Der Core 2 Duo Speicherwegweiser

Special Michael Galuschka

Wie schnell kann, darf, soll oder muss Hauptspeicher für den Core 2 Duo sein? Wir haben alle handelsüblichen Konfigurationen durchgetestet und sagen Ihnen, welcher Speicher es für welchen Prozessor sein sollte.

Auf mein Kommando


Ein weitererer Leistungsfaktor ist die »Command Rate«. Diese Option findet sich ebenfalls im Bios und beträgt 1T oder 2T, wobei das T wiederum für Takte steht. Die Command-Rate-Option gehört nicht zu den Spezifikationen des Speichermoduls selbst. Die Verfügbarkeit hängt vielmehr vom Mainboard bzw. dem verwendeten Chipsatz ab.

Sie gibt an, wie lange ebenjener Chipsatz braucht, um den gerade nötigen Speicherbaustein auf einem RAM-Modul zu finden. Bei 1T geschieht das ohne Zeitverlust und quasi in einem Aufwasch mit den sonstigen Lese-/ Schreibbefehlen. Bei 2T benötigt er einen zweiten Taktzyklus, was zumindest theoretisch mit Leistungsverlust einhergeht. Im Test waren die Auswirkungen vor allem bei niedrigen Taktraten spürbar: Die Werte für den Lesedurchsatz und die Zugriffszeit verbessern sich mit aktiviertem 1T mitunter um über 20 Prozent. Hier ein paar Vergleichswerte:

Gerade für DDR2/533 und DDR2/667 ist die »1T Command Rate«-Option also durchaus von Nutzen. Allerdings vermag bei weitem nicht jede Chipsatz/RAM-Kombination damit stabil laufen. Neben Instabilitäten und Abstürzen kann es damit auch zu ärgerlichen Datenfehlern kommen.

Die Speicherpraxis


Soweit also erstmal die graue Benchmark-Theorie. Sie zeigt einerseits, dass mit verschiedenen Speicherarten durchaus enorme Leistungszuwächse möglich sind. Auf der anderen Seite sieht es vorerst eher schlecht für den superteuren Highend-Speicher aus: Der grundsätzliche Nutzen ist bei weitem nicht so hoch, wie es uns die Hersteller und vor allem die gepfefferten Aufpreise weismachen wollen.

3DMark 06


Als nächster Test folgten Durchläufe mit dem 3DMark 06. Er ist einerseits ein synthetischer, also rein künstlicher Benchmark. Andererseits entspricht er in Sachen Hardwareanforderung ungefähr dem, was auch Spiele verlangen.

Bereits nach einer Viertelstunde konnten wir den Versuch wieder abbrechen: Zwischen DDR2/533 bei 5-5-5-15 und DDR2/1000 bei 4-4-4-12 lagen gerade einmal läppische 23 Punkte (6.286 zu 6.263) oder anders ausgedrückt knapp 0,4%, also praktisch gar nichts.

Spieletests


Also geht es gleich weiter mit echten Praxistests in Form von Spielen. Hier waren die Ergebnisse mitunter deutlicher, insgesamt aber auch etwas ernüchternd. Die Spanne reicht hier von immerhin etwa 10 Prozent (Quake 4) bis hin zu fast Null, ähnlich wie beim 3DMark 06. Allerdings lässt sich schlecht sagen, ob und wie stark beim Durchlauf einer typischen Benchmarkszene die RAM-Performance weniger Einfluss hat als beim normalen Spielen.

Sonderfall Overclocking


Quasi zum Abschluss noch ein großes ABER: Alles bisher Gesagte gilt nur für einen »serienmäßigen« Core 2 Duo, also wenn er nicht übertaktet läuft. Auch mit einem geänderten Multiplikator -- eh nur bei der Extreme-Version möglich -- ändert sich daran nichts. Wohl aber dann, wenn man am Systemtakt herumspielt, wonach die Core 2 Duo wie bereits gezeigt ja geradezu schreien. Der Systemtakt bzw. FSB (Front Side Bus) definiert die Geschwindigkeit, mit der die CPU und das restliche System miteinander kommunizieren und bestimmt somit auch die maximale Übertragungsrate.

Da fliegt die Kuh


Schon bei einem von 266 auf 300 MHz hoch gesetzten FSB sieht das Bild dann auch tatsächlich anders aus. Zunächst mal steigert sich der Schreibdurchsatz von gut 4.800 auf knapp 5.500 MB/Sekunde, wovon jede Modulart gleichermaßen profitiert. Gleichzeitig schlägt jetzt aber die Stunde des extrateuren Super-RAMs. Beim normalen DDR2/800-Modul mit 5-5-5-12 tut sich sowohl bei der Leseleistung als auch der Zugriffszeit kaum noch etwas. Hier ist also nun nicht mehr der FSB, sondern tatsächlich der Speicher selbst der Flaschenhals.

Mit DDR2/1000 und den schärferen Timings 4-4-4-12 verbessern sich beide Werte um jeweils gut 10 Prozent. Das steigert zwar die Gesamtperformance eines Systems trotzdem nur unwesentlich. Doch zumindest hat man hier das viele Geld für den extrateuren Überspeicher nicht mutwillig in den Wind geschossen. Und wer sich etwa einen X6800 EE leisten kann, wird auch noch den ein oder anderen Euro für das RAM übrig haben. Wer seinen normalen Core 2 Duo hingegen nicht oder kaum übertaktet betreibt, kann sich das Geld sparen.

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