Ghost of Tsushima: Update zum Director's Cut

Test Christian Dörre
Ghost of Tsushima: Update zum Director's Cut
Quelle: Sony

Am 20. August erscheint der Director's Cut zum Playstation-exklusiven Open-World-Action-Adventure von Sucker Punch für die PS4 und die Playstation 5. Wir haben uns durch den neuen Schauplatz geschlagen und verraten euch, ob der Director's Cut eine sinnvolle Erweiterung oder Geldmacherei ist.

Ghost of Tsushima Director's Cut

Ein gutes Jahr nach dem Release von Ghost of Tsushima erscheint nun am 20. August ein Director's Cut zum Playstation-exklusiven Action-Adventure. Die neue Fassung erscheint für PS4 und PS5 und enthält neben einigen kleinen Verbesserungen auch einen neuen Schauplatz inklusive eigener Story-Kampagne. Wir haben uns also mit Protagonist Jin Sakai auf die Insel Iki begeben, um herauszufinden, ob sich der Ghost of Tsushima Director's Cut auch wirklich lohnt oder nur Geldmacherei ist.

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Upgraden und updaten

Genau wie Tsushima hat auch Iki optisch einiges zu bieten. Quelle: PC Games Genau wie Tsushima hat auch Iki optisch einiges zu bieten. Wer noch nicht die normale Version von Ghost of Tsushima besitzt und nun zum Director's Cut greifen möchte, bezahlt etwa 80 Euro für die PS5- und 70 Euro für die PS4-Version. Solltet ihr euch erst den Titel erst für die PS4 holen und später auf die PS5-Fassung upgraden wollen, müsst ihr den zuvor eingesparten Zehner zücken. Es gibt kein Gratis-Upgrade. Besitzer des im letzten Jahr erschienenen Hauptspiels bezahlen 20 Euro, um die Inhalte des Director's Cut zu erhalten. Eine Übertragung des PS4-Spielstands auf die Playstation 5 ist übrigens problemlos möglich. Habt ihr bereits ein PS4-Save-Game auf eurer PS5, könnt ihr dieses bequem übers Hauptmenü auswählen. Das ist vorbildlich.

Die PS5-Fassung hat ohnehin ein paar schöne Verbesserungen im Repertoire. So ist die japanische Vertonung nun endlich lippensynchron, es gibt einen Performance-Modus für 60 Bilder pro Sekunde sowie einen Anzeige-Modus für 4K-Auflösung. Außerdem werden 3D-Audio und die Features des Dualsense-Controllers unterstützt. Dank haptischem Feedback und adaptiver Trigger sind die Kämpfe in Ghost of Tsushima nochmal ein Stück intensiver. Käufer der PS4-Fassung müssen darauf natürlich verzichten. Immerhin bekommen sie ebenfalls einen tollen neuen Schauplatz mitsamt zugehöriger Story-Kampagne.
Die neuen (violetten) Gegner wechseln während eines Gefechts immer wieder Waffen und Kampfstil. Quelle: PC Games Die neuen (violetten) Gegner wechseln während eines Gefechts immer wieder Waffen und Kampfstil.

Mehr Herausforderung

Nutzt ihr einen fortgeschrittenen Spielstand, bekommt ihr direkt eine Benachrichtigung, dass die Story-Erweiterung nun verfügbar ist. Ihr könnt sie also ganz einfach im Quest-Log auswählen und euch vom Wind dort hinleiten lassen. Startet ihr hingegen erst mit dem Director's Cut in das Samurai-Abenteuer von Sucker Punch, ist die Insel Iki erst freigeschaltet, sobald ihr den zweiten Akt der Kampagne erreicht. Wir empfehlen euch jedoch, erstmal die Hauptstory durchzuspielen, denn so gliedert sich die Geschichte auf Iki besser ins Spiel ein. Außerdem erwarten euch dort einige ziemlich knackige Gegner, sodass man Jins verschiedene Kampfstile ordentlich beherrschen und einige nützliche Skills bereits freigeschaltet haben sollte.

Schamanen machen mit ihrem Gesang ihre Verbündeten stärker und widerstandsfähiger. Man sollte die Sängerknaben also immer zuerst ausschalten. Quelle: PC Games Schamanen machen mit ihrem Gesang ihre Verbündeten stärker und widerstandsfähiger. Man sollte die Sängerknaben also immer zuerst ausschalten. Unter anderem begegnet ihr dort Schamanenkriegern, die mit ihrem Gesang ihre Verbündeten stärker und widerstandsfähiger machen. Um die mongolischen Sängerknaben sollte man sich also immer zuerst kümmern. Ein bisschen kniffliger wird es hingegen bei der weiteren neuen Gegnerart, die sowohl in normaler als auch in Barbaren-Form vorkommen. Diese speziellen Feinde können nicht nur mehr Schwerthiebe einstecken bis sie das Zeitliche segnen, sie ändern auch noch im Kampf oftmals ihr Vorgehen. So wechseln sie vom Speer plötzlich zu Doppelschwertern oder nutzen einen Schild. So ist man auch selbst gezwungen, neue Kampfhaltungen einzunehmen. Das ist jetzt nicht sonderlich innovativ, bringt aber doch ein wenig zusätzliche Spannung in die Kämpfe.

Auf Iki erwarten Jin nicht nur Mongolen, sondern auch ein paar (neue) Nebenbeschäftigungen. Quelle: PC Games Auf Iki erwarten Jin nicht nur Mongolen, sondern auch ein paar (neue) Nebenbeschäftigungen. Außer den Gegnerarten gibt es aber noch ein paar Neuheiten. So stößt man nun beispielsweise auf Tier-Heiligtümer, wo man Affen, Rehen oder Katzen etwas vorflötet. In einem Versteck gibt es außerdem einen Platz für Schwertwettkämpfe und in manchen Ecken der Spielwelt findet man Bogen-Herausforderungen. Wer die Augen offen hält, stößt auch auf Schreine, an denen es ein Rätsel zu lösen gilt. Wie im Hauptspiel gibt es für das alles natürlich Belohnungen in Form von Kleidungsstücken oder Talismanen.

Zudem gibt es auch ein paar bekannte Aktivitäten wie das Verfassen von Haikus oder das Durchtrennen von Bambusstangen. Spielerisch gliedert sich die Insel Iki perfekt in das Spiel ein, denn sie bietet Eigen- und Neuheiten, will aber nicht auf Biegen und Brechen anders sein, sondern bietet mehr von dem gewohnten Spielgefühl, das man erwartet.

Aufbau und Ablauf sind daher auch genau so, wie man es von der Insel Tsushima kennt. Man erkundet Iki, deckt somit die Karte auf und stößt über Fragezeichen und Feindeslager, aber auch über Nebenquests und sogar weitere der beliebten Mythischen Geschichten. Die Nebenquests erzählen erneut nette kleine, eigene Storys und sorgen sogar schon mal für ein moralisches Dilemma. In den Mythischen Geschichten hingegen begebt ihr euch wieder auf die Suche nach legendären Rüstungen, die spezielle Boni bieten.

Ganz zu Beginn des Iki-Abenteuers erhaltet ihr mit Sturmritt auch einen neuen Geist-Skill, der sich in vier Stufen ausbauen lässt. Wie der Name Sturmritt schon vermuten lässt, könnt ihr Gegnergruppen damit niederreiten. Allerdings muss man aufpassen, denn die Fähigkeit verbraucht viel Konzentration. Sturmritt ist zwar ein nettes Feature, aber mehr auch nicht. Nur an wenigen Stellen im Spiel ließ sich der Skill effektiv einsetzen. Den Kampf vom Pferd aus hätte man unserer Meinung nach ruhig noch ein wenig weiter ausbauen können.
Wer schon immer mal Wildtieren etwas vorflöten wollte, wir die Insel Iki lieben. Quelle: PC Games Wer schon immer mal Wildtieren etwas vorflöten wollte, wir die Insel Iki lieben.

Geister der Vergangenheit

Doch warum verschlägt es Jin Kasai überhaupt nach Iki? Der Freiheitskämpfer stößt noch auf Tsushima auf Hinweise zum mysteriösen Adler-Stamm der Mongolen, der angeblich Iki besetzt hat. Jin segelt also zur kleinen Insel und findet dort einen gefährlichen Kult, der von Ankhsar Khatun angeführt wird. Die Hexen-ähnliche Kriegerin wird "der Adler" genannt und vergiftet ihre Gefangenen. Als wäre das noch nicht genug, besteht die normale Bevölkerung auf Iki zu einem großen Teil aus Plünderern und Piraten und die Samurai sind dort verhasst. Dennoch ist Jin gezwungen, Allianzen einzugehen, um den Adler von der Insel zu jagen. Das ist für den jungen Samurai gar nicht so einfach, denn in der Vergangenheit machte er bereits traumatische Erfahrungen auf Iki und mit den Inselbewohnern.

Der Adler und seine Anhänger terrorisieren Iki und vergiften die Gefangenen. Quelle: PC Games Der Adler und seine Anhänger terrorisieren Iki und vergiften die Gefangenen. Wie schon die Haupt-Story ist auch die Geschichte auf Iki toll erzählt und spannend inszeniert. Erneut muss Jin einen nachvollziehbaren inneren Konflikt lösen. Nicht nur die Mongolen, sondern auch die Geister der Vergangenheit müssen besiegt werden. Jin erhält durch sein Iki-Abenteuer als Charakter tatsächlich noch mehr Tiefe. Allein schon deshalb lohnt sich der Director's Cut für Fans von Ghost of Tsushima, obwohl man die kleine Insel Iki in etwa zehn Stunden abgeschlossen hat.

Dafür bieten die teils klasse inszenierten Hauptmissionen eine tolle Balance aus möglichen Schleichabschnitten, Kämpfen und sogar großen Schlachten. Die Insel Iki bietet mit ihren verschiedenen kleinen Abschnitten außerdem auch optische Abwechslung und wunderschöne Panoramen. Egal, ob nun spielerisch, optisch oder bei der Erzählung, das zusätzliche Kapitel gliedert sich toll in Ghost of Tsushima ein.

Wertung zu Ghost of Tsushima (PS4)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Spannende StoryInteressantes, unverbrauchtes SettingToll geschriebene CharaktereHübsche, abwechslungsreiche, glaubwürdige SpielweltNebenquests erzählen Hintergründe und kleine GeschichtenViel zu entdeckenSammelobjekte und Nebenaufgaben mit SinnSehr kurze LadezeitenTolle Darstellung japanischer Kultur ohne nervige KlischeesMotivierendes Kampfsystem mit TiefgangSpaßige, fordernde KämpfeStark inszenierte Story-MissionenPackende DuelleGute Vertonung
Einige Objekte, Hinweise und Missionsmarker sind im Kurosawa-Modus schlecht zu erkennenTeils kleinere KI-AussetzerKameraprobleme in engen RäumenMissionsdesign teils etwas repetitiv
Fazit

Tolles Setting trifft auf motivierendes Gameplay und eine spannende Geschichte.

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