Gothic 2 Complete Classic für Nintendo Switch wischt mit Gothic 1 den Boden auf!

Test Carlo Siebenhüner
Gothic 2 Complete Classic für Nintendo Switch wischt mit Gothic 1 den Boden auf!
Quelle: THQ Nordic

Zwei Monate nach Gothic 1 kommt nun auch Gothic 2 mit dem Add-on "Die Nacht des Raben" auf die Nintendo Switch. Nach der Enttäuschung rund um den Port des ersten Teils liefert Teil 2 nun eine der besten Versionen ab, in der man den Rollenspielklassiker genießen kann.

Die Grafik passt diesmal also, aber das war ja nicht der einzige Punkt, der im Switch-Port von Gothic 1 unschön aufgefallen ist. Die zahlreichen Bugs brachten das Schiff nämlich schlussendlich zum Kentern! Zwar haben die Entwickler da in den vergangenen Wochen einen Großteil ausgebessert. Die Vorfreude auf Teil zwei hat das bei uns aber trotzdem geschwächt. Umso erfreulicher ist es, dass wir auch hier Entwarnung geben können.

Wo sind die Bugs?

Nein, Gothic 2 auf der Switch ist nicht frei von Bugs. Auch hier haben wir gelegentlich mal im Boden steckende NPCs gesehen oder hatten diverse Soundfehler. Unser Lieblingsbug ist der von uns liebevoll getaufte Glitzer-Blitzer-Modus. Jedes Mal, wenn wir einen Spielstand starteten, glitzerte unsere Spielfigur rot.

Der Funkelzauber verschwand aber immer, wenn wir unser Inventar öffneten. Abseits davon ist uns aber glücklicherweise wenig Negatives aufgefallen. Das liegt natürlich auch daran, dass Piranha Bytes im ursprünglichen Add-on schon viele Fehler bereinigt hatte

Ein Wort der Warnung müssen wir aber aussprechen: Es gibt Berichte, wonach es wohl ein Plotstopper aus dieser Version rüber in die neue Fassung geschafft hat. So berichten zumindest einige Spieler im Netz davon, dass sie einen wichtigen Questgegenstand für das Add-on von NPC Lares nicht bekommen können.

Ein NPC steckt im Boden fest. Quelle: PC Games Diesen Lares-Bug kennt man so auch schon aus der Release-Version von einst. Uns ist der Bug nicht über den Weg gelaufen, deswegen ist es schwer, die Tragweite einzuschätzen.

Außerdem ist in den Patchnotes für den Day-1-Patch bereits ein Bug rund um die Quests von Lares vermerkt. Im besten Fall hat sich der also jetzt erledigt. Abseits davon läuft das Spiel aber rund und spielt sich größtenteils wie auf dem PC.

Abgesehen von der Steuerung, denn natürlich braucht es auf der Konsole auch eine Controller-Steuerung. Die ist im Grunde exakt wie im Switch-Port des ersten Teils, bessert aber einen von uns stark angekreideten Makel aus: das Fokus-Problem. Gothic setzt auf eine Fokus-Funktion. Erst wenn ein Gegenstand, NPC oder Gegner im Mittelpunkt steht, können wir mit ihm interagieren oder ihn angreifen.

Zusätzlich gibt es einen Lock-on. Solange man auf dem PC eine Taste gedrückt hält, ist ein Gegner im Fokus, selbst, wenn er uns umkreist. Der eigene Charakter dreht sich automatisch in die entsprechende Richtung mit.

Endlich ohne Steuerungsgefrickel

Diese Funktion ist zwar im Controller-Layout des ersten Teils eingezeichnet, war aber bis zum Zeitpunkt dieses Tests immer noch wirkungslos. Im zweiten Teil ist die Funktion endlich mit drin und erleichtert den Kampf ungemein.

So können wir uns nämlich sehr viel besser aufs Ausweichen, Blocken und Zuschlagen konzentrieren, ohne uns nebenbei noch mit der Kamera herumärgern zu müssen. Aber auch der Autofokus macht einen besseren Job und klebt stärker am entsprechenden Gegner fest, wenn der sich bewegt.

Er schießt dabei jetzt aber auch gern mal übers Ziel hinaus, da wir uns in Gegnergruppen nur schwer auf einen anderen Gegner einstellen können oder wir manchmal einfach unsere Verbündeten anvisieren und nicht von ihnen loskommen.

Die Quickslot-Leiste Quelle: PC Games Auch das Inventar des Originals wurde nochmals verbessert, mit der praktischen Unterteilung in Waffen, Nahrung, Zauber usw., die auch schon im Switch-Port des ersten Teils dabei war. Für den schnellen Zugriff kehrt außerdem die Quickslot-Leiste zurück. Mit der können wir auf vier vorher festgelegte Gegenstände schnell zugreifen und auf einen Blick unsere ausgewählten Zauber überprüfen.

Außerdem befinden sich hier die Shortcuts für Quicksave und Quickload - in Gothic muss man nämlich noch manuell abspeichern. Neu im Quick-Menü sind auswählbare Kameraeinstellungen. Auf Knopfdruck können wir etwa in der Ego-Perspektive durch Khorinis latschen oder einen Blick nach hinten werfen, wenn wir Angreifer im Nacken haben.

Beide Modi werden aber wieder resettet, sobald wir die Waffe ziehen oder mit Gegenständen und NPCs interagieren. Im Handelsmenü verkaufen wir direkt für Gold, anstatt es erst umständlich in ein zusätzliches Menü zu wuchten. Auch der zum Release des ersten Gothic-Switch-Ports nervende Rechenfehler beim Verkaufen von größeren Mengen wurde behoben.

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