Wie schnell kann, darf, soll oder muss Hauptspeicher für den Core 2 Duo sein? Wir haben alle handelsüblichen Konfigurationen durchgetestet und sagen Ihnen, welcher Speicher es für welchen Prozessor sein sollte.
Bei den meisten Titeln -- hier das brandneue Company of Heroes -- ist der Vorteil durch schnelleren Speicher vernachlässigbar.
Wenn es an den Speicherkauf für das neue Core 2 Duo-System geht, sind sich selbst Hardware-Kenner unsicher. Der Prozessor ist schließlich extrem schnell, muss es das RAM also auch unbedingt sein? Bremse ich den PC sonst aus? Was bringt der teure Edelspeicher wirklich? Lohnt es sich für bessere Eckdaten, gleich mal 30, 40 oder gar 50 Euro mehr pro Gigabyte auszugeben? Schließlich haben die allerwenigsten Spieler die Möglichkeit, vor dem Kauf verschiedene Konstellationen durchzuprobieren.
Von Takten und Zyklen
Üblicherweise wird in einem Core 2 Duo-System Speicher vom DDR2-Typ mit 667 oder 800 MHz Taktrate zum Einsatz kommen. Rein technisch gibt es keine Beschränkungen, was die verwendbaren MHz-Zahlen angeht. Sie können also durchaus auch 533-MHz-Speicher aus einem älteren P4-System weiter benutzen. Auf der anderen Seite der Leistungsskala bieten die Hersteller dann Module der Sorte DDR2/900, DDR2/1000 oder gar DDR2/1066 an -- da wird es dann aber so richtig teuer.Die CAS Latency
Spiele mit der id-Engine wie Quake 4 reagieren mit am deutlichsten auf gesteigerte Taktraten -- sie laufen um bis zu 10% schneller.
Neben der MHz-Angabe unterscheiden sich die RAM-Riegel vor allem durch die CL-Angabe, die für die »CAS Latency« (Column Address Strobe) steht. Den Aufbau eines Moduls kann man sich wie ein leeres Excel-Blatt vorstellen. Die Speicherzellen sind in fein sortierten Reihen Rows) und Spalten (Columns) angeordnet. Zuerst wird die Reihe ausgesucht und komplett in einen Zwischenspeicher ausgelesen. Anschließend folgt der Lesebefehl für eine bestimmte Spalte in dieser Reihe. Der Inhalt der so ermittelten Speicherzelle wird ausgelesen und an den entsprechenden Pin des RAM-Moduls zum »Abholen« geleitet. Die Zeit zwischen Lesesignal und Abholbereitschaft nennt man eben CAS Latency und wird in Taktzyklen (Abkürzung CL für Cycle Lengths) angegeben.Von Zelle zu Zelle
In den technischen Angaben zu einem RAM-Modul finden Sie meist eine ganze Reihe solcher Zahlen, etwa 5-5-5-15, die weitere Latency-Werte angeben. Da Speicher oft sequentiell beschrieben wird, ist die CAS Latency der wichtigste Wert: Die (schon ausgelesene) Reihe stimmt bereits, und es muss nur per neuer Column-Address-Anweisung zur nächsten Zelle »gehüpft« werden -- schon kommt wieder der CAS-Wert zum Tragen.Während beim vom Sockel 939 her bekannten DDR-Speicher die häufigste Kategorie CL2,5 war, sieht die Spezifikation für DDR2-Speicher nur Ganzzahlen vor. Herkömmlicher DDR2-Speicher hat eine CL von 4 oder 5. Auf den folgenden Seiten wollen wir das ähnlich handhaben, wobei die erste Zahl für die CAS Latency steht. Insgesamt haben wir mit vier verschiedenen Konfigurationen getestet: 5-5-5-15, 4-4-4-12, 3-3-3-9 und 2-2-2-7.
Aktuelle Marktpreise
Je höher die Taktrate und je niedriger die CAS Latency, desto teurer ist ein Speichermodul. Wegen der schwierigen technischen Machbarkeit schießen die Preise exorbitant in die Höhe, wenn ein Modul gleichzeitig hoch taktet und dabei einen niedrigen CL-Wert aufweist. Übrigens hängen die beiden Werte bis zu einem gewissen Grad zusammen: Sehr niedrige CL-Werte deuten auf sehr gute Übertaktbarkeit hin. Und umgekehrt lässt sich etwa ein DDR2/1000-Modul mit CL5 bei geringeren Taktraten (667/800) auch mit niedrigeren CL-Werten von 3 oder 4 betreiben.
Hier die Preis-Richtwerte eines durchschnittlichen 1-GB-Markenriegels (Stand Mitte September). Der Index in der letzten Zeile gibt an, wie teuer das Modul im Vergleich zur Referenz mit dem Wert 100% ist. Als Referenz dient ein DDR2/667-Riegel mit CL5, weil es bis zum Auftauchen des Core 2 Duo wohl das »üblichste« und meistverkaufte DDR2-Modul war.
Wie Sie sehen, gehen die Preise recht schnell nach oben. Kaufen Sie sich etwa DDR2/800-Speicher mit CL4, so sind schon 26% Aufpreis gegenüber einem DDR2/667, CL5 fällig. Bei einer mehr und mehr üblichen 2-GB-Bestückung macht das immerhin 60 Euro aus.
