Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 850 Millionen Dollar wurde "Findet Nemo" zum erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten. Noch ein Rekord: In zwei Wochen nach dem Verkaufsstart wurden den DVD-Händlern in Nordamerika unglaubliche 15 Millionen Einheiten aus den Händen gerissen. Selten fiel das Warten auf eine DVD des Monats so schwer
Die "Digitale Revolution" hat uns alle überrollt. Und das, bevor wir überhaupt wussten, worum es sich dabei handelt. Das Ganze ging so rasend schnell vonstatten, dass die meisten es gar nicht bemerkten. Sie fühlen sich nicht betroffen? Dann denken Sie nur mal zehn Jahre zurück. Wie sah das damals aus? 1994 stand ein Computer fast nur vollzeitbeschäftigten Bürokräften in Firmen mit gehobener Ausstattung zur Verfügung.
Heim-PCs waren schleichende Schnecken zu überhöhten Preisen. Microsoft und Windows 95 weckten Assoziationen zu Papiertaschentüchern oder Fensterreinigungsmitteln.
Niemand dachte an tragbare Telefone, die kleiner waren als eine Zigarettenschachtel und mit denen man auch noch fotografieren konnte. E-Mails und sprechende Navigationssysteme kannten wir auch noch nicht. Das Internet? DVD-Recorder mit zeitversetzter Aufnahme?
Viele der selbstverständlichen Allgegenwärtigkeiten von heute waren damals noch Utopie. Im Film- und Fernsehgeschäft dagegen sah es schon etwas anders aus. Bereits früh erkannten Studios und Produzenten, welches Potential in digitalisierten Bildern steckte. Disney wagte sich als erstes an einen Kinofilm mit Bildern aus dem Rechner.
"Tron" wurde 1982 allerdings zum Reinfall. Trotzdem war die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. In "Star Trek II -- Der Zorn des Khan" (Paramount, 1982) wurde uns das "Genesis-Projekt" als eindrucksvolle Computersequenz vor Augen geführt. Im Jahre 1984 wurde in "Starfight" erstmals auf traditionelle Raumschiff-Modelle verzichtet, um sie durch Nullen und Einsen zu ersetzen.
1985 startete die von Steven Spielberg mitproduzierte TV-Serie "Amazing Stories" mit einem animierten Vorspann und auch "Max Headroom" ging auf Sendung. Die erste voll animierte Figur in einem Spielfilm präsentierte ebenfalls Spielberg: Ein aus einem Glasfenster springender Ritter in "Das Geheimnis des verborgenen Tempels" (Paramount, 1985). Gleichzeitig setzten immer mehr Fernsehsender Grafiken aus dem Rechner ein.
Jede Nachrichtensendung, die etwas auf sich hielt, begann auf einmal mit einem über den Bildschirm fliegenden Schriftzug. Auch in Werbespots fanden die künstlichen Bilder immer mehr Einzug. Bis Ende der 80er gab es dann kaum noch große Filmproduktionen, die nicht an der einen oder anderen Stelle auf die neue Technik zurückgriffen.
Auch wenn das damals noch deutlich als Trick erkennbar war, beeindruckten z.B. der Schutzschild des Batmobils ("Batman", Warner 1989), die 3-D-Werbung für "Jaws 19" ("Zurück in die Zukunft II", Universal 1989) oder der Wasserwurm aus "Abyss" (1989) doch sehr. 1991 klappte uns dann endgültig allen die Kinnlade runter, als es in "Terminator 2" Sachen zu sehen gab, die man einfach nicht mehr glauben konnte.
