Findet Nemo

Test Patrick Köllner

Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 850 Millionen Dollar wurde "Findet Nemo" zum erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten. Noch ein Rekord: In zwei Wochen nach dem Verkaufsstart wurden den DVD-Händlern in Nordamerika unglaubliche 15 Millionen Einheiten aus den Händen gerissen. Selten fiel das Warten auf eine DVD des Monats so schwer

Vor der Küste Australiens lebt der Clownfisch Marlin mit seiner Frau geschützt in einer Anemone. Das Paar erwartet Nachwuchs: mehrere Hundert Eier reifen heran. Doch ein Barrakuda macht dem Traum von einer glücklichen Großfamilie ein jähes Ende. Mutter und Eier fallen dem Räuber zum Opfer. Alle bis auf eins. Darin schlummert der kleine Nemo, der sechs Jahre später mit seinem übervorsichtigen Vater die Einschulung am Korallenriff erlebt.

Papa Marlin verbietet dem Sohnemann fast alles. Vor allem das offene Meer ist tabu. Aus jugendlichem Trotz schwimmt Nemo trotzdem los. Am bitteren Ende seiner Mutprobe landet er im Netz eines Tauchers, der ihn mit auf sein Boot nimmt und davonfährt. Marlin paddelt so schnell er kann hinterher, verliert aber die Spur. Völlig verzweifelt trifft er kurz darauf Dorie, eine naive Paletten-Doktorfisch-Dame mit einem extremen Kurzzeitgedächtnis. Sie entdecken einen Hinweis, wohin Nemo gebracht wurde: nach Sydney.

In der Tat landete Marlins Nachwuchs im Aquarium einer Zahnarztpraxis. Während die darin gefangenen Zierfische in Nemo eine Chance zur Flucht sehen, erlebt sein Vater die Reise seines Lebens. Mit Dorie an seiner Seite begegnet er einer Gruppe von vegetarischen Haien, entgeht explodierenden Unterwasserminen, überlebt einen giftigen Quallenschwarm und taucht mit einer Gruppe Meeresschildkröten durch den ostaustralischen Strom.

Der Ruf seines Mutes eilt ihm schließlich bis nach Sydney voraus. Als Nemo im Aquarium von der Suche seines Vaters erfährt, kennt er kein Halten mehr. Er muss unbedingt raus. Allerdings läuft ihm die Zeit davon, denn in ein paar Tagen soll er zum Geschenk für die Nichte des Zahnarztes werden. Und die soll schon einige Fi sche auf dem Gewissen haben ...

Der Erfolg des Films übertraf die kühnsten Erwartungen. An den Kinokassen schlug er sowohl den "Fluch der Karibik" als auch beide "Matrix"-Sequels und musste sich letzten Endes nur der "Rückkehr des Königs", dem dritten Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie geschlagen geben. In Deutschland strömten über acht Millionen Menschen in die Säle.

Ein guter Grund also, eine ordentliche DVD abzuliefern. Das haben die Pixar-Leute verstanden. Auf einer vorbildlichen Doppel-DVD wird nahezu alles geboten, was sich auch anspruchvollste Heimcineasten so wünschen.

Angefangen von der tadellosen Bildqualität, die die maritime Welt des Films sowohl auf dem Bildschirm als auch auf der Leinwand zu unglaublich plastischem Leben erweckt, bis zu einer harmonischen Tonspur, die ein Maximum an Räumlichkeit und Direktionalität offeriert.

Der Basskanal allerdings kann sowohl bei der deutschen Dolby 5.1-Spur als auch beim deutschen dts-Track nicht mit dem US-Original in Dolby 5.1 mithalten. Am deutlichsten wird das gegen Ende, wenn Zahnarzttochter Darla gegen das Aquarium tippt. Während es einem im Amerikanischen das Hemd flattern lässt, lassen die deutschen Spuren deutlich nach.

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