Final Fantasy 16 ausführlich angespielt: Das Lied von Blut und Feuer

Special Stefan Wilhelm
Final Fantasy 16 ausführlich angespielt: Das Lied von Blut und Feuer
Quelle: Square Enix

Düstere, politische Story, flottes Action-Kampfsystem und erwachsene Inszenierung - mit Final Fantasy 16 zeigt sich die Reihe von einer ganz neuen Seite. Warum wir nach unserem zweiten Anspieltermin richtig Bock drauf haben, lest ihr in der Vorschau!

Final Fantasy ist eine der ältesten Spielereihen überhaupt und hat es in ihren 35 Jahren auf einen Spielekatalog gebracht, der je nach Zählung weit mehr als 100 Titel umfasst. Bei so viel Material ist es irgendwo verständlich, dass die Reihe seit geraumer Zeit unter einer Art Existenzkrise zu leiden scheint. Ein (relativ) klassisches Fantasy-Setting gab's bis zuletzt nur noch im MMO-Universum von Final Fantasy 14 und seit Teil 13 liegt der spielerische Fokus deutlich auf Action und Zugänglichkeit statt komplexem RPG-Unterbau. Die Debatte, ob der neueste Ableger denn überhaupt noch ein "echtes" Final Fantasy sei, bricht dementsprechend zuverlässig aus, sobald die Hauptreihe mal wieder fortgesetzt wird.

Diese Diskussion wird auch dem nächsten Teil der Hauptreihe nicht erspart bleiben, denn Final Fantasy 16 (jetzt kaufen 90,23 € ) ist vor allem eins: ein schnörkelloses, bombastisches Actionspiel, das seine gemütlichen RPG-Wurzeln bis auf ein paar kleine Features weit hinter sich gelassen hat. Oder eher zerfleischt und in die Luft gejagt, immerhin gibt es sich inszenatorisch auch deutlich dreckiger und martialischer als seine Vorgänger. Wir durften knapp zwei Monate vor dem Release ausführlich in drei frühe Kapitel reinspielen und erklären euch, warum Final Fantasy 16 diese Ausrichtung richtig gut steht!

Ein kleiner Hinweis noch: Square Enix hat uns darum gebeten, einen Hinweis einzufügen, dass es sich bei der von uns gespielten Version um eine spezielle Fassung für die Presse gehandelt hat und sich Inhalte bei der Verkaufsfassung unterscheiden könnten.

A Game of Crystals

Die Welt Valisthea, in die euch FF16 entführt, wird im Gegensatz zu den modernen Science-Fiction-Szenarien aus Teil 7, 13 und 15 als erfrischend klassisches Fantasy-Szenario gezeichnet. Es gibt verschiedene Königshäuser, die in den Ländereien um die mächtigen Mutterkristalle errichtet wurden.

Diese Kristalle ermöglichen den Bürgern überhaupt erst ein sicheres Leben, ihre Magie scheint zur Zeit der Geschichte aber schon beinahe versiegt zu sein. Überall, wo es keine Magie mehr gibt, breitet sich eine tödliche Fäulnis aus. Deswegen gerät der politische Frieden zwischen den unterschiedlich regierten Ländern zunehmend aus den Fugen.

Clive blickt in den Innenhof des Schlosses von Rosaria. Quelle: Square Enix Daneben gibt es natürlich auch noch die Esper, also die gottgleichen Monster, die Serienfans vor allem als mächtige Endgegner und beschwörbare Unterstützung kennen. In Final Fantasy 16 steht jede Esper in Verbindung mit einem Dominus, also einem Menschen, der ihre Kräfte beherbergt und sie zum Teil auch kontrollieren kann. Weil diese Wesen in der Lage sind, ganze Städte auszuradieren, sind sie für die Verbündeten eines Dominus natürlich von großem Wert.

Auch interessant: So funktionieren die Esper-Kämpfe in Final Fantasy 16!

Wie das bei mächtigen Regierungen nun mal so ist, erheben manche von ihnen Ansprüche auf das Eigentum ihrer Nachbarn. Blutige Kriege um die Kristalle, Verrat und Intrigen sind die Folge - und all das wird für Final-Fantasy-Verhältnisse überraschend drastisch inszeniert.

Es wird gesoffen, geraucht, geflucht, versklavt und hinterrücks ermordet, es werden Sexszenen angedeutet und das gelbe Gefieder der sonst so knuffigen Chocobos ist nicht selten mit Blut bespritzt. Auch die Optik und das Schauspiel der Figuren ist eine ganze Ecke bodenständiger als von der Reihe gewohnt.

Die von uns gewählte deutsche Sprachausgabe passte sehr gut zu dieser neuen Ausrichtung. Die Dialogregie gab uns zum vielleicht ersten Mal in der Geschichte von Final Fantasy das Gefühl, dass hier keine Anime-Charaktere, sondern echte Menschen miteinander sprechen.

Der Prolog zeigt auch schon, wie gelungen das Pacing der Geschichte im späteren Verlauf sein könnte. Wir steigen mit einer bombastischen Kampfsequenz zwischen Ifrit und Phönix, beides Esper des Feuers, ein.

Wie in den Esper-Kämpfen aus Teil 15 gilt auch hier: Wir machen zwar nicht viel außer angreifen und ausweichen, aber audiovisuell wird ein derartiges Feuerwerk abgebrannt, dass wir uns darüber kaum beschweren können. Ein epischer Soundtrack tönt aus den Kopfhörern, links und rechts zünden bildschirmfüllende Spezialeffekte, das Gewicht der beiden Monster ist in jedem Prankenhieb zu spüren - um es mit einem Wort zu sagen: fett.

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