Gothic 2: Nacht des Raben: Mit dieser Erweiterung wurde die Serie unsterblich!

Special Carlo Siebenhüner
Gothic 2: Nacht des Raben: Mit dieser Erweiterung wurde die Serie unsterblich!
Quelle: THQ Nordic

Die Erweiterung "Die Nacht des Raben" für Gothic 2 ist heute legendär. Wir blicken zurück, wie das Add-on die Gothic-Serie unsterblich gemacht hat.

Stilistisch ist Piranha Bytes mit dem Landstrich in Die Nacht des Raben nämlich zum ersten Mal vom klassischen, mitteleuropäischen Wald der Marke Schwarzwald abgewichen. Das bisher unbekannte Land bekommt recht schnell den Namen Jharkendar und wird als Heimat einer lange untergegangenen Zivilisation ausgemacht.

Die lehnt sich ganz offensichtlich an die Maya- und Aztekenkultur an, mit ihren großen Steinpyramiden und - tempeln. Die Ruinen verstreuen sich über die gesamte Spielwelt der Erweiterung, die vor allem mit Abwechslung glänzt.

Unterwegs mit einem NPC in Jharkendar Quelle: pcgames

Mal was anderes sehen

Wir erkunden von Piraten besetzte Sandstrände, sind in einem heißen und monsterverseuchten Canyon unterwegs, stapfen durch einen dichten Sumpf oder streifen durch ein zerklüftetes Berggebiet. Jharkendar besteht aus vielen frischen Landschaften, die aber alle das Gefühl eines etwas wärmeren Klimas vermitteln.

Auch die neuen Monster unterstreichen dieses Gefühl noch mal. Sumpfratten, Grasland-Scavenger und Fangheuschrecken sind zwar alles nur Abwandlungen bekannter Viecher, aber sie sind schick designt und erfüllen ihren Zweck.

Untermalt wird das auch wieder von einem fantastischen Soundtrack. Wo Kai Rosenkranz bereits im Vorgänger tolle Arbeit und wiedererkennbare Stücke komponiert hat, geht die Musik im Add-on unserer Meinung nach sogar noch mal ein Stückchen harmonischer ins Ohr.

Doch Vorsicht: Auf Jharkendar treiben sich auch zwei neue Fraktionen herum. Das sind zwar keine großen Gemeinschaften wie im Hauptspiel. Allerdings schließt ihr euch beiden auf gewisse Weise an. Am Meer hausen die Piraten. Deren Captain Greg seid ihr bereits in Khorinis über den Weg gelaufen und im Lager werdet ihr schnurstracks mit in die Arbeiten eingespannt.

Der Piratenstrand von Gothic 2: Die Nacht des Raben Quelle: pcgames Auch wenn die Freibeuter bei manchen Fans etwas umstritten sind, liefern sie doch eine schöne Abwechslung. Abends mit den Jungs am Feuer zu stehen, versprüht einfach ein tolles Feeling.

Klassentreffen der Verbrecher

Mit den Jungs im Sumpf steht man wiederum im Banditenlager. Die haben ihre Zelte im dichten Dschungel aufgeschlagen und greifen alles und jeden an. Wir müssen uns erst mal eine Banditenrüstung von ihnen organisieren, bevor wir überhaupt einen Fuß ins Lager setzen dürfen. Anschließend müssen wir uns auch noch durch die streng hierarchisch organisierten Strukturen arbeiten.

Glücklicherweise sind die aber auch mit einer ebenso einfachen wie genialen Regel versehen: Bringst du jemanden um, dann übernimmst du seinen Job!

Doch die Strapazen lohnen sich, denn im Banditenlager laufen uns plötzlich reihenweise bekannte Gesichter über den Weg. Huno, Snaf, Fisk, Fortuno, Scatty und am Eingang zum oberen Bereich steht sogar der gute alte Thorus rum und passt auf, dass Wichte wie wir nicht einfach zum Obermotz laufen.

Gespräch mit Thorus in Gothic 2: Die Nacht des Raben Quelle: pcgames Stellt sich nämlich raus: Der große Drahtzieher und Bösewicht von Die Nacht des Raben steckt schon im Namen. Es ist niemand Geringeres als Raven - einer der Erzbarone aus dem alten Lager in Gothic 1.

Das Add-on geht hier also den Nostalgieweg und beantwortet eine Frage, die sich Fans schon im Hauptspiel gestellt haben. Zwar gibt es mit Onars Hof einen Ort mit einer Menge bekannter Nasen, allerdings war ein Großteil der NPCs des Vorgängers schlicht verschollen.

Mit der Rückkehr der Wassermagier und dem neuen Banditenlager in Jharkender gibt Die Nacht des Raben aber einem ganzen Haufen der alten Haudegen wieder einen Daseinsgrund.

Hardcore-Fans des ersten Teils könnten das natürlich als kleinen Retcon verstehen, schließlich gibt es im Endgame von Gothic eine Quest, in der man sich mit dem kompletten alten Lager anlegen kann - mit entsprechendem Ausgang für die ganzen NPCs. Aber allein, dass man sich im Add-on dann noch einmal auf sehr drastische Weise für die ganzen Schutzgeldforderungen und Spielchen an Bloodwyn rächen kann, macht dieses kleine Manko wieder wett.

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