Hardwarepreise: Vorgehensweise, AMD-Grafikkarten

Special Antonio Funes
Hardwarepreise: Vorgehensweise, AMD-Grafikkarten
Quelle:  Gainward

Die Corona-Pandemie hat inzwischen große Teile der Welt im Griff - im Januar sorgte das Virus für Produktionsausfälle in China und anderen asiatischen Staaten, und manch einer befürchtete damals abseits der gesundheitlichen Aspekte auch höhere Hardwarepreise. Wir haben uns Grafikkarten, CPUs, RAM und SSD angesehen und prüfen, ob es bereits einen Preis-Effekt gibt.

Vorgehensweise

Um zu schauen, ob es bei der ein oder anderen Komponente in letzter Zeit Preisanstiege gab, haben wir die Preiskurven diverser Produkte aus dem Preisvergleich unserer Kollegen der PC Games Hardware unter die Lupe genommen und die Preise vom jeweils 12. Tag der Monate November bis März notiert. Bei Ausreißer-Preisen zum Beispiel wegen eines Sonderangebotes, die ausgerechnet an einem 12. des Monats auftraten, haben wir den Preis des Tages devor oder danach verwendet. Wir haben uns dabei vor allem auf Dinge konzentriert, die man typischerweise ohne großen Aufwand und ohne dass man weitere Komponenten kaufen muss anschaffen kann: Grafikkarten, SSDs und Arbeitsspeicher. Aber auch bei beliebten CPUs sehen wir näher hin. Bei Mainboards, Gehäusen und anderen Komponenten gibt es eine zu große Bandbreite, so dass wir hier auf eine nähere Analyse verzichten.

Dafür blicken wir bei Grafikkarten auf gleich fünf bei Gamern beliebte Grafikkarten-Serien (AMD Radeon RX 5700 und 5700 XT sowie Nvidia GeForce RTX 2060 Super, 2070 Super und 2080 Super) und dort wiederum jeweils auf 10 derzeit auch gut verfügbare Custom-Modelle, die im PC Games Hardware-Preisvergleich besonders gefragt sind, was die Anzahl der Zugriffe angeht. Insgesamt sind es also 50 Grafikkarten, deren Preisentwicklung wir analysiert haben. Die Anzahl der Zugriffe im Preisvergleich ist zwar kein Nachweis, aber zumindest ein Indiz für die Beliebtheit einzelner Modelle. Somit haben wir am Ende einen relativ verlässliche Einschätzung darüber, ob beispielsweise bei den Modellen der Nvidia GeForce RTX 2070 die Preise eher gestiegen, gesunken oder gleichgeblieben sind, da wir die 10 vermeintlich beliebtesten Modelle betrachten.

Gigabyte Aorus RX 5700 XT Quelle: Gigabyte Gigabyte Aorus RX 5700 XT Für den Betrachtungs-Zeitraum gilt: Wir schauen uns die Preise aus dem Januar, als Covid-19 in China als Epidemie eingestuft wurde, so dass dort auch Fabriken teilweise die Arbeit einstellten, bis heute an. Zur Kontrolle nehmen wir aber auch die Preise aus den Monaten November und Dezember sowie vom Februar, um je nach Einzelfall auch einen allgemeineren Trend beschreiben zu können, aber auch um Ausreißer-Werte nicht zu übersehen. Sollte sich dort aber nichts Ungewöhnliches zeigen, vergleichen wir einfach nur den Preis vom 12. Januar mit dem vom 12. März pro Produkt und auch als Durchschnitt einer Produkt-Kategorie. Am Ende des Artikels haben wir noch eine kleine Tabelle mit den betrachteten Produktkategorien vorbereitet, welche die Preise von November bis heute zeigt.

AMD Radeon RX 5700 und 5700 XT

Unter den 10 beliebtesten Modellen der beiden Radeon 5700er-Serien sind Grafikkarten von ASRock, Asus, Gigabyte, MSI, PowerColor, Sapphire und XFX. Was die Radeon RX 5700 angeht, so berechnen wir im Schnitt einen Preisnachlass von guten zwei Prozent zwischen Januar und heute. Drei der 10 Modelle sind teurer geworden, wobei es sich um Steigerungen von maximal 5,6 Prozent handelt - In diesem Fall geht es um eine Sapphire Pulse Radeon RX 5700 8G für aktuell 358 Euro, die allerdings speziell im Januar relativ günstig war (339 Euro) und trotzdem günstiger als im November und Dezember (365 bis 375 Euro) ist. Sofern Modelle teurer geworden sind, dann um maximal 19 Euro. Seit November sind die 10 Radeon RX 5700-Modelle übrigens im Durchschnitt 7,5 Prozent günstiger geworden.

Was ist mit der AMD Radeon RX 5700 XT? Hier sind neun der 10 betrachteten Modelle günstiger geworden, und zwar meist um zwei bis fünf Prozent, was bis zu 20 Euro ausmacht. Ein Modell von Asus kostet gar 50 Euro weniger als noch im Januar. Das einzige Modell, das nicht günstiger geworden ist, ist die Sapphire Nitro+ Radeon RX 5700 XT 8G: Sie kostet seit Anfang des Jahres relativ konstante 439 Euro. Im Schnitt sind die 5700 XT-Varianten um 3,5 Prozent günstiger geworden - dies entspricht 15 Euro. Im Vergleich zum November zahlen Gamer für die 10 Modelle aktuell im Durchschnitt 6 Prozent weniger.

  1. Seite 1 Hardwarepreise: Corona und Produktionsausfälle
  2. Seite 2 Hardwarepreise: Vorgehensweise, AMD-Grafikkarten
  3. Seite 3 Hardwarepreise: Nvidia-Grafikkarten und M.2-SSDs
  4. Seite 4 Hardwarepreise: CPUs, RAM und Fazit
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