Final Fantasy 16: Das Lied von Blut und Feuer - Vorschau!
Special
Düster, actionreich und erwachsen: Final Fantasy 16 markiert eine Kehrtwende für die Reihe. Wie gut das klappt, lest ihr in der Vorschau!
Unser Held muss danach nicht nur mit der Schuld weiterleben, scheinbar die Esper seines Herzogtums getötet zu haben, sondern er wird auch noch vom feindlichen Königreich gefangen genommen und mit einem Tattoo als Sklave gebrandmarkt. Das Spiel springt zurück in die Jetztzeit, und Clive wird als Söldner wider Willen mit seiner Vergangenheit konfrontiert, als sich seine Attentatsmission als sehr viel persönlicher als zunächst vermutet herausstellt. Mehr wollen wir aber nicht verraten, denn schon im Prolog hat das Spiel einige Twists in petto. Zuletzt bewiesen etwa die Erweiterungen von Final Fantasy 14, dass die Reihe immer noch das Potenzial für dramatische, politische Geschichten hat, und Teil 16 will offenbar in genau diese Kerbe schlagen. Mit FF14-Director Naoki Yoshida an Bord und gemessen an dem, was wir bisher gesehen haben, sind wir bester Dinge, dass Clives Abenteuer ein spannendes sein wird. Die Prämisse bringt mehr als genug Zündstoff mit.
Zum Schluss durften wir noch ein späteres Kapitel anspielen, in der Clive mit Eismagierin Jill und seinem Wolf Torgal in einer Flusslandschaft unterwegs ist. In der Preview wurde uns das Gebiet als "Open Field" vorgestellt, besonders weitläufig oder komplex war's deswegen aber nicht. Hier und da führt mal ein kurzer Pfad zu einer optionalen Schatztruhe oder einem stärkeren Gegner, der Weg zum Ziel ist aber klar vorgegeben.
Das Spiel verzichtet bewusst auf eine Open World, was bei dem Fokus auf Action und Story aber sicher keine schlechte Entscheidung ist.
Quelle: Square Enix
Hier konnten wir dann auch mal mit einem stärker ausgerüsteten Clive losziehen und die Kräfte einer anderen Esper einsetzen, die wir im Verlauf der Story erhalten. Die Wind-Power von Garuda verschafft uns eine Art Haken, mit dem wir Gegner an uns heranziehen und dann etwa in der Luft bearbeiten können - DMC lässt grüßen.
Außerdem haben wir unseren Wolf Torgal an der Seite, den wir zwischen unseren eigenen Combos per Steuerkreuz auf Gegner hetzen dürfen (streicheln geht übrigens auch).
Während uns das griffige Kampfsystem an sich großen Spaß gemacht hat, zeigte sich spätestens in diesem Kapitel, dass Square noch etwas am Balancing der Gefechte schrauben muss. Auf dem von uns gewählten Action-Schwierigkeitsgrad haben wir uns an manchen Gegnern regelrecht die Daumen wundgekloppt, weil ihnen so exorbitant lange Lebensbalken verpasst wurden, während uns der Schaden ihrer Angriffe kaum ins Schwitzen gebracht hat. Der richtige Weg für mehr Herausforderung ginge eher andersherum.
"Ein Final Fantasy für Fans und Neueinsteiger"
Unterwegs treffen wir dann noch einen Lieferanten, der eine Mini-Quest bereithält. Er wollte eigentlich gerade zum nahegelegenen Dorf, wurde aber kurz vor dem Ziel von einer Horde Chocobos überfallen, die seine Kutsche zerlegt haben. Der Grund: Der Mann hatte Gizar-Kraut geladen, auf das die gelben Vögel anspringen wie eine Katze auf Katzenminze.
Quelle: Square Enix
Solche kleinen Szenen, über die sich vor allem Final-Fantasy-Kenner freuen dürften, streut Teil 16 immer wieder ein. Gleiches gilt für die sehr gelungene musikalische Untermalung, die immer wieder mit bekannten Motiven aus der Seriengeschichte veredelt wurde.
Wie ihr vermutlich schon festgestellt habt, waren wir sehr angetan von den paar Stunden, die wir in Squares neuem Epos verbringen durften. Das Spiel kennt seine Stärken und spielt sie gekonnt aus, es ist zugänglich, ab der ersten Minute interessant und audiovisuell ein echtes Brett, auch wenn Square Enix die Bildrate hier und da noch stabiler bekommen muss.
Bezüglich des Rollenspielanteils können wir natürlich noch nicht sagen, ob er später im Spiel noch eine größere Rolle spielt, immerhin ist Final Fantasy normalerweise nicht dafür bekannt, uns all seine Mechaniken direkt in den ersten Kapiteln vorzusetzen. Auch die Frage, ob die offeneren Gebiete später ihren Namen dann auch wirklich verdienen, können wir noch nicht beantworten.
Sollte sich die Geschichte auch im späteren Spielverlauf auf einem ähnlich hohen Niveau bewegen wie das, was wir bisher gesehen haben, hätten wir aber kaum einen Grund, uns über das entschlackte Gameplay zu beschweren. Zuallererst will FF16 ein edel inszeniertes, erwachsenes Fantasy-Epos sein - und ob das nun in Form eines Action- oder Rollenspiels erzählt wird, ist doch eigentlich gar nicht so wichtig.
