Gothic 2: Die Welt und ihre Bewohner

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Gothic 2: Die Welt und ihre Bewohner
Quelle: THQ Nordic

Gothic 2 wird 20 Jahre alt! Zum großen Jubiläum schauen wir zurück, was das Spiel so einzigartig macht und warum es auch heute noch so viel Spaß bereitet.

Auf die Karte im Spiel schaut man aber ohnehin nicht wirklich. Obwohl sich die Insel so riesig anfühlt, ist sie gleichzeitig vollgestopft mit markanten Orten und Formationen, die im Gedächtnis hängenbleiben. Dabei wirkt aber alles natürlich und nicht gekünstelt. Das schafft einen enormen Wiedererkennungswert und nach zahlreichen Spielstunden kennt man Khorinis wie seine Westentasche. Zum Teil liegt das natürlich auch am ständigen Backtracking. Wer Gothic 2 gespielt hat weiß, dass man vor allem in den ersten Spielstunden ständig hin und her über die Insel latscht. Eine Schnellreise per Teleportrune gibt es erst ab dem dritten von sechs Kapiteln und das auch erst so nach und nach. Dafür läuft man aber irgendwann auch blind durch Khorinis.

Die technische Speerspitze

Unterstrichen wird dieses Gefühl für die Welt auch von der Technik, denn die reißt einen selten raus. Zwar waren die Charaktermodelle 2002 vielleicht schon nicht mehr ganz taufrisch, dafür konnte die hauseigene ZENgine von Piranha Bytes das alles fast ohne Ladezeiten darstellen. Nur beim Spielstart oder dem Wechsel von größeren Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (12) Quelle: PC Games Hardware Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (12) Gebieten, wie von Minental zu Khorinis, gibt es mal einen Ladebalken zu sehen. Ansonsten werden NPCs, Monster, Städte, Lager und Innenräume nahtlos gestreamt.

Das hat zwar damals so einige Computer an den Rand der Kernschmelze gebracht, Piranha Bytes gehörte damit aber zur technischen Speerspitze. So eine große, detaillierte und nahtlos offene Welt konnte damals eigentlich nur ein anderer Entwickler darstellen. Nämlich ein "kleines" Studio namens Rockstar Games mit ihrer GTA-Serie.

Doch auch wenn man ständig die gleichen Trampelpfade abläuft, ist man trotzdem gerne in der Welt unterwegs. Es gibt schließlich immer etwas zu sehen. Ein weiterer, großer Punkt, der Gothic 2 zu etwas Besonderem macht. Denn wie schon erwähnt, legt Piranha Bytes enormen Wert auf eine nachvollziehbare und logische Welt. Und das schließt natürlich auch ihre Bewohner mit ein.

Eine Welt, die lebt

Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (8) Quelle: PC Games Hardware Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (8) Jeder NPC in Khorinis geht seinem geregelten Tagesablauf nach. Der Schmied hämmert tagsüber auf seinem Amboss herum und haut sich abends aufs Ohr. Die Stadtwachen patrouillieren, die Söldner hängen auf dem Bauernhof herum und trainieren (oder saufen sich die Hucke voll). Und auch die Tierwelt von Gothic verhält sich nachvollziehbar. Wer durch die Wälder und Wiesen streift, wird sehen, wie Scavenger in der Herde zusammenstehen und weiterziehen oder wie Wolfsrudel gemeinsam auf schwächere Tiere oder einen selbst losgehen.

Als Spieler läuft man diesen Kulissen auch nicht nur vorbei, sondern ist Teil der Welt, die auf einen reagiert. Läuft man mal - selbstverständlich aus Versehen - in ein Haus, das einem nicht gehört, dann wird man hochkant wieder herausbefördert. Wer vor Passanten eine Waffe zieht, jemanden angreift oder sogar tötet, der wird mit den Konsequenzen leben müssen.

Ja, das ist 20 Jahre später vergleichsweise rudimentär - logisch. Doch selbst heute gibt es nur wenige Spiele, die an diesem Standard vorbeigezogen sind. Wenn man in einem The Witcher 3 mit gezogenem Schwert vor NPC-Nasen herumfuchtelt, bekommt man doch nur den leeren Blick in ihren Augen als Reaktion zurück.

  1. Seite 1 Gothic 2: Ein Meilenstein der Rollenspielgeschichte
  2. Seite 2 Gothic 2: Khorinis ist ein fantastischer Spielplatz
  3. Seite 3 Gothic 2: Die Fraktionswahl der Qual
  4. Seite 4 Gothic 2: Die Welt und ihre Bewohner
  5. Seite 5 Gothic 2: Volles Pfund aufs Maul!
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