild bemerkbar, was man auch Tearing nennt. G- oder Free-Sync synchronisieren Bildberechnung und Bildwiederholrate, so dass Tearing vermieden wird.
Ein Nachteil entsteht dabei aber: Wenn der PC zum Beispiel maximal 55 bis 60 FPS erreicht, hat man im Grunde genommen keinen echten Vorteil durch einen 144-Hz-Monitor -zumindest in Spielen. Aus Erfahrung kann man aber bestätigen, dass 144 Hz auch im Alltag unter Windows ein etwas angenehmeres Gefühl bei bewegten Bildern und beim Mauszeiger erzeugt. Alternativ zu einer Adaptive Sync-Technik kann man auch softwarebasiert V-Sync nutzen, wobei es aber passieren kann, dass der resultierende FPS-Wert beschnitten werden muss, so dass man weniger FPS hat, als der PC bieten könnte.
