AMD hat die zwei neuen CPUs Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D veröffentlicht. Wir nehmen Technik und (Spiele)Leistung unter die Lupe - wird der 9800X3D entthront?
Ryzen 9 X3D: Für Anwender eventuell doch eine Option
Mit dem Ryzen 7 9800X3D bezahlt ihr also über 200 Euro weniger im Vergleich zu dem bei Spielen einen Tick langsameren Ryzen 9 9950X3D, außerdem 100 Euro weniger als für den mutmaßlich noch einmal etwas schwächeren Ryzen 9 9900X3D - zudem ist der 900X3D stromeffizienter beim Spielen.
Nur für Gamer, die auch eher im professionellen Bereich mit ihrem PC arbeiten oder als Hobby bestimmte Programme nutzen, die stark von einem Kern-Plus profitieren, könnte einer der beiden Ryzen 9-Prozessoren infrage kommen. Wir haben uns daher einige Anwendungstestergebnisse zu den neuen CPUs angesehen.
Auch dabei muss man wissen, dass je nach Anwendung die Abstände anders aussehen können. Die eine Anwendung nutzt beispielsweise ein vorhandenes Kern-Plus extrem, bei der anderen Anwendung ist dieser Faktor kleiner. Der Ryzen 9 9950X3D erreicht laut vielen Tests in Mulitcore-Anwendungen übrigens eine ähnliche, oft etwas bessere Leistung als der Ryzen 9 9950X ohne 3D-Suffix.
Wenn es um den Ryzen 9 9900X3D geht, dürfte dieser wohl nahe am Ryzen 9 9900X liegen. In der Summe leistet der Ryzen 9 9950X3D zwischen 60 und 70 Prozent mehr als der Ryzen 7 9800X3D, wenn wir uns speziell die Multicore-Ergebnisse aus den von uns analysierten Tests anschauen.
Für den Ryzen 9 9900X3D schätzen wir den Vorsprung auf eher 30 bis 40 Prozent. Insofern kann vor allem der nicht ganz so hohe Aufpreis des Ryzen 9 9900X3D auf den Ryzen 7 9800X3D für manch einen Gaming-begeisterten Anwender durchaus noch in Ordnung sein, für den Ryzen 9 9950X3D müssen euch die Anwendungen aber bereits enorm wichtig sein, um den Aufpreis zu akzeptieren.
Preis-Leistung CPUs aktuell und Kaufempfehlungen ab 80 Euro
Auf dem CPU-Markt geht es schon ab 80 Euro los, damit eine CPU für moderne Games noch ausreicht. Wer als Gamer ohne Ansprüche auf besonders starke Anwendungsleistung aber das nötige Kleingeld hat, der nimmt derzeit am besten den AMD Ryzen 7 9800X3D.
Die folgende Preis-Leistungs-Übersichtsgrafik zeigt euch diese und 11 weitere CPUs, die für ihre jeweilige Preisklasse ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, sowie auch die zwei neuen Ryzen 9000er-Modelle. Es gilt dabei, dass ein kleinerer PL-Wert besser ist, da ihr weniger Euro pro Leistungspunkt bezahlt:
Quelle: Antonio Funes
Preis-Leistung CPUs
Bei drei der CPUs ist die Tray-Version (ohne offizielle Handelsverpackung) deutlich günstiger als die Box-Variante (mit Packung, teils auch mit Standardkühler), sodass wir diese als Rechenbasis verwendet und es auch in der Grafik gekennzeichnet haben. Fast schon traditionell haben viele günstigere CPUs unter 300 Euro rein rechnerisch ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wer aber eine Weile lang seine Ruhe in Sachen Aufrüstung haben will und es sich leisten kann, der nimmt am besten im Bereich der stärkeren CPUs einen Ryzen 7 7600X3D, der trotz eines Preisanstiegs noch gut dasteht und beim Strombedarf genügsamer ist als die ähnlich starken und ähnlich teuren Intel-CPUs Core Ultra 7 265KF (Sockel 1851) oder Core i7-14700KF (Sockel 1700).
Zwischen 400 und 500 Euro ist der Ryzen 7 7800X3D die klare Kaufempfehlung. Darüber kommt dann nur noch der Ryzen 7 9800X3D. Alle anderen CPUs von 400 bis weit über 700 Euro sind - wenn überhaupt - nur für bestimmte Anwender eine Option. Für Einsteiger wiederum gibt es viel Auswahl: Der Core i3-12100F hat nur vier Kerne, aber reicht für den Einstieg aus und kostet nur 80 Euro.
Mehr Kerne hat der Core i5-12400F. Bei AMD bieten sich der Ryzen 5 5600 und 5600X sowie der Ryzen 7 5700X an, wenn man unter 200 Euro bleiben will. Darüber können wir bis zum Ryzen 5 7600X3D (370 Euro) nur noch den Core i5-14600KF für 230 Euro empfehlen. Für Nutzer, denen auch Anwendungen am Herzen liegen, kommt noch der Ryzen 7 9700X infrage, den wir demnächst in dem schon angekündigten Special unter die Lupe nehmen werden.
