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Test

Wer schicke Pullover entwirft, muss noch lang kein guter Videospiel-Vordenker sein! Hier ist der Software gewordene Beweis.

S piele zu Filmen? Kennen wir. Spiele zu Büchern? Längst gang und gäbe. Aber ein Spiel zu einer Kleidermarke? Das ist neu! Wie der Name bereits deutlich macht, wurde "Getting Up" vom New Yorker Klamottendesigner Marc Ecko erdacht. Der selbst ernannte Popkulturpapst wollte mit seinem Softwaredebüt vormachen, wie man das perfekte Videospiel für die jugendliche Zielgruppe produziert. Aber da hat Herr Ecko den Mund leider zu voll genommen.

STORY: Im Mittelpunkt des Geschehens steht ein Bursche namens Trane. Der dunkelhäutige Held palavert mit der (schon nach wenigen Minuten nervenden) Stimme von Deutschrapper Afrob, zankt sich mit konkurrierenden Gangs und ärgert sich mit der Ordnungsmacht herum. Kein Wunder, schließlich herrscht in New Radius (so heißt die Spielstadt) ein totalitäres Regime: Wer aufmuckt, wird von Soldaten niedergeknüppelt.

SPIEL: Während andere Bildschirmrecken mit der Knarre losziehen, hat Trane lediglich eine Sprühdose dabei. Der Zerstäuber enthält allerdings kein Haarspray, sondern Lackfarbe. Und die macht sich besonders gut an virtuellen Häuserwänden! Ein Knopfdruck genügt, schon schwingt Trane den Treibgas-Pinsel und zaubert ein Graffitigemälde ans nächstbeste Mauerwerk. Kindischer Vandalismus? Mitnichten. Vielmehr bringt die Jugend von New Radius so ihre Abscheu gegen die brutale Regierung zum Ausdruck. So wird Trane schon bald zum Hoffnungsträger einer ganzen Generation! Vor dem Finale steht allerdings ein wahrer Kletterpassagen-Marathon, der in seiner Machart frappierend an "Prince of Persia" erinnert -- ohne aber jemals dessen überragende spielerische Klasse zu erreichen.

Wenn Trane gerade nicht an oder auf Häusern rumkraxelt, haut er bösen Buben aufs Dach: Kinnhaken, Fußtritt, Schulterwurf -- der Ghetto-Picasso kennt im Zweikampf kein Pardon. Außerdem lassen sich herumliegende Eisenrohre, Mülltonnen und Holzbretter prima als Kloppwerkzeug missbrauchen. Das haut rein!

FAZIT: Wirklich schade, aber "Getting Up" erreicht die selbst gesteckten Ziele ganz eindeutig nicht. Das neuartige Graffitikonzept wurde allzu schlampig umgesetzt: Chaotische Prügeleien und wildes Kamerageschlinger verderben den Spaß am Sprayer-Dasein. Einzig die Präsentation kann wirklich überzeugen, vom monotonen Gebrabbel des Helden mal abgesehen. Deshalb unser Rat an Herrn Ecko: Machen Sie lieber wieder ein paar schöne Shirts, Videospiele sind nicht Ihre Stärke!TK

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