Hades 2 im Langzeit-Test: Kämpfe, Upgrades und Waffen

Test Felix Schütz
Hades 2 im Langzeit-Test: Kämpfe, Upgrades und Waffen
Quelle: Supergiant Games

Bei den Kämpfen liefert Supergiant Games mächtig ab. Waffen und Upgrades wurden im Early Access auf Hochglanz poliert.

Geschliffenes Kampfsystem

Nicht nur bei den Götterkräften hat das Spiel zugelegt, auch Melinoe selbst hat ein paar Tricks drauf, die das Kampfsystem aufwerten. Im Gegensatz zu ihrem Bruder darf sie beispielsweise rennen, was mit den richtigen Upgrades überaus nützlich sein kann. Außerdem erzeugt sie magische Bannkreise, die Gegner verlangsamen oder mit Schadenseffekten überschütten. Im Early Access waren mir die Bannkreise noch zu träge und mühsam, doch zum Glück hat Supergiant Games da nachgebessert. Jetzt spielen sich die Kämpfe wunderbar flüssig, taktisch, rasant, präzise!

Auch andere Details wurden in der finalen Version 1.0 verbessert. Zum Early-Access-Start war ich zum Beispiel überhaupt kein Fan von Selenes Götterkräften - eine der wenigen echten Neuerungen in Hades 2. Diese Zauber müssen von Hand aktiviert werden, außerdem kann man sie über kleine Talentbäume verbessern, was sich anfangs aber kaum gelohnt hat. Nun, nach mehreren Balancing-Anpassungen, haben sich diese Zauber von schlaffen Hexereien zu mächtigen Werkzeugen gemausert, die irre viel Schaden austeilen. Eine gute Ergänzung!

Dauerhafte Upgrades

Der Spiegel der Nacht, an dem Zagreus noch seine Werte steigern durfte, wurde in Hades 2 durch die Arkana ersetzt. Das sind magische Karten, die man mit einer begrenzten Anzahl an Punkten aktivieren und flexibel zusammenstellen darf. Auch sie geben Melinoe dauerhafte Boni, machen das Roguelike effektiv zum Roguelite. Eigentlich ein schönes System, das aber aus meiner Sicht kaum Tiefgang bietet - hat man nämlich erst mal eine gute Kombination gefunden, bleibt man einfach dabei.

Für jede der sechs Waffen gibt es vier unterschiedliche Varianten, die man noch in mehreren Stufen verbessern kann. Quelle: PC Games Für jede der sechs Waffen gibt es vier unterschiedliche Varianten, die man noch in mehreren Stufen verbessern kann. Das gilt auch für die Andenken: So heißen die magischen Anhänger, die man nach und nach freischaltet und in drei Stufen verbessert. Sie liefern Melinoe großartige Effekte, doch pro Run kann man immer nur sehr wenige davon nutzen - und das führt dazu, dass ich praktisch immer die gleichen Anhänger ausrüste. Alles andere bleibt ungenutzt im Schrank, die Anreize sind einfach zu gering - da verpasst Hades 2 eine echte Chance.

Die Waffen der Götter

Deutlich besser gefallen mir die Waffen, vor allem seit dem 1.0-Update. Im Early Access waren zum Beispiel die magischen Schädel, die man erst umständlich wieder einsammeln muss, aus meiner Sicht viel zu schwach. Nun benutze ich sie ständig! Da haben die letzten Patches wirklich etwas gebracht. Auch die anderen Waffen - egal ob Speer, Dolche, Fackeln oder dieser merkwürdige Raketenrucksack - haben alle ihre Vor- und Nachteile und machen richtig Spaß, wenn man sie mit den passenden Göttergaben kombiniert. Cool: Wer wirklich lange spielt und auch nach dem Abspann dranbleibt, stößt früher oder später noch auf eine vierte Form, die sich für jede Waffe freischalten lässt. Diese Varianten bieten ganz eigene Mechaniken und bringen noch mehr Vielfalt ins Gameplay.

Was mir in diesem Zusammenhang besonders gefällt: die optionalen Prüfungen, die ich jederzeit an der Wegkreuzung starten darf. Das sind kleine Herausforderungsmissionen, die nichts anderes tun, als mir für ein paar Gefechte eine bestimmte Waffe mit einem festen Set aus Göttergaben in die Hand zu drücken - die perfekte Gelegenheit, um das Kampfgerät richtig auszutesten!

Melinoes Bannkreise sind mächtig, erfordern aber gutes Timing. Quelle: PC Games Melinoes Bannkreise sind mächtig, erfordern aber gutes Timing. Nur eine Waffe gibt mir immer noch Rätsel auf: die lahme Axt. Ich verstehe zwar, warum Supergiant Games sie unbedingt im Spiel haben wollte, aber Spaß macht sie mir einfach nicht. Dafür ist das Tempo der Kämpfe - vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden - viel zu rasant. Gerade die verbesserten Bossgegner erfordern blitzschnelles Ausweichen und göttliche Reflexe - weshalb man da ausgerechnet eine träge Axt mitschleppen soll, werde ich nie kapieren. Sicher: Ich kann sie mir mit einigen Upgrades verbessern, dann schlägt sie schneller zu und haut kräftig rein - im Vergleich zu anderen Waffen ist man aber trotzdem anfälliger für Treffer. Ein Risiko, das sich aus meiner Sicht einfach nicht lohnt.

  1. Seite 1 Hades 2: Die perfekte Fortsetzung?
  2. Seite 2 Hades 2: Kämpfe, Upgrades und Waffen
  3. Seite 3 Hades 2: Abwechslung und Story-Schwächen
  4. Seite 4 Hades 2: Fazit und Wertung
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