Prozessoren: Chipsätze, Übertakten, Kerne und Threads
Special
Wir bieten euch ein Special mit einer Kaufberatung zu Prozessoren für einen Gaming-PC ab 130 Euro plus viele Wissenstipps zu Themen wie Sockel und Chipsatz.
Chipsätze und Übertakten
Ein Chipsatz ist eine Grundausstattung eines Mainboards, die bestimmte Features vorgibt und vor allem auch die Kompatibilität zu Prozessoren festlegt. Dabei gibt es jeden Chipsatz nur für einen bestimmten Sockel - der Chipsatz H510 von Intel ist beispielsweise ausschließlich beim Sockel 1200 zu finden. Bei AMDs Sockel AM4 gibt es inzwischen drei Generationen (300, 400 und 500) und innerhalb der Generation zwei bis drei Chipsätze mit Buchstaben A, B und X zur Unterscheidung. Bei einem Neukauf empfehlen wir den Chipsatz B550 oder X570, wobei letzterer Chipsatz ab Werk ein paar mehr Optionen bietet, die aber nicht zwingend nötig sind.
Bei älteren Chipsätzen kann es Probleme geben, wenn man einen der neueren Ryzen 5000-Prozessoren verwenden will. Dies sollten alle beachten, die schon ein älteres Sockel AM4-Mainboard haben und lediglich die CPU ersetzen wollen. Hier kann ein BIOS-Update Abhilfe schaffen, das man dann natürlich vor dem Ausbau der alten CPU bereits installieren sollte. Bei Intel gibt es für den Sockel 1200 die Chipsätze der 400er- und 500er-Familie. Hier empfehlen wir die Chipsätze H510, H570 oder Z590. Beim Sockel 1700 haben die Chipsätze 600er-Modellnummern, wobei alle Chipsätze für einen Spiele-PC in Ordnung sind. Die Chipsätze stehen übrigens sowohl bei AMD- als auch bei Intel-Mainboards immer im Namen des Mainboard-Modelles mit drin.
In diesem Artikel
- Seite 1 Prozessoren: Relevanz für Spiele und Notwendigkeit eines Neukaufes
- Seite 2 Prozessoren: Was Sockel sind und welche zu empfehlen sind
- Seite 3 Prozessoren: Chipsätze, Übertakten, Kerne und Threads
- Seite 4 Prozessoren: Enthusiasten-CPU und Kaufberatung mit Sockel 1700-Schlusswort
- Seite 5 Bildergalerie
Für alle, die den Prozessor nicht übertakten wollen, gilt im Grunde genommen, dass alle genannten Chipsätze für die von uns empfohlenen Sockel AM4, 1200 und 1700 uneingeschränkt für einen Spiele-PC geeignet sind. Der Chipsatz verändert auch nicht die Spieleleistung. Es gibt aber einen Sonderfall: CPU-Übertaktung, also das manuelle Erhöhen des Taktes der CPU, um Leistung zu gewinnen.
Quelle: PC Games Hardware
Bei Intel ist zum Übertakten ein K-Modell wie der Core i7-12700K nötig, hinzu kommt ein Mainboard mit Z-Chipsatz.
Wer übertakten will, muss nicht nur wegen der dafür empfohlenen besseren Kühlung etwas tiefer in die Tasche greifen. Bei AMD ist zwar theoretisch mit jedem Chipsatz eine Übertaktung der Ryzen-CPUs möglich, aber man sollte besser ab 120 Euro einrechnen, damit das Mainboard ordentliche Optionen und stabile Ergebnisse ermöglicht.
Bei Intel ist ein Mainboard mit einem Z-Chipsatz ein Muss - hier beginnt es ohnehin erst ab etwa 120 Euro (Z590, Sockel 1200) respektive 150 Euro (Z690, Sockel 1700). Außerdem ist ein K-Modell bei der CPU zwingend nötig, zum Beispiel ein Core i5-12600KF oder Core i7-11700K.
Kerne und Threads
Moderne CPUs haben in aller Regel pro CPU-Kern die Möglichkeit, zwei Aufgaben parallel zu bearbeiten - man spricht dabei davon, dass sie zwei Threads verwalten können oder auch zwei Threads "haben". Für einen Spiele-PC empfehlen wir eine CPU mit mindestens sechs Kernen, die folglich 12 Threads verwalten kann.
Nur wer sparen muss, kann sich auch mit einem Vierkerner und acht Threads begnügen, muss aber eine geringere Lebensdauer erwarten, was die Spieleeignung angeht. Eine Besonderheit gibt es bei den neuen Sockel 1700-Prozessoren. Hier gibt es bei einigen Prozessoren Performance- und Effizienz-Kerne. Die Performance-Kerne sind im Grunde genommen normale Kerne, wie man sie von modernen CPUs kennt und die jeweils zwei Threads verwalten können.
Die Effizienz-Kerne können hingegen nur einen Thread bearbeiten und unterstützen die Performance-Kerne bei Bedarf. Der Core i5-12600 hat beispielsweise keine Effizienzkerne, sondern sechs (Performance-)Kerne und 12 Threads. Der übertaktbare Core i5-12600K hingegen hat zusätzlich noch vier Effizienzkerne - somit kommt er auf 10 Kerne und 16 Threads (12 Threads durch die Performance-Kerne plus 4 durch die 4 Effizienzkerne).
Mit 10 normalen Kernen wären es 20 Threads. Für Spiele-PCs empfehlen wir also sechs Kerne und 12 Threads als Minimum - nach oben hin bleibt euch zwar die Wahl offen, aber mehr als am Ende effektiv 16 Threads werden auf absehbare Zeit keinen Vorteil bringen, der den CPU-Aufpreis rechtfertigt. Ausnahme: Ihr habt parallel zum Gaming entsprechende Anwendungen, die euch wichtig sind und die von mehr Threads profitieren.
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