Gothic 2: Khorinis ist ein fantastischer Spielplatz

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Gothic 2: Khorinis ist ein fantastischer Spielplatz
Quelle: THQ Nordic

Gothic 2 wird 20 Jahre alt! Zum großen Jubiläum schauen wir zurück, was das Spiel so einzigartig macht und warum es auch heute noch so viel Spaß bereitet.

Als Spielwelt steht die gesamte Insel Khorinis zur Verfügung. Mit ihren grünen Wiesen und Wäldern bildet sie das komplette Gegenteil zum Minental. Im Laufe der Story verschlägt es einen auch wieder zurück in alte Gefilde, doch die Kolonie aus Teil 1 ist nicht wiederzuerkennen. Die Drachen haben schwere Verwüstungen angerichtet, überall lauern gefährliche Viecher. Obendrauf ist das gesamte Gebiet von Orks besetzt. Zwar hat man den extrem düsteren Einschlag des Sequels verworfen. Friede, Freude, Eierkuchen herrscht in Gothic 2 deswegen aber noch lange nicht. Der offizielle Nachfolger trifft hier sogar bessere Abstufungen. Wo in der geplanten Erweiterung alles nur richtig schlecht gewesen wäre, merkt man in Gothic 2 mit fortlaufender Geschichte, wie die Situation immer weiter eskaliert. Wo am Anfang die Wiesen in Khorinis noch grün und zumindest halbwegs friedlich sind, strömen später die Monster aus der Minenkolonie übers Land, die Menschen werden misstrauischer und sogar Morde geschehen.

Feldarbeit? Ok, cool...

Das trägt ungemein zur starken Atmosphäre bei. Wo man anfangs versucht, in der Stadt Fuß zu fassen und eine Stelle als Lehrling zu ergattern, kloppt man sich später mit Orks und Drachen. Der Gameplayaufbau spielt hier ebenfalls eine große Rolle. Seit jeher ist es in Piranha-Bytes-Spielen Brauch, als Schwächling in ein neues Spiel zu starten und sich dann nach oben zu arbeiten. Das bedeutet auch, dass wir am Anfang auf dem Feld erst Rüben ziehen müssen. Doch man ist froh über solche Arbeit. Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (13) Quelle: PC Games Hardware Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (13)

Während der ersten Spielstunden lauert ohnehin hinter jeder Ecke der Tod und man atmet nach jedem Kampf durch. Da sind Handlangerjobs eine willkommene Abwechslung zum Erfahrungspunkte verdienen. Das liegt vermutlich auch an der sehr gewöhnungsbedürftigen Steuerung. Wie im Vorgänger kann man auch Gothic 2 mit Maus & Tastatur steuern, doch das ist eher rudimentär. Wer das Spiel richtig erleben will, sollte es ausschließlich mit der Tastatur steuern, denn darauf ist es ausgelegt.

Manövriert wird dann mit den Pfeiltasten. Die Aktionstaste ist die Steuerungstaste. Damit visiert man Gegner, NPCs und Gegenstände an und interagiert mit ihnen. Im Kampf löst man mit den Pfeiltasten verschiedene Schläge aus. Dabei muss man sogar auf den richtigen Takt achten, sonst haut man daneben und öffnet sich für den gegnerischen Angriff. Was auf den ersten Blick unheimlich sperrig klingt, ist also richtig durchdacht.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Doch selbst wenn man die Tastatur beherrscht, liegt man anfangs schnell im Dreck. Hier kommt das geniale Lehrersystem zum Einsatz. Wie in einem Rollenspiel üblich, sammelt ihr Erfahrungspunkte für jede Quest und jedes Monster, das ihr umhaut. Irgendwann steigt ihr eine Stufe auf. Anstatt euch aber in einem schlichten Menü +1 auf Redegewandheit zu geben, müsst ihr euch in der Spielwelt erst Lehrer suchen, die euch Fertigkeiten beibringen.

Dort gebt ihr eure Lernpunkte dann aus, um Attribute, wie Stärke, Geschicklichkeit oder Mana zu steigern. Allein das wirkt sich im Kampf bereits aus. Selbst wenn ihr eure Waffe nicht wechselt, teilt ihr mit jedem Stärkepunkt trotzdem mehr Schaden aus. Das Gleiche gilt für Fernkampfwaffen und Geschicklichkeit. Magier haben mehr "Munition" mit dem Mana. Viel mehr sieht man den Unterschied im Kampf jedoch beim Steigern der Waffenkünste. Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (14) Quelle: PC Games Hardware Gothic 2: Piranha Bytes Meisterstück (14)

Wo man anfangs nur stumpf draufhaut, werden die Bewegungen immer ausgefeilter und leichtfüßiger. Dadurch kommt ein unheimlich befriedigendes Fortschrittssystem zustande. Wo man anfangs nach jedem Kampf mit Schweiß auf der Stirn abspeichert, geht man mit der Zeit immer selbstbewusster durch die Welt. Man traut sich mehr und wagt sich an stärkere Gegner - die natürliche Levelgrenze.

Angereichert wird das noch mit verschiedenen Fertigkeiten wie Alchemie oder Schmieden. Oder man räumt einfach der ganzen Stadt die Truhen aus, wenn man Schleichen und Schlösserknacken draufhat. Gerade bei den Perks erklären die Lehrer in einem kurzen Dialog sogar noch, wie man die Fertigkeit anwendet. Nachvollziehbarkeit pur!

  1. Seite 1 Gothic 2: Ein Meilenstein der Rollenspielgeschichte
  2. Seite 2 Gothic 2: Khorinis ist ein fantastischer Spielplatz
  3. Seite 3 Gothic 2: Die Fraktionswahl der Qual
  4. Seite 4 Gothic 2: Die Welt und ihre Bewohner
  5. Seite 5 Gothic 2: Volles Pfund aufs Maul!
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