Gothic 2 Complete Classic für Nintendo Switch wischt mit Gothic 1 den Boden auf!
Test
Zwei Monate nach Gothic 1 kommt nun auch Gothic 2 mit dem Add-on "Die Nacht des Raben" auf die Nintendo Switch. Nach der Enttäuschung rund um den Port des ersten Teils liefert Teil 2 nun eine der besten Versionen ab, in der man den Rollenspielklassiker genießen kann.
Tatsächlich ist das neue Intro aber nicht die einzige grafische Neuerung, denn auch das Spiel selbst hat ein Update bekommen. Eines, mit dem wir nicht gerechnet hätten. Schon im Ankündigungstrailer zum Switch-Port für Gothic 1 wurde ein verbessertes Beleuchtungssystem gezeigt. Das ist im fertigen Spiel dann aber doch rausgeflogen.
Es gab technische Probleme, wie die Entwickler im Nachhinein erklärten und man hätte es ja nie offiziell beworben - aAlso außer im ANKÜNDIGUNGS-Trailer. Muss man nicht verstehen ...
Als dann kurz darauf der erste Trailer zu Gothic 2 für die Switch kam, war wieder das verbesserte Beleuchtungssystem zu sehen. Viele Fans waren daraufhin stark verunsichert, ob THQ hier erneut flunkert und die fertige Version dann wieder nicht so aussieht wie angepriesen. Schließlich ist Gothic 2 technisch noch aufwendiger.
Alte Grafik im neuen Gewand
Hier können wir aber tatsächlich Entwarnung geben. Als wir die ersten Schritte durch die lauschigen Wälder und Wiesen machen, strahlt uns ein brandneues Beleuchtungssystem entgegen. Das spendiert einem Großteil der Levelgeometrie in der Welt einen realistischen Schattenwurf. Der ist so detailliert, dass dabei sogar die einzelnen Blätter an den Bäumen berücksichtigt werden. Dieses neue System sieht auch richtig schick aus.
Quelle: PC Games
Gothic 2 basiert auf der gleichen Grafikengine, die auch schon beim ersten Teil werkelte. Zwar gibt es deutlich mehr Details, man sieht dem Spiel seine über 20 Jahre aber deutlich an.
Alles ist kantig und wirkt klobig, und doch kann das neue Beleuchtungssystem sehr viel davon wettmachen, da es den Look wesentlich plastischer wirken lässt. Wir sind sehr gern durch die Welt von Khorinis gelaufen und haben uns immer wieder über die hübschen Lichtspielereien gefreut.
Doch wo Licht ist, ist bekanntermaßen auch Schatten. Die Grafikpracht hat ihren Preis und der wird in Performance bezahlt. Die Framerate erreicht durchaus 30 FPS und mehr, rutscht aber auch immer wieder mal ab. In einigen Momenten wirkte sich das bei uns leider auch auf das Spielgeschehen aus.
Wenn wir bei tiefstehender Abendsonne durch die Wälder streifen und Monster verkloppen wollen, können wir durch die niedrige Framerate stellenweise schlicht nicht das Timing halten, das für das Kampfsystem nötig ist und dadurch stecken wir Treffer ein. Im knackigen Schwierigkeitsgrad des Spiels kann das schnell den unfairen Tod bedeuten.
In den Optionen gibt es aber auch die Möglichkeit, auf die ursprüngliche Version von Gothic 2 zu wechseln. Die sieht natürlich nicht so schick aus, läuft dafür aber deutlich flüssiger. Bei Weitsicht und Detailfülle entsprechen beide Grafikmodi übrigens den höchsten Einstellungen auf dem PC. Nur manchmal kam es vor, dass die Darstellungsdistanz aus irgendeinem Grund verringert war und Gegenstände und NPCs unschön eingefadet wurden.
Nach dem erneuten Laden des Spielstands hat sich das aber stets gegeben. Stimmt natürlich: Auf dem PC geht schon noch einiges mehr. Das ist aber nur per Mod möglich. Bezieht man sich rein auf die Vanilla-Version auf dem PC, hat die Switch durch ihr verbessertes Beleuchtungssystem tatsächlich die Nase vorn.
