Gehäuse: Grafikkarte, Kühler und Radiatoren
Special
In unserem Special erfahrt ihr, was ihr bei der Auswahl eines neuen Gehäuses für euren Gaming-PC beachten solltet. Optik, die Größe und die inneren Maße sind einige der Themen. Wir geben aber auch Tipps für die Belüftung eines PCs und bieten eine Marktübersicht mit 60 Gehäusen für Gaming-Hardware von 35 bis 100 Euro.
Grafikkarte und CPU-Kühler
Solange der Formfaktor und somit der Platz für das gewünschte Mainboard stimmt, sind die exakten Innenmaße eines Gehäuses zunächst eher uninteressant - wichtig ist aber, dass neben dem Mainboard auch die Grafikkarte genug Platz hat und nicht vorne an den Festplattenkäfig oder irgendeine Strebe stößt. Starke und gleichzeitig sehr lange Grafikkarten können 30 Zentimeter überschreiten, sodass man für ein Gehäuse, das man viele Jahre behalten will, sicherstellt, dass die maximal mögliche Grafikkartenlänge 30, besser 32 Zentimeter beträgt.
In diesem Artikel
Bei manchen Gehäusen lassen sich Teile des Festplattenkäfigs entfernen, um die mögliche Grafikkartenlänge zur erhöhen. Dabei sind freilich für durchschnittliche Nutzer immer noch genug andere Festplatten-Einbauplätze vorhanden, vor allem wenn man ohnehin dank M.2-SSD einen normalen Einbauplatz einspart.
Quelle: LC Power
LC Power Gaming 709B Solar System X
Aber nicht nur die Grafikkarte, sondern auch der CPU-Kühler muss genug Platz haben. Die Breite eines Gehäuses ist ein Indiz dafür, wie hoch ein Kühler sein darf - aber wichtig ist einzig die Angabe des Gehäuse-Herstellers. Denn ein Gehäuse kann auch nur deswegen breiter sein, da es unter dem rechten Seitenteil besonders großzügig beim Platzangebot für das Verlegen von Kabeln gibt. 14 bis 16 Zentimeter sollten es ohne Übertakter-Ambitionen sein, was die Hersteller-Angabe der maximal möglichen Kühlerhöhe angeht. Ordentliche, starke Übertaktungs-Kühler können auch bis zu 18 Zentimeter hoch sein. Wer sowieso eine All-In-One-Wasserkühlung wählt, braucht ohnehin nicht so viel Luft zwischen CPU-Sockel und Seitenteil, da die Kühler solcher Wasserkühlungen sehr flach sind. Dafür benötigen sie aber Platz für den Radiator - dies ist unser nächstes Thema.
Radiatoren
Ein Thema, das früher nur für echte Hardwarefreaks mit einer richtigen Wasserkühlung relevant war, ist die Frage, ob im Gehäuse Radiatoren Platz finden. Denn in den letzten zwei bis drei Jahren sind All-in-One-Wasserkühlungen zur Kühlung der CPU immer populärer geworden. Diese AiO-Wasserkühlungen bestehen aus einem CPU-Kühlblock, der durch Schläuche mit dem Radiator verbunden ist - in dieser Kombination fließt dann Wasser, welches die Wärme der CPU aufnimmt, zum Radiator fließt und die Wärme dann an den Radiator abgibt.
Quelle: Thermaltake
Thermaltake Level 20 MT
Dieser hat wiederum dank seiner zahlreichen feinen Rippen viel Kontaktfläche zur Umgebungsluft und kann die Wärme an die Luft abgeben. Damit sich dort dann keine Wärme staut, blasen Lüfter die warme Luft weg. Die Anzahl und Größe der Lüfter bestimmt dann, wie groß der Radiator ist. Man verwendet zur Benennung der Radiatorengröße die Summe der mm-Kantenlänge der verwendeten Lüfter, obgleich die Radiatoren meist ein klein wenig länger sind. Verbreitet sind bei AiO-Lösungen die Radiatorengrößen 120, 240 und 360 für 120mm-Lüfter sowie 280 für Radiatoren mit zwei 140mm-Lüftern.
Ein 120er-Radiator passt in der Regel hinten ins Gehäuse. Ab der Größe 240 muss man sich genau informieren, ob es passende Einbauplätze im Gehäuse gibt. Dabei reicht es nicht aus, zu wissen, dass zum Beispiel oben drei 120mm-Lüfter hineinpassen würden - denn eine Kombination aus 360mm-Radiator plus drei 120mm-Lüftern ragt natürlich viel mehr ins Gehäuseinnere als wenn man einfach nur drei Lüfter dort befestigen würde - sogar mit dem RAM könnte es dann einen Konflikt geben.
Und selbst dann, wenn der Hersteller angibt, dass Radiatoren einer bestimmten Größe hineinpassen, muss man sich vorsichtshalber informieren, ob dies ohne Wenn und Aber gilt. Unser Autor hat mit diesem Problem bereits eigene Erfahrungen gemacht, zum Beispiel mit einem Einbauplatz, bei dem zwar sein 280mm-Radiator montierbar war - die Anschlüsse für die Schläuche aber wären unten gegen den Festplattenkäfig gestoßen, oben gegen die Elektronik des Frontpanels. Zusammenfassende gesagt: Der Radiator passte - nutzbar war er aber nicht. In einem anderen Fall passten 240er-Radiatoren, aber nur dann, wenn es ausgewiesene Slim-Modelle sind, also besonders dünne Radiatoren.
