Cloudgaming: Vorteile

Special Antonio Funes
Cloudgaming: Vorteile
Quelle: Nvidia

Beim Cloudgaming sendet ein Anbieter das Game als Videostream zum Spieler. Doch wie genau funktioniert das, und was muss man beachten, um über eine Cloud zu spielen? Welche Nachteile muss man bedenken, und welche Anbieter-Konzepte gibt es? Diese Fragen klären wir und listen euch auch die wichtigsten Anbieter für Cloudgaming und deren Konzepte auf.

Vorteile von Cloudgaming

Sofern man einen passenden Internetzugang hat und sich nicht am Konzept des Anbieters stört, was die Besitz- und Nutzungsrechte der Spiele angeht, kann Cloudgaming viele Vorteile bieten. Zum einen kann man quasi überall spielen - viele Services sind zum Beispiel per Smartphone oder Tablet spielbar, sodass man beispielsweise auch im Urlaub seine gewohnten Games weiter betreiben kann. Noch flexibler ist es per Laptop, da nicht jedes Game auf eine Touch-Steuerung ausgelegt ist. Eine andere Variante ist das Steuern der Games über ein Gamepad, das kompatibel zum Smartphone oder auch einem Smart-TV mit einer Cloudgaming-App ist.

Noch wichtiger erscheint uns aber der Vorteil, dass man keine teure Hardware mehr benötigt. Zu konkreten Services und deren Preisen kommen wir noch, aber als Rechenbeispiel: Es gibt einen Service, bei dem man für knapp 20 Euro pro Monat Sessionen von bis zu 8 Stunden mit einer PC-Leistung einer Oberklasse-CPU in Verbindung mit einer GeForce RTX 3080 wahrnehmen kann. Allein was die Grafikkarte angeht, kann es sich rentieren.

Denn mal angenommen, man kauft sich eine RTX 3080 Grafikkarte und rechnet damit, sie nach zwei Jahren noch zum halben Preis verkaufen zu können. Dann investiert man effektiv etwa 400 Euro (800 Euro Kaufpreis minus dem Restwert der Grafikkarte). Natürlich muss man Ende für sich selbst durchrechnen, ob sich die Abo-Kosten eines solchen Services rentieren. Aber es kann sich durchaus sogar auszahlen, anstelle eines neuen PCs oder einer teuren Aufrüstung auf Cloudgaming zu setzen. Vor allem von Herbst 2020 bis Anfang 2021 war dies sogar eine recht clevere Option, da in dem Zeitraum ja die Grafikkarten-Preise explodierten und teils bis zum Dreifachen der UVP reichten.

In solche Controller wie in das Razer Kishi V2 kann man ein Smartphone einspannen und hat damit eine Art Handheld - auch für Cloudgaming bietet sich dies an. Quelle: Razer In solche Controller wie in das Razer Kishi V2 kann man ein Smartphone einspannen und hat damit eine Art Handheld - auch für Cloudgaming bietet sich dies an. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr euch nicht um Treiberupdates kümmern müsst, und zumindest bei den Cloudgaming-Anbietern mit Spielen auf den eigenen Servern kommt noch hinzu, dass ihr Spiele nicht mehr selbst installieren und updaten müsst. Denn wenn ein Spiel bereits im Portfolio des Anbieters vorhanden ist, dann ist das Game natürlich schon in der aktuellen Version auf dem Server installiert. Als Gamer startet man das Spiel einfach und hat stets schon die aktuelle Version zur Verfügung. Man muss sich keine Sorgen um den Speicherplatz machen und wird beim Starten eines Spiels nicht auf Meldungen wie "Es muss erst in Update von 12,8GB durchgeführt werden, bevor das Spiel gestartet werden kann" stoßen.

Cloudgaming: Nachhaltigkeit

Ob Cloudgaming in der Summe nachhaltiger ist als das Setzen auf einen eigenen starken PC respektive eine Spielekonsole, ist schwer zu beurteilen. Für Nachhaltigkeit spricht, dass die Anbieter natürlich aus ihrem Gewinnstreben heraus alles dafür tun, möglichst energieeffizient zu sein. Man kann daher davon ausgehen, dass der Strombedarf für das Berechnen von Games bei ansonsten identischen Grafikeinstellungen geringer ist als über einen privaten PC. Zudem wird weniger Hardware hergestellt: Anstatt dass jeder Gamer eine eigene spieletaugliche Grafikkarte kauft, teilen sich etliche Gamer ein Kontingent an Grafikkarten. Aber es gibt auch Gegenargumente. Denn selbst bei reinen Singleplayer-Games fällt ein ständiger zusätzlicher Strombedarf für den Stream zwischen PC und Cloudgaming-Anbieter an. Zudem könnte es sein, dass wegen der einfachen Möglichkeiten, die Cloudgaming bietet, die Anzahl an Spielern oder auch einfach nur Spielstunden und daher der Strombedarf steigt. Mal angenommen, die Gamer, die zu Cloudgaming wechseln, sparen pro Spielstunde 10 Prozent an Energie und CO2. Aber: Diese Gamer spielen nun mehr, und es kommen auch weitere ganz neue Spieler hinzu, die bislang den Kauf eines PCs scheuten, sodass die Summe an Spielstunden um 15 Prozent steigt. Die Folge ist: Mehr Strom und CO2-Verbrauch als ohne Cloudgaming. Ihr seht, dass die Frage der Nachhaltigkeit vielseitig und schwierig einzuschätzen ist.

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