Hardwarepreise: CPUs, RAM und Fazit
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Die Corona-Pandemie hat inzwischen große Teile der Welt im Griff - im Januar sorgte das Virus für Produktionsausfälle in China und anderen asiatischen Staaten, und manch einer befürchtete damals abseits der gesundheitlichen Aspekte auch höhere Hardwarepreise. Wir haben uns Grafikkarten, CPUs, RAM und SSD angesehen und prüfen, ob es bereits einen Preis-Effekt gibt.
Prozessoren und RAM
Bei den CPUs haben wir von AMD und Intel die jeweils fünf beliebtesten CPUs unter 550 Euro unter die Lupe genommen. Teurer sind vier der CPUs geworden. Der höchste Betrag dabei lautet 16 Euro und entspricht nur gut drei Prozent, da es sich um den ohnehin teuren Intel Core i9-9900K (529 Euro) handelt. Prozentual liegt das Maximum bei guten sechs Prozent Anstieg, und zwar beim AMD Ryzen 7 2700X, was wegen seines Preises von 173 Euro aber auch lediglich 10 Euro ausmacht.
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Sechs Prozessoren sind seit Januar günstiger geworden, vier davon sogar deutlich: Der AMD Ryzen 9 3900X sank von 499 Euro um 70 Euro auf 429 Euro, und jeweils um 11 bis 13 Prozent günstiger sind die AMD-Modelle Ryzen 7 3700X und 3800X sowie der AMD Ryzen 5 3600, was zwischen 25 und 40 Euro ausmacht.
Quelle: PC Games Hardware
Obwohl der Ryzen 5 3600 enorm gefragt ist, wurde er in den Wochen immer günstiger.
In der Summe sind die 10 Prozessoren um 4,5 Prozent günstiger geworden, wobei die AMD-CPUs durchschnittlich um 8,6 Prozent im Preis sanken, die Intel-Modelle wiederum sind im Schnitt minimal teurer geworden (um 1,1 Prozent).
Nun kommt unsere letzte Produktgruppe, die wir uns angeschaut haben: Arbeitsspeicher. Wir haben uns dabei die 10 beliebtesten 16GB-Kits mit einem Takt ab 3200 MHz vorgenommen. Im Durchschnitt kosteten sie im Januar etwas über 83 Euro - heute sind es gute 88 Euro. Dies ist ein Anstieg von sechs Prozent. Die meisten Kits wurden zwischen vier und acht Prozent teurer, ein Kit (G.Skill Aegis DDR4-3200) gar um fast 14 Prozent, was aber durch den günstigen Preis von immer noch unter 75 Euro auf der anderen Seite nur neun Euro sind. RAM wurde aber schon vor dem Januar teuer, denn im Vergleich zum November beträgt der Anstieg im Durchschnitt über 10 Prozent - bei drei Kits sind es sogar 15 bis 22 Prozent mehr, was in Euro ausgedrückt zwischen 10 und 18 Euro sind. Manche der Kits waren im Dezember besonders günstig, so dass sie heute im Vergleich zu Dezember bis zu 27 Prozent teurer geworden sind.
Fazit: Kein klarer Effekt zu sehen
Unser Fazit ist recht klar: Wir sehen bisher keinen eindeutigen Preis-Effekt, den man mit Gewissheit auf eine wegen der Corona-Pandemie zurückgefahrene Produktion schieben kann.
Quelle: G.Skill
G.Skill Trident Z Neo
AMD-Grafikkarten sind seit Januar ein wenig günstiger geworden, Nvidia-Modelle sind beim Preis fast gleichgeblieben mit einer minimalen Tendenz nach oben. Bei SSDs in den Größenklassen 500GB und 1TB gibt es Anstiege von sechs respektive 11,5 Prozent, die aber nicht zwingend mit der Produktionsmenge zu tun haben müssen. CPUs von AMD sind teils merkbar günstiger zu haben, die von Intel sind teils etwas teurer, teils etwas günstiger als noch im Januar. Beim RAM gibt es einen ähnlichen Anstieg wie bei 500GB-SSDs, nämlich sechs Prozent. Wer heute seinen PC aufrüsten oder neu zusammenstellen will, muss also bisher keine nennenswerten Aufpreise im Vergleich zum Monat Januar bezahlen beziehungsweise kann sogar Aufpreise bei der einen durch Preisnachlässe bei der anderen Hardware-Kategorie ausgleichen. Die folgende Tabelle fasst unsere Ergebnisse zusammen: ihr seht die Durchschnittspreise der betrachteten Kategorien für den jeweils 12. Tag der Monate November bis März in Euro. Die beiden Spalten rechts zeigen, wie sich die Preise prozentual zwischen Januar und März sowie, als Vergleich, seit November geändert haben.
| Kategorie | Preis 12.11. | Preis 12.11. | Preis 12.1 | Preis 12.2. | Preis 12.3 | Dif. Jan-März | Dif. Nov-März |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| AMD Radeon RX 5700 | 366 | 361 | 346 | 347 | 338 | minus 2,3% | minus 7,5% |
| AMD Radeon RX 5700 XT | 436 | 432 | 525 | 416 | 410 | minus 3,5% | minus 6,0% |
| Nvidia GeForce RTX 2060 Super | 416 | 414 | 415 | 414 | 423 | plus 1,8% | plus 1,7% |
| Nvidia GeForce RTX 2070 Super | 565 | 566 | 551 | 554 | 562 | plus 1,9% | minus 0,7% |
| Nvidia GeForce RTX 2080 Super | 787 | 785 | 783 | 776 | 788 | plus 0,6% | plus 0,1% |
| SSDs M.2-Format 480 bis 512 GB | 91 | 89 | 93 | 100 | 103 | plus 11% | plus 14,1% |
| SSDs M.2-Format 960 bis 1000 GB | 153 | 151 | 159 | 166 | 169 | plus 5% | plus 10,4% |
| Prozessoren AMD und Intel | 321 | 321 | 317 | 312 | 302 | minus 4,5% | minus 5,9% |
| RAM, 16GB, mind. DDR4-3200 | 80 | 77 | 83 | 91 | 88 | plus 6% | plus 10,9% |
All dies ist freilich nur ein Blick auf die laut PC Games Hardware-Preisvergleich jeweils 10 beliebtesten Artikel einer jeden Produktkategorie, bei dem wir die vor Wochen bei einigen geäußerte Sorge vor möglichen Preisanstiegen zum Anlass genommen haben, die Preisentwicklung zu betrachten. Was wir natürlich auch nicht wissen ist, ob die Produkte, die bisher nicht teurer geworden sind oder sogar weniger als im Januar kosten, möglicherweise ohne den Einfluss von Covid-19 heute eigentlich (noch) günstiger sein müssten. Ob sich in den nächsten Wochen preislich mehr tut, was am Ende doch im Zusammenhang mit dem Corona-Virus und den damit einhergehenden Einschränkungen bei der Hardwareproduktion steht, kann man ohne eine deutlich intensiviere Analyse nicht genau beurteilen. Und ohnehin ist die Frage, ob die Preise nun um ein paar Euro steigen oder nicht, eher eine Kleinigkeit im Vergleich zu der Frage, wie gut wir alle mit der Covid-19-Pandemie zurechtkommen werden. Bleibt gesund!
