CPU-Upgrade: Ryzen-Setup und Hinweise

Special Antonio Funes
CPU-Upgrade: Ryzen-Setup und Hinweise
Quelle: PC Games Hardware

In der Regel rüstet man zuerst die Grafikkarte aus, wenn der PC in die Jahre kommt. Doch was wäre, wenn man eine fünf Jahre alte Radeon R9 290 behält und lediglich einen Prozessor wie den Core i7-4700 durch einen modernen AMD Ryzen 5 3600 ersetzt? Lohnt es sich für Gaming? Dies haben wir getestet und präsentieren euch unsere Erfahrungen.

Upgrade durch Ryzen 5 3600

Der Kern unseres Test-Upgrades ist ein Ryzen 5 3600 für 210 Euro. Der Prozessor der Matisse-Familie mit Zen 2-Architektur bietet sechs Kerne und 12 Threads bei Taktraten von 3,6 bis 4,2 Gigahertz. Damit hat er zwei Kerne und vier Threads mehr als unser alter Xeon und taktet etwas höher.
Allerdings verbietet sich ein Vergleich auf Basis der Taktwerte zwischen zwei völlig verschiedenen CPU-Architekturen - Rückschlüsse auf die Leistung lassen sich daran nicht ablesen. Dies gilt auch für die Anzahl an Threads, die eine CPU verwalten kann. Zwar sollten es heutzutage nicht weniger als acht Threads sein - ein Plus an Threads bringt aber selbst bei CPUs der gleichen Familie in Games so gut wie keinen Vorteil, außer man betreibt parallel zu den Spielen andere Anwendungen.

Unser neues Mainboard: Das MSI B450M Mortar Titanium kostete uns knapp 100 EUro, derzeit steigen die Preise aber. Quelle: MSI Unser neues Mainboard: Das MSI B450M Mortar Titanium kostete uns knapp 100 EUro, derzeit steigen die Preise aber. Zum Ryzen 5 3600 gesellt sich als Mainboard ein MSI B450M-Mortar Titanium für knappe 100 Euro - allerdings stieg der Preis in den letzten Tagen auf etwa 110 Euro an. Dies könnte daran liegen, dass es eines der wenigen Mainboards für deutlich unter 140 Euro ist, bei dem man auch ohne eine ältere CPU ein BIOS-Update per Flashback durchführen kann - die Nachfrage nach solchen Mainboards scheint gestiegen zu sein. Beachtet zum Thema BIOS-Flachback auch noch unseren Hinweis weiter unten.

Als Arbeitsspeicher verwenden wir 2x8 GB DDR4-3200 Ballistix Sports LT-Arbeitsspeicher (80 Euro). Zusammen kostet das Upgrade etwa 400 Euro. Wir entschieden uns übrigens für den Arbeitsspeicher mit einem Takt von 3200 Megahertz, da dieser Takt auch nativ von den neuen CPUs unterstützt wird und die Ersparnis zu 16 Gigabyte des langsameren DDR4-2400-RAM mit 10 bis 20 Euro überschaubar ist. In einigen Tests anderer Magazine zeigten sich durchaus Vorteile durch den höheren Takt, so dass wir den Aufpreis in Kauf nahmen und in der Summe ein recht günstiges Upgrade vor uns haben - denn die alten Bauteile lassen sich schließlich noch ordentlich verkaufen: Man kann beim Gebrauchtverkauf etwa 180 bis 200 Euro einrechnen. Der Wechsel zu Ryzen kostet uns also etwa 200, vorsichtig gerechnet vielleicht auch knappe 250 Euro, vor allem falls man nicht den beim Ryzen mitgelieferten AMD-Kühler nutzen will und sich für einen neuen CPU-Kühler entscheidet.

Viele ältere Kühler-Modelle haben nämlich keine passenden Montagehalterungen für den Sockel AM4, so dass eine Übernahme von einem alten PC, egal ob ältere Intel- oder AMD-Sockel, schwierig sein kann. Die Frage, die wir uns stellen: Merkt man auch in Spielen einen Vorteil durch den Ryzen 5 3600, obwohl man die über fünf Jahre alte Grafikkarte nicht wechselt? Denn prinzipiell könnte der Ryzen 5 3600 laut diversen Tests durchaus im Durchschnitt etwa 20 Prozent Gaming-Mehrleistung im Vergleich zu unserem alten Xeon E3-1230 v3 bringen. Dies wollen wir in unserem Special klären - wir haben hierzu vor dem Hardwarewechsel 15 Games getestet. Bei den meisten ging es um die FPS-Werte, die auf unserem alten PC je nach dem, um welches Spiel, welche Auflösung und welchen Detailmodus es ging, in der Mehrzahl um etwa 50 bis 60 FPS lagen.

Anno 1800 streikte leider beim FPS-Test. Die Ladezeiten konnten wir aber messen. Quelle: PC Games Anno 1800 streikte leider beim FPS-Test. Die Ladezeiten konnten wir aber messen. Bei manchen Games schauten wir uns zudem auch die Ladezeiten für einen Spielstand an. Bei Civilization VI ging es uns sogar ausschließlich um die Ladezeit, bei Anno 1800 ebenfalls, allerdings ungewollt: Das Spiel stürzte einige Sekunden nach dem erfolgreichen Laden stets ab, so dass ein FPS-Test nicht möglich war und wir nur die Ladezeiten begutachten konnten. In diesem Rahmen legen wir euch unser bereits veröffentlichtes zweites Special ans Herz, in dem wir ausführlich unsere Erfahrungen mit dem Hardware-Umstieg schildern, die wir bezüglich BIOS-Update, BIOS-Flashback, CPU-Einbau und dem Windows-Wechsel zur neuen Hardware gemacht haben. Denn sowohl beim BIOS-Update, mit dem man ältere Mainboards für Zen 2 fit macht, als auch bei anderen Dingen kann es beim Hardwarewechsel einige Stolperfallen geben, wie wir selbst bemerken mussten. Doch nun kommen wir zu unserer Leistungsanalyse beziehungsweise dem Leistungsvergleich.

  1. Seite 1 CPU-Upgrade: Unsere Idee und der alte PC
  2. Seite 2 CPU-Upgrade: Ryzen-Setup und Hinweise
  3. Seite 3 CPU-Upgrade: Leistungsvergleich neuer Ryzen vs. alter Xeon
  4. Seite 4 CPU-Upgrade: Ladezeiten und Fazit
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