Ryzen 9900X3D und 9950X3D: 3D V-Cache und Technik

Special Antonio Funes
Ryzen 9900X3D und 9950X3D: 3D V-Cache und Technik
Quelle: AMD

AMD hat die zwei neuen CPUs Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D veröffentlicht. Wir nehmen Technik und (Spiele)Leistung unter die Lupe - wird der 9800X3D entthront?

Gaming-Leistung und Strombedarf Ryzen 9 9950X3D

In der Theorie könnten die zwei neuen X3D-CPUs den Ryzen 7 9800X3D bei Spielen schlagen - allerdings nicht wegen der höheren Kernanzahl. Denn erstens können Games mit mehr als 6 oder 8 Kernen ohnehin so gut wie nichts anfangen, und zweitens hätten die Kerne im zweiten Chiplet ja kein 3D V-Cache zur Verfügung.

Die 12 respektive 16 Kerne der neuen Ryzen-CPUs bringen daher in Spielen eher keine Vorteile, sondern nutzen sie nur für bestimmte aufwendige Anwendungen oder Szenarien mit mehreren parallel laufenden Anwendungen.

Aber: Der Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D haben höhere Boosttakt-Werte als der Ryzen 7 9800X3D - reicht dies, um den bisherigen Platzhirsch vom Thron zu stoßen? Da bei Spielelast nicht zwingend der volle Boost für alle beteiligten Kerne verwendet wird, kann man dies nur anhand von Praxistests entscheiden.

Wir haben daher mehrere in den letzten Tagen bereits von anderen Redaktionen veröffentlichte Tests statistisch analysiert, um dadurch einen guten Überblick über die durchschnittliche Gaming-Leistung zu ermitteln. Leider liegen uns nur Tests vor, die die Top-CPU, den Ryzen 9 9950X3D, unter die Lupe nehmen.

Zum Ryzen 9 9900X3D können wir nur eine eigene Einschätzung bieten, für die wir die Erkenntnisse zum Ryzen 9 9950X3D und Ryzen 7 9800X3D verwenden und uns zusätzlich am Ryzen 9 9900X orientieren.

Doch wie haben nun der Ryzen 9 9900X3D und Ryzen 9 9950X3D bei der Spieleleistung abgeschnitten? Die Haupterkenntnis ist, dass der Ryzen 9 9950X3D trotz des etwas höheren Boosttaktes minimal hinter dem Ryzen 7 9800X3D landet.

Bemerkenswert ist zudem, dass dabei der Strombedarf des Ryzen 9 9950X3D um 50 Watt höher als beim Ryzen 7 9800X3D ausfällt und auf dem Level des Ryzen 9 9950X landet, wobei letzterer aber auch in Spielen etwa 30 Prozent langsamer ist. Pro Watt bringt der Ryzen 7 9800X3D (je nach Test 70 bis 90 Watt Strombedarf) aber fast 70 Prozent mehr FPS als der Ryzen 9 9950X3D.

Die folgende Übersichts-Grafik zeigt die Spieleleistung der neuen CPUs (Ryzen 9 9900X3D: nur eine Schätzung) weiteren, für Spieler interessanten Modellen ab 300 Euro. Außerdem haben wir eine zweite Grafik parat, die das Leistungsplus in Prozent aus Sicht des Ryzen 9 9950X3D auf diese CPUs verdeutlicht:

CPU-Leistung Quelle: Antonio Funes CPU-Leistung Mehrleistung 9800X3D Quelle: Antonio Funes Mehrleistung 9800X3D

Fazit und Hinweise zur Leistungseinschätzung

Das Fazit ist nicht schwer zu ziehen: Allein wegen der Preise sind beide neuen Ryzen 9-Modelle für Spieler, die abseits von Gaming lediglich typische Alltags-Anwendungen nutzen, im Grunde völlig uninteressant. Wir haben auf der nächsten Seite aber noch einige Worte zur Anwendungsleistung sowie eine Preis-Leistungs-Grafik mit allgemeinen CPU-Kaufempfehlungen für euch vorbereitet.

Vorher wollen wir aber sicherstellen, dass ihr die Ergebnisse korrekt einschätzt. Denn so gut wie alle Testredaktionen stellen die Spieledetails auf eine niedrige Stufe bei 720p, also 1024x720 Pixel, ein.

Dies verringert die Gefahr, dass die Grafikkarte beim Testen die CPUs ausbremst und bei 4K und maximalen Details vielleicht maximal 50 FPS schafft, damit dann verhindert, dass die Durchschnittswerte von Test-CPUs über 40 FPS kommen, obwohl sie vielleicht je nach Modell 50, 70 oder auch über 100 FPS schaffen würden.

In der Praxis, wo ihr sicher mindestens in Full-HD und mittleren Details spielt, werden die Abstände zwischen den CPUs daher in der Regel kleiner als in Tests ausfallen, weil der Einfluss der Grafikkarte zunimmt. Trotzdem profitiert ihr bei starken CPUs von einer höheren FPS-Stabilität sowie einem geringeren Risiko auf FPS-Einbrüche.

Wir haben übrigens passend zu dem Thema ein Special geplant, in dem wir einen Ryzen 7 5700X durch einen Ryzen 7 9700X ersetzen und dabei bewusst praxisnahe Grafikeinstellungen verwenden. Das Special erscheint nächsten Freitag, den 21. März, um 17 Uhr - sofern kein aktuelles wichtiges Thema dazwischenkommt.

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