RAM: Leistungseinfluss durch Takt, Datenraten und Latenzen
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Wir klären viele Fragen rund um Arbeitsspeicher für PCs und bieten euch auch noch eine Übersicht mit aktuellen DDR4- und DDR5-RAM-Kits (16GB und 32GB).
Leistungseinfluss durch Takt und Datenraten
Takt und Datenraten haben einen deutlich kleineren Einfluss auf die Leistung, als man denken mag. Deutlich höhere Datenraten resultieren nicht in einer entsprechenden Mehrleistung zum Beispiel bei Spielen. Zum einen ist es für das Laden von Daten zum Beispiel von einer SSD aus herzlich egal, ob das RAM DDR3-1600 mit 12,8 GB/s oder DDR5-5200 mit 41,6 GB/s ist, da selbst eine aktuelle absolute Top-M.2-SSD mit PCIe 4.0-Anbindung auf etwa 7,5 GB/s Spitzenwert beschränkt ist. SATA-SSDs haben sogar maximal 600 MB/s als Transferrate. Das pure Laden von Daten profitiert also nicht davon, dass man superschnelles DDR5-7800-RAM mit 62,4 GB/s verwendet.
Der wichtigere Punkt ist aber, dass der hohe RAM-Speed auch für den Prozessor nicht so viel bringt, wie man vielleicht anhand der Datenraten erwartet. Denn wenn ein PC arbeitet, geht es nur sehr selten um einen längeren, ununterbrochenen Fluss an Datenaustausch zwischen RAM und CPU. Es fließen zwar immer wieder mal Daten, die dies dann auch mit der dem Takt entsprechenden Geschwindigkeit tun - aber da die CPU ja auch Dinge berechnet und nicht einfach nur Daten bewegt, ist der Datenfluss nur ein kleiner Teil der gesamten Rechenvorgänge. Daher fallen die positiven Effekte von höheren Taktwerten und daher Datenraten eher klein aus.
Es hängt am Ende zwar vom Spiel oder der Anwendung ab, aber vor allem bei Gaming ist es häufig so, dass ihr mit beispielsweise DDR4-3600- oder DDR4-4000-RAM nur 2-3 Prozent mehr Leistung als mit DDR4-3200-RAM erzielt.
Auch das von den Datenraten und Taktwerten deutlich schnellere DDR5-RAM mit 5200 MHz effektivem Takt bringt beim Sockel 1700, wo ihr je nach gewähltem Mainboard DDR4- oder DDR5-RAM verwenden könnt, nur unter 5 Prozent mehr Spieleleistung, und das auch nur bei niedrigen Details und Auflösungen. Vielleicht sogar wichtiger als die Datenrate ist der Faktor Latenz, den wir als Nächstes erklären.
Latenzen bei Arbeitsspeicher
Bei den Taktwerten kommt als Bremse hinzu, dass RAM bei höherem Takt in der Regel schlechtere Latenzen als das RAM mit weniger Takt hat, was häufig den Vorteil einer höheren Datenrate auffrisst.
Quelle: G.Skill
Dieser G.Skill RipJaws V-Riegel hat das DIMM-Format für Desktop-PC und eine Kühler-Ummantelung
Latenz bedeutet, dass es beim Zugriff der CPU auf die Daten im RAM eine kleine Verzögerung gibt. Der wichtigste Latenzwert ist der CL-Wert. CL steht für Cas Latency und wird in Millisekunden angegeben. Zum Teil findet man den Wert auch als Beginn einer Zahlenkette - als Beispiel nehmen wir DDR4-3200-RAM, wo man Infos wie 16-18-18-32 oder auch CL16-18-18-32 findet.
RAM gibt es allerdings auch bei gleichem Takt mit verschiedenen CL-Werten. Bei DDR4-3200-RAM ist CL16 am häufigsten auf dem Markt, danach folgt CL22, welches daher etwas langsamer ist. Sofern es keinen großen Preisunterschied macht, sollte man stets zu dem Riegel mit dem kleineren CL-Wert greifen.
Als Beispiel: Das schnellste DDR4-3200-RAM arbeitet mit CL14 - allerdings ist der Aufpreis für diesen minimalen Vorteil fernab jeder Sinnhaftigkeit, denn ihr bezahlt ihr ab 85 Euro für 16GB DDR4-3200, bei CL16 hingegen nur 40 Euro. Nehmt ihr wiederum nur CL22, um zu sparen, zahlt sich dies kaum aus: es werden 35 Euro fällig, also eine Einsparung von nur 5 Euro zu CL16-RAM. CL16 ist also hier die beste Wahl.
Vergleichen wir das Ganze dies nun mit DDR4-3600-RAM. Dies gibt es ab gut 40 Euro, also kaum teurer als DDR4-3200-RAM mit CL16. Allerdings hat das DDR4-3600-RAM zu diesem Preis dann die etwas schlechtere Latenz von CL18 oder CL19. Wollt ihr ebenfalls CL16, kostet euch dies für 16GB dann schon 55 Euro, also 37,5 Prozent mehr.
Das Leistungsplus wird sich aber unter 5 Prozent bewegen. Trotzdem kann man in diesem Falle trotzdem das DDR4-3600-RAM mit CL16 nehmen, da der Betrag von 15 Euro für sich gesehen nicht groß ist - vor allem, falls es ohnehin um den Kauf eines Paketes aus CPU, Mainboard und RAM oder gar einen ganzen PC geht.
