Final Fantasy 8: Das monumentale Rollenspiel, das die PS1 prägte im Rückblick
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Ein technischer Quantensprung, der Rollenspiel-Standards setzte: Wie entstand Final Fantasy 8? Und wieso konnte dieses Spiel nur auf der Sony PlayStation umgesetzt werden? Das erfahrt ihr im ausführlichen Making-of-Report!
Als am 18. Dezember 1987 in Japan der erste Teil der Final-Fantasy-Serie in die Läden kam, konnte noch niemand ahnen, wie groß die Rollenspielsaga einmal werden würde. Wir spulen über 35 Jahre vor: Heute gehört Final Fantasy zu den wichtigsten Marken im Bereich der Computer- und Videospiele.
Mit über 180 Millionen verkauften Spielen (im Juni 2023 verzeichnet) und einem Umsatz von über 19 Milliarden US-Dollar gehört Final Fantasy fest in die Top 10 der erfolgreichsten und größten Gaming-Franchises aller Zeiten - direkt neben Titel wie Fortnite oder Call of Duty.
Besonders wichtig: Die Rollenspielreihe veränderte sich über die Jahrzehnte - und das nicht immer nur zur Freude der eingefleischten Fangemeinde. Der jüngste Teil Final Fantasy 16 etwa war vielen zu "westlich" und zu stark auf Action getrimmt. Doch genau diese stete Evolution sorgte auch dafür, dass Final Fantasy mit der Zeit ging und sich immer wieder selbst neu erfand.
Quelle: Moby Games
Anfang 1997 erschien Final Fantasy 7 für die erste PlayStation-Konsole: Mit seiner düsteren Stimmung, dem anspruchsvollen RPG-Gameplay und den zugleich recht cartoonhaften 3D-Spielfiguren setzte es neue Standards. Doch Entwickler Square ruhte sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Der Nachfolger sollte an diesen Erfolg anknüpfen, aber auf seine eigene Art und Weise.
An den Erfolg anknüpfen
Wir erinnern uns: Bis Final Fantasy 6 veröffentlichte Square seine Rollenspiele noch für Nintendo und machte sich dort einen guten Namen. Mitte der 1990er erfolgte jedoch die Konsolenrevolution: Am 29. September 1995 erschien die erste PlayStation-Generation in Europa, das Nintendo 64 sollte noch bis zum 01. März 1997 auf sich warten lassen.
Mit den neuen Plattformen kam auch genügend Hardware-Power für die bis dato sehr schwierig zu implementierende 3D-Technik. Für Square und das Final-Fantasy-Entwicklerteam stellte sich nun die Gretchenfrage: Geht man mit der PlayStation und der CD-ROM als Datenträger? Oder hält man Nintendo die Treue, trotz der offensichtlichen Limitierungen der Modultechnik? Keine leichte Entscheidung!
Die Entwickler arbeiteten sogar an einem Prototyp von Final Fantasy 7 auf Basis der Nintendo-64-Hardware. Allerdings stießen sie immer wieder an die Speichergrenzen der Datenträger. Schlussendlich wechselten die Japaner zur PlayStation. Mit Erfolg: Final Fantasy 7 avancierte mit über zehn Millionen verkauften Einheiten zum zweiterfolgreichsten Spiel für die 32-Bit-Konsole.
Quelle: Moby Games
Den Nachfolger zu einem derartigen Blockbuster zeitnah auf die Beine zu stellen, ist eine immense Herausforderung. Die Entwicklung von Final Fantasy 8 (jetzt kaufen 29,90 € ) begann noch während der laufenden Lokalisierung des siebten Teils. In Interviews spielt Yoshinori Kitase, der damalige Director von Final Fantasy 8, den Druck, der auf dem Team lastete, regelmäßig dezent herunter.
Im Interview mit Game Informer erklärte er: "Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass Final Fantasy 7 ein so überaus erfolgreiches Spiel war. Es fühlte sich einfach so an, als ob mehr Menschen auf der ganzen Welt die Chance hätten, es zu spielen - nicht nur in Japan. Es bestand also kein Druck, Final Fantasy 8 so erfolgreich zu machen (...). Aber es bestand definitiv der Wunsch, ein Spiel zu entwickeln, das Menschen auf der ganzen Welt ansprechen würde."
Als Producer unter Kitase fungierte damals Shinji Hashimoto, der später die Kingdom-Hearts-Reihe mitprägen sollte. Schlüsselposition nahmen zudem die Artists Yusuke Naora und Tetsuya Nomura sowie der Autor Kazushige Nojima ein.
Final Fantasy 8 war ein ausgewachsenes Rollenspiel, so hatten Geschichte und Präsentation hier einen enorm großen Stellenwert inne. Hinzu kam der orchestrale Soundtrack, für den - wie immer - Nobuo Uematsu verantwortlich zeichnete.
Ein positiveres Final Fantasy
Wie schon bei den Vorgängern wollte sich das Final-Fantasy-Team nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern etwas Neues erschaffen.
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Deshalb sah das erste Konzept zunächst einmal so aus, dass sich Final Fantasy 8 massiv vom siebten Teil unterscheiden sollte. Director Yoshinori Kitase erklärte im Gespräch: "Ich bin mir nicht sicher, ob man das wirklich als 'Konzept' bezeichnen kann, aber Final Fantasy 7 war visuell ziemlich düster und es war auch eine sehr ernste, schwere Geschichte. Von Anfang an wollten wir Final Fantasy 8 optisch und klanglich viel leichter gestalten."
