CPU-Upgrade-Analyse: Ryzen 5 3600 statt Core i7-4770 ohne Grafikkarten-Wechsel

Special Antonio Funes
CPU-Upgrade-Analyse: Ryzen 5 3600 statt Core i7-4770 ohne Grafikkarten-Wechsel
Quelle: PC Games Hardware

In der Regel rüstet man zuerst die Grafikkarte aus, wenn der PC in die Jahre kommt. Doch was wäre, wenn man eine fünf Jahre alte Radeon R9 290 behält und lediglich einen Prozessor wie den Core i7-4700 durch einen modernen AMD Ryzen 5 3600 ersetzt? Lohnt es sich für Gaming? Dies haben wir getestet und präsentieren euch unsere Erfahrungen.

Nur die CPU wechseln - lohnt es sich?

Sicher kennen einige unter euch die Situation: Sowohl CPU als auch Grafikkarte scheinen noch ordentlich genug zu sein, um aktuelle Spiele zu spielen - doch das System arbeitet bei hohen Details klar spürbar an seiner Grenze. Ihr wünscht ihr euch daher ein wenig mehr Power, habt aber vielleicht maximal 400 bis 500 Euro auf der hohen Kante.
Daher fragen sich viel in einer solchen Situation: Was lohnt sich eher? Ein CPU- oder ein Grafikkartenwechsel?

In der Regel ist erfahrungsgemäß bei alten PCs viel eher die Grafikkarte das, was mehr FPS (Bilder pro Sekunde) bei Games verhindert. Aber auf der anderen Seite zeigen Tests von modernen CPUs wie einem Ryzen 7 3800X oder Core i7-8700 , dass auch sie allein einen spürbaren Leistungsschub im Vergleich zu einem mehrere Jahre alten Prozessor bringen können. Vor allem der neue AMD Ryzen 5 3600 gilt derzeit als Preis-Leistungs-Tipp für Gamer - wir analysierten ja die neuen Ryzen-CPUs der Zen 2-Familie ein einem Special vom 20. Juli. Allerdings werden Spieletests bei Prozessoren oft in geringeren Grafikeinstellungen durchgeführt, um den Einfluss der Grafikkarte zu minimieren.

Unsere alte Hauptplatine: Asus H97M-E für den Sockel 1155 Quelle: Asus Unsere alte Hauptplatine: Asus H97M-E für den Sockel 1155 Zudem wird in der Regel eine starke moderne Grafikkarte genutzt, um zu verhindern, dass alle Test-CPUs von der Grafikkarte gleichermaßen ausgebremst werden und scheinbar identisch stark sind. Dieses Vorgehen bei Tests ist natürlich korrekt, wenn man die Leistung der CPU isolieren will - auf der anderen Seite interessiert es den einzelnen Gamer in der Praxis und vor allem dann, wenn er an einen CPU-Wechsel denkt, freilich eher, ob auch bei den Grafikeinstellungen, die er an seinem heimischen PC verwendet, ein Unterschied zu merken ist.

Wir wollen bei unserem Test daher eher wissen, was ein CPU-Wechsel von einem älteren Intel-Prozessor auf einen neuen Ryzen 5 3600 bringt, wenn wir eine nicht mehr ganz taufrische Grafikkarte nutzen und auch schon vor dem Wechsel am PC eher in höheren Detaileinstellungen spielten, die der alte PC noch ordentlich packte. Verhindert unsere Bildberechnungskomponente komplett, dass der neue Prozessor seine Leistung in Games, die er in zahlreichen bereits veröffentlichten Tests ja bewiesen hat, ausspielen kann? Wir wagen wir uns dabei trotz unseres mittlerweile gut fünf Jahre alten Basis-Systems an die Auflösung WQHD (2560 mal 1440 Pixel) heran, testen aber auch in Full-HD (1920 mal 1080 Pixel) und je nach Game mit mittleren bis maximalen Details. Unser - was CPU und Grafikkarte betrifft - mehr als fünf Jahre alter PC sieht vor dem Upgrade wie folgt aus:

  • CPU: Intel Xeon E3-1230 v3 (Sockel 1151), Release zweites Quartal 2013
  • Mainboard und RAM: Asus H97M-E mit 2x8 GB DDR3-1600 (Kingston HyperX)
  • Asus Radeon R9 290 OC-Version, ebenfalls Release Herbst 2013
  • Laufwerke: M.2 -SSD von Samsung, SATA-SSD von Toshiba, Western Digital Blue-Festplatte (3000GB)

Ihr merkt: Wir haben in der Überschrift ein wenig gemogelt und nehmen gar nicht einen Intel Core i7-4770, sondern einen Intel Xeon E3-1230 v3 als Basis - diese Flunkerei geschah mit voller Absicht.

Der direkte Vorgänger unseres Xeon E3-1230 v3 für den Sockel 1150 war der Xeon E3-1230 v2 für den Sockel 1155. Quelle: PC Games Hardware Der direkte Vorgänger unseres Xeon E3-1230 v3 für den Sockel 1150 war der Xeon E3-1230 v2 für den Sockel 1155. Denn der Intel Xeon E3-1230 v3 ist im Grunde genommen beinahe identisch zu einem Core i7-4770, dürfte aber vielen unserer Leser, obgleich er eine Weile als Geheimtipp galt, bei weitem nicht so gut bekannt sein wie der Core i7. Er steht aber stellvertretend für CPUs wie den Core i7-4770 - praktisch gesehen ist die Frage also genauer gesagt: Ryzen 5 3600 statt fünf bis sechs Jahre alter Core i7 oder Xeon - lohnt es sich?

Den Xeon E3-1230 v3 schaffte sich unser Autor im Frühjahr 2014 an. Damals und für eine ganze Weile war er eine gute Wahl, denn sein Preis lag markbar unter dem eines Core i7-4770. Zudem - für eine Server-CPU wie den Xeon nicht selbstverständlich - ist er zu normalen Sockel 1150-Mainboards kompatibel, so dass auch kein teures Server-Mainboard nötig war. Der Xeon E3-1230 v3 arbeitet mit vier Kernen und einem Basistakt von 3,3 Gigahertz, der Boosttakt liegt bei 3,7 Gigahertz, was minimal unter den Werten des Core i7-4770 liegt. Durch Hyperthreading kann er acht Threads verwalten. Mit diesem Setting testeten wir 15 Games - danach wechselten wir CPU, Mainboard und RAM und testeten mit der neuen CPU-Konfiguration. Dies und weitere Hinweise findet auf der folgenden Seite.

  1. Seite 1 CPU-Upgrade: Unsere Idee und der alte PC
  2. Seite 2 CPU-Upgrade: Ryzen-Setup und Hinweise
  3. Seite 3 CPU-Upgrade: Leistungsvergleich neuer Ryzen vs. alter Xeon
  4. Seite 4 CPU-Upgrade: Ladezeiten und Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk