Gothic 2 Die Nacht des Raben: Diese Erweiterung machte die Serie unsterblich!

Special Carlo Siebenhüner
Gothic 2 Die Nacht des Raben: Diese Erweiterung machte die Serie unsterblich!
Quelle: THQ Nordic

Die Erweiterung Die Nacht des Raben für Gothic 2 ist bis heute legendär. Wir blicken zurück, warum es auch heute noch Spaß macht, sich volles Pfund durch Jharkendar zu kloppen und wie das Add-on Gothic 2 unsterblich gemacht hat.

Jeder von uns hatte schon mal ein Déjà-vu: Momente, die man eigentlich schon mal erlebt hat, die aber doch irgendwie etwas anders sind. Genau das beschreibt das Add-on Gothic 2 - Die Nacht des Raben eigentlich perfekt. Irgendwie bekannt, aber dann doch wieder nicht. Die Erweiterung ist mittlerweile über 20 Jahre alt.

Grund genug, zurückzuschauen, warum es auch heute noch Spaß macht, sich volles Pfund durch Jharkendar zu kloppen, warum sich Spieler zu Release die Zähne an der Erweiterung ausgebissen haben und wie das Add-on die Gothic-Serie unsterblich gemacht hat.

Gemeinsam ist man stark

Wie in unserem Retro-Special zu Gothic 2 schauen wir uns erst mal an, wo Piranha Bytes nach der Veröffentlichung des Hauptspiels eigentlich steht. Im Gegensatz zum erst langsam anlaufenden Vorgänger schlägt Gothic 2 viel stärker ein. Innerhalb weniger Wochen verkauft man bereits 100.000 Stück. Eine Zahl, für die Gothic 1 um einiges länger benötigte. Trotzdem steht man vor einer ähnlichen Situation wie nach dem ersten Teil.

Das Entwicklerteam spaltet sich auf. Ein Team soll sich auf die Entwicklung einer Erweiterung konzentrieren. Das andere sollte bereits mit dem Nachfolger Gothic 3 beginnen. Doch dieses Mal scheitern nicht beide Projekte. Die Erweiterung für Gothic 2 soll wirklich entstehen. Federführend ist übrigens Björn Pankratz, der noch bis Ende 2023 kreativer Chef von Piranha Bytes bleiben sollte.

Das Add-on soll in gerade einmal neun Monaten fertig werden und das Team macht auch große Fortschritte. Als die Zeit aber langsam eng wird, bekommt das Add-on-Team mehr Kräfte aus dem Hauptteam zugewiesen, damit sie das Ding noch über die Ziellinie schaffen.

Das Portal nach Jharkendar öffnet sich Quelle: pcgames Der Wegfall der Arbeitskräfte ist übrigens die Erste von vielen schlechten Nachrichten für Gothic 3. Das ist aber eine andere Geschichte. Wir können an dieser Stelle zumindest festhalten, dass Projektplanung damals nicht zu Piranha Bytes Stärken zählt.

Der Erweiterung tut die zusätzliche Power jedoch sehr gut und sie wird pünktlich fertig für den Release am 21. August 2003. Der beginnt für die Spieler aber erst mal mit einer kleinen Überraschung, denn alle Spielstände des Hauptspiels werden nach der Installation unbrauchbar.

Den kenn' ich doch!

Das hat mit dem Aufbau der Erweiterung zu tun. Die Nacht des Raben ist kein klassisches Add-ON, sondern eher ein Add-IN. Die neuen Inhalte fügen sich nahtlos ins Hauptspiel ein und sind kein angeflanschter Part, den man noch nachträglich starten kann. Das hat zwar ein paar Nachteile wie die angesprochenen Savegames und den damit einhergehenden Zwang, noch mal von vorn anzufangen. Doch bringt diese Struktur auch Vorteile mit sich, allen voran den sehr viel natürlicheren Aufbau.

Grundsätzlich spielen wir die Story des Hauptspiels noch einmal durch. Doch bereits im zweiten Satz von Xardas zu Beginn des Spiels wird man hellhörig, als er plötzlich von einer neuen Bedrohung spricht. In einem zusätzlichen Renderintro wird die dann klargemacht: Beliar, der Chaosgott der Gothic-Welt, hat einen weiteren Avatar ausgewählt, der ein uraltes Artefakt der Dunkelheit auf die Welt loslassen soll. Der namenlose Held soll das natürlich verhindern.

Der Eingang zum Sumpflager in Gothic 2: Die Nacht des Raben Quelle: pcgames So weit, so gut, das neue Setting steht, doch hört die Einbindung da nicht erst mal auf, bis wir dann so weit sind. Im Gegenteil, ziehen sich die Neuerungen des Add-ons sehr organisch durch den gesamten Anfang des Spiels.

Bereits wenige Schritte raus aus Xardas Turm gibt es das nächste, erfreuliche Wiedersehen. Dort, wo im Hauptspiel nur ein paar Goblins herumgelungert haben, schlägt sich jetzt ein NPC mit ihnen herum. Wir gehen natürlich zur Hand und sehen: Das ist ja Cavalorn, der Jäger des alten Lagers aus dem ersten Teil!

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