CPUs für Gamer: Kaufberatung mit AMD- und Intel-Prozessoren plus Wissenstipps

Special Antonio Funes
CPUs für Gamer: Kaufberatung mit AMD- und Intel-Prozessoren plus Wissenstipps
Quelle: PCGH/AMD

Nachdem AMD vor wenigen Tagen den Sockel AM4 um fünf neue Ryzen-Modelle erweitert hat, bieten wir euch ein Special mit einer Kaufberatung zu Prozessoren für einen Gaming-PC ab 130 Euro. Dabei geben wir euch einige Tipps rund um Basis-Wissen für den CPU-Kauf mit Themen wie Sockel, Chipsatz und Besonderheiten des Intel Sockel 1700.

In unserem Special geht es heute um Prozessoren, und zwar auch um die neuen AMD-Modelle, die im Laufe dieser Woche in den Handel gekommen sind: Der Ryzen 3 4100, Ryzen 5 4500, 5500 und 5600 sowie Ryzen 7 5700X. Dabei wollen wir auch einige Grundlagen zu Prozessoren erklären wie zum Beispiel, was ein Sockel überhaupt ist und was die Chipsätze bei Mainboards bedeuten. Um euch eine Kaufentscheidung zu erleichtern, werden wir die empfehlenswerten Sockel für Spieler nennen und auch das Thema Übertakten ansprechen. Zum Schluss geht es dann konkret um die aktuell für Spieler empfehlenswerten Prozessoren von AMD und Intel.

CPU: Wie wichtig ist sie für Spiele?

Bei dem meisten Games ist das Ziel beim Hardwarekauf vor allem eine besonders gute Grafik. Hier ist, sofern es sich um 3D-Grafik handelt, die Grafikkarte das alles überragende Bauteil im PC. Aber: Auch der Prozessor bleibt wichtig. Denn unabhängig von der Grafik müssen vom Spiel gewisse Basis-Inhalte berechnet werden, die überhaupt erst die Grundlage des Spiels bilden. Hier geht es zum Beispiel um die KI von Gegnern und NPCs, physikalische Berechnungen oder auch im Hintergrund ablaufende Regelwerk-Berechnungen sowie bei Multiplayer-Modi auch Verwaltungsaufgaben, um die Aktionen der anderen Spieler zu erfassen oder auch für Anti-Cheating-Maßnahmen.

Eine gute CPU kann daher immer einen mehr oder weniger großen FPS-Schub bringen, also mehr Bilder pro Sekunde erzeugen. Mit einem zu schwachen Prozessor würden die FPS-Werte, die die Grafikkarte an sich berechnen könnte, aber begrenzt werden, so dass eine schwache CPU einen Grafikkarten-Neukauf zum Flop werden lassen kann.

Um es anschaulich zu machen: Nehmen als Beispiel an, dass eine alte Nvidia GeForce GTX 1060 in einem Spiel nur 30 FPS schafft und ihr sie durch eine gut doppelt so schnelle AMD Radeon RX 6600 ersetzt, um mehr als 60 FPS zu genießen. Falls nun aber schon die CPU so schwach ist, dass allein die Basis-Berechnungen nicht mehr als 35 FPS zulassen, verpufft die Mehrleistung der RX 6600 fast komplett - hier wäre die CPU eine extreme Schwachstelle und sollte dringend ersetzt werden.

Battlefield 1 ist ein Beispiel, bei dem der Multiplayer-Modus mit einer CPU, die zu wenig Kerne hat, deutliche Leistungs-Einbrüche erfährt. Quelle: PC Games Battlefield 1 ist ein Beispiel, bei dem der Multiplayer-Modus mit einer CPU, die zu wenig Kerne hat, deutliche Leistungs-Einbrüche erfährt. Aber auch dann, wenn man dieselbe Grafikkarte nutzt, kann eine stärkere CPU mehr FPS einbringen. Je geringer die Auflösung und Grafikdetails, desto mehr kommt der Effekt zum Vorschein, den man der CPU zuschreiben kann. Daher werden CPU-Test in Sachen Gaming meist bei niedrigen Details und nur 720p (1280x720 Pixel) durchgeführt.

Aber: Solche Tests sind in aller Regel eher praxisfern, da man als Spieler ja meist eine Grafikkarte nutzt, die höhere Auflösungen und Detailstufen zulässt. Bei Full-HD sinkt ein 25-Prozent Vorsprung, der bei 720p vorhanden ist, auf vielleicht unter 10 Prozent bei 4K (3840x2160 Pixel). Man sollte also durch den Neukauf einer CPU in Spielen bei Full-HD, WQHD oder gar 4K sowie mindestens mittleren Detailstufen nicht zwingend die Zusatzleistung erwarten, die man in Tests nachlesen kann.

Wann ist eine neue CPU nötig?

Der effektiv oft eher kleine Leistungsgewinn durch eine neue CPU sowie die Tatsache, dass die Anforderungen von Spielen an CPUs seit Jahren nur sehr langsam steigen, sind auch die Gründe dafür, warum man Prozessoren relativ lange behalten kann. Selbst eine sechs bis sieben Jahre alte CPU, die beim Kauf mindestens als Mittelklasse galt, reicht als Basis für ein modernes Game noch immer aus, sofern man eine ausreichend starke Grafikkarte hat.

Ob ihr aktuell bereits die CPU und somit in aller Regel auch das Mainboard wechseln solltet, kann man nicht pauschal beantworten. Wer aber eine Intel-CPU hat, die aus der 7000er-Reihe oder älter stammt, oder bei AMD noch einen Ryzen der 1000er-Reihe oder älter nutzt, für den lohnt sich ein Upgrade in der Regel bereits.

Ebenso könnt ihr natürlich für euch selbst entscheiden, dass es Zeit für eine modernere Plattform wird, obwohl das Leistungsplus in Spielen vielleicht nicht groß ist. Auch wer vielleicht inzwischen hobbyseitig oder sogar professionell Anwendungen nutzt, bei denen eine starke CPU mit vielen Kernen hilfreich ist, kann frühzeitig upgraden. Ein Beispiel wäre, wenn ihr Livestreams im Let's Play-Stil erstellt und dabei parallel zum Game weitere Tools laufen habt.

Was man aktuell, da Grafikkarten noch immer recht teuer sind, nicht vergessen darf ist, dass man selbst dann, wenn auch neues RAM nötig ist, bereits ab etwa 260 Euro ein Set aus moderner Sechskern-CPU, Mainboard und 16GB RAM bekommen kann. Eine gerade einmal für Full-HD bedenkenlos empfehlenwerte Grafikkarte kostet hingegen über 350 Euro. Natürlich hilft aber ein neues CPU-Set wiederum nur weiter, wenn die vorhandene Grafikkarte ausreichend stark ist.

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  1. Seite 1 Prozessoren: Relevanz für Spiele und Notwendigkeit eines Neukaufes
  2. Seite 2 Prozessoren: Was Sockel sind und welche zu empfehlen sind
  3. Seite 3 Prozessoren: Chipsätze, Übertakten, Kerne und Threads
  4. Seite 4 Prozessoren: Enthusiasten-CPU und Kaufberatung mit Sockel 1700-Schlusswort
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