AMD Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D: Wird der 9800X3D bei der Gamingleistung geschlagen?

Special Antonio Funes
AMD Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D: Wird der 9800X3D bei der Gamingleistung geschlagen?
Quelle: AMD

AMD hat die zwei neuen CPUs Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D veröffentlicht. Wir nehmen Technik und (Spiele)Leistung unter die Lupe - wird der 9800X3D entthront?

In unserem Special schauen wir uns die Gaming-Leistung der zwei neuen AMD-CPUs Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D genauer an und haben dafür bereits veröffentlichte Tests von Hardware-Redaktionen wie den der PC Games Hardware verwendet.

Beide CPUs versprechen wegen des 3D V-Caches eine besonders gute Spieleleistung, und anhand der technischen Daten könnten sie den bisherigen Platzhirsch, den Ryzen 7 9800X3D, entthronen.

Doch dazu später mehr - für unser Special haben wir die Gaming-Benchmarks von seit letztem Mittwoch bereits veröffentlichten Tests statistisch analysiert und zusammengefasst, um die beiden neuen X3D-CPUs einzustufen. Die Ergebnisse präsentieren wir später und beziehen dabei natürlich auch deren Preise (660 und 790 Euro) mit ein, werfen aber zuerst einen Blick auf den 3D V-Cache und die technischen Daten der X3D-CPUs.

3D V-Cache: Vorteile für Gaming

Mittlerweile gibt es sieben CPUs für den Sockel AMD AM5 sowie zwei für den Sockel AM4 mit dem X3D-Suffix, was den sogenannten 3D V-Cache kennzeichnet. Dabei handelt es sich um einen zusätzlichen Level 3-Cache, der nicht wie der normale Level 3-Cache seitlich, sondern auf oder unter den eigentlichen Kernen platziert wird.

Der Cache stellt allgemein einen direkt in der CPU verfügbaren Speicher dar, um für bestimmte Daten oder Befehle nicht extra über den Umweg der Mainboard-Leiterbahnen auf das normale RAM zugreifen zu müssen. Gerade bei Spielen kann mehr Cache Leistungsgewinne bringen.

Da die Games nicht wissen, was der Spieler als Nächstes tun wird, werden viel mehr Befehle quasi auf Halde gehalten als bei einer Anwendung, deren Aufgaben vorhersehbar sind. Je mehr dieser Befehle im Cache landen und nicht den Weg bis ins normale RAM nehmen müssen, desto höher ist die Chance, dass die CPU mit extrem geringer Verzögerung auf einen benötigten Befehl zugreifen kann.

Die Folge: Gerade in Spielen bekommt man mit einer X3D-CPU etwas mehr FPS als mit einer ansonsten identischen "normalen" Ryzen-CPU. Ganz nebenbei kann der Strombedarf beim Spielen im Vergleich zu gleichstarken CPUs deutlich geringer ausfallen.

Blick auf die Technik

Rein auf dem Papier unterscheiden sich die neueren Ryzen 9000er-X3D-Modelle nur minimal von den 7000er-Vorgängern. Lediglich die Taktwerte sowie in einem Fall die TDP weichen ab. Wir haben die sieben Sockel AM5-Modelle mit X3D-Cache für euch in der folgenden Tabelle zusammengefasst:

Modell Ryzen 9 9950X3D Ryzen 7 9900X3D Ryzen 7 9800X3D Ryzen 9 7950X3D Ryzen 9 7900X3D Ryzen 7 7800X3D Ryzen 7 7600X3D
Architektur Zen 5 Zen 5 Zen 5 Zen 4 Zen 4 Zen 4 Zen 4
Kerne 16 12 8 16 12 8 6
Threads 32 24 16 32 24 16 12
Basistakt 4,3 GHz 4,4 GHz 4,7 GHz 4,2 GHz 4,4 GHz 4,2 GHz 4,1 GHz
Boosttakt 5,7 GHz 5,5 GHz 5,2 GHz 5,7 GHz 5,6 GHz 5,0 GHz 4,7 GHz
Level2 Cache 16MB 12MB 8MB 16MB 12MB 8MB 6MB
Level3 Cache Gesamt 128MB 128MB 96MB 128MB 128MB 96MB 32+64MB
Davon 3D V-Cache 64MB 64MB 64MB 64MB 64MB 64MB 64MB
TDP 170 Watt 120 Watt 120 Watt 120 Watt 120 Watt 120 Watt 65 Watt
Preis aktuell 790 Euro 660 Euro 560 Euro 750 Euro 610 Euro 460 Euro 370 Euro (Tray)

Wie ihr seht, haben alle X3D-Modelle für den Sockel AM5 die Menge von exakt 64 GB als zusätzlichen 3D V-Cache. Dies liegt daran, dass AMD immer nur ein einziges, standardisiertes 3D V-Cache-Modul verbaut, welches dann auf dem CPU-Chiplet sitzt, das unter anderem die Kerne beinhaltet.

Der Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D haben allerdings zwei solcher Chiplets - das zweite Chiplet hat daher keinen Zugriff auf den 3D V-Cache. Beim Spielen ist man daher auf die korrekte Ansteuerung des 3D V-Caches angewiesen, was derzeit die Windows Game Bar übernimmt. Der Ryzen 7 9800X3D hingegen hat ohnehin nur ein Chiplet, weswegen es hier keine Zuweisungsprobleme geben kann.

Kurz zurück zu den technischen Daten: Unterschiede seht ihr beim Takt, denn die Boost- und Standardtakt sind bei den 9000er-Modellen stets etwas höher als bei ihren 7000er-Pendants - Ausnahme ist der Boost des Ryzen 9 9950X3D, der mit 5,7 GHz nicht höher taktet als der Ryzen 9 7950X3D.

Innerhalb der 9000er-X3D-CPUs hat das Topmodell den höchsten und der 9800X3D den niedrigsten Boosttakt, beim Standardtakt ist es hingegen genau umgekehrt.

Die TPD liegt bei fast allen X3D-CPUs für den Sockel AM5 bei 120 Watt - der Ryzen 7 7600X3D hat eine TDP von nur 65 Watt, der neue Ryzen 9 9950X3D eine von 170 Watt, genau wie auch der Ryzen 9 9950X ohne 3D V-Cache. Ohnehin sind die Non-X3D-Modelle bis auf den fehlenden Zusatz-Cache und kleine Taktunterschiede ansonsten identisch zu ihren X3D-Pendants.

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