Final Fantasy 16 hat Ähnlichkeiten zu Game of Thrones - und das ist kein Zufall
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Für die Arbeit Game of Thrones schauen - klingt großartig, oder? Genau das haben die Entwickler von Final Fantasy 16 getan, und zwar auf Anordnung des Chefs! Wir verraten, wie es dazu kam und wie sich das im Spiel zeigt.
Obwohl die traditionsreiche Final-Fantasy-Serie etwa 20 Hauptspiele und zahlreiche Spin-offs umfasst, gehört zu ihren Grundfesten immer noch ein stetiges Neudenken der zentralen Spielaspekte. Ein neuer Teil soll sich nie wie ein Abklatsch des Vorgängers anfühlen, ob es nun um die Handlung, Spielmechaniken oder das Setting geht. Für Letzteres haben die Entwickler bei Square Enix rund um Producer Naoki Yoshida und Game Director Hiroshi Takai für Final Fantasy 16 diesmal, ähnlich wie in Final Fantasy 9 und Final Fantasy 12, ein eher klassisches Fantasy-Setting gewählt - jedoch mit einem Twist. In Final Fantasy 16 erwartet uns Dark Fantasy, düsterer, dreckiger und blutiger, als man es von Final Fantasy bislang gewohnt ist. Davon haben wir uns jüngst bei einem Hands-on-Termin in London selbst überzeugt, die Eindrücke haben wir in eine ausführliche Vorschau für euch verpackt.
Was wir vorab nicht erwartet hatten: In Final Fantasy 16 (jetzt kaufen 90,23 € ) fallen Parallelen zu Game of Thrones und House of the Dragon auf. Da wäre zunächst mal das Mittelalter-Setting an sich mit den verschiedenen Reichen und Adelsgeschlechtern, die sich um die Vormacht in der Spielwelt Valisthea streiten. Auch das Design der Burgen erinnert an Winterfell und Drachenstein aus der HBO-Serie. Was ja Sinn ergibt, schließlich verrieten die Entwickler in der Präsentation auf dem Event, dass man sich für die Umsetzung der Architektur unter anderem von englischen Burgen hat inspirieren lassen.
Quelle: Square Enix
Manche Schauplätze erinnern in ihrem Look ein wenig an die aus Game of Thrones. Dorne anyone?
Besonders deutlich wird die Nähe zur TV-Serie bei Protagonist Clive und dessen Wolf-Begleiter Torgal. Ähnlich zu tierischen Begleitern in anderen Japan-Rollenspielen kämpft Torgal in FF 16 aktiv mit und kommt seinem Herrchen mitunter in Zwischensequenzen zu Hilfe.
Jon Snow lässt grüßen
Könnte diese Parallele zu Jon Snow mit seinem Wolf Geist Zufall sein? Wir wollten diese Frage nicht unbeantwortet im Raum stehen lassen und haben bei Yoshida-san und Game Director Hiroshi Takai nachgehakt. Und siehe da, es ist weit mehr als nur Zufall! Yoshida: "Ja, wir haben uns stark von Game of Thrones und Jon Snow inspirieren lassen. Ich erinnere mich noch daran, wie ich frühzeitig im Entwicklungsprozess von Final Fantasy 16, als das Team nur 30 Mitglieder hatte, die Blu-ray-Box von Game of Thrones gekauft habe. Damals umfasste die Box die ersten vier Staffeln der Serie. Und ich habe es für das gesamte Team zur Voraussetzung gemacht, dass sie die Serie als Recherchematerial ansehen."
Wer nun in Vorfreude auf tragische Todesszenen, sinnliche Schäferstündchen und illustre Intrigen den Drachen zum Ausflug sattelt, um einen Vorrat an Popcorn und Taschentüchern zu kaufen, sollte jedoch nichts überstürzen. Game of Thrones diente während der Entwicklung zwar als Vorbild, doch dabei ging es nicht zwingend um diese drei Aspekte - wobei zentrale Figuren in Final Fantasy durchaus mal sterben und mit Intrigen in FF 16 speziell sicher zu rechnen ist. Aber im Kern schauten sich die Männer und Frauen bei Square Enix die Serie aus einem anderen Grund an. "Zu dieser Zeit war Game of Thrones das Beste vom Besten im Hinblick auf Fantasy im TV. Wir wollten etwas erschaffen, das sich vergleichbar gut in der Hinsicht anfühlt, wie Charaktere miteinander interagieren oder wie die Welt wirkt. Entsprechend mussten wir uns ansehen, wie die Serienmacher das umgesetzt haben", erläutert Yoshida.
Der Wolf, der keine Katze sein sollte
Einen tierischen Begleiter für Clive hatten die Entwickler von Beginn an im Sinn. Dass Torgal ein Wolf sein würde, hat sich jedoch erst mit der Zeit herausgestellt. Zunächst dachte man über eine Katze als Sidekick nach - schließlich sind Katzen echt süß und spätestens seit Youtube ist hinreichend bekannt, dass sie quasi alles besser machen. Doch genau da lag der Hase im Pfeffer: "Eine Katze wäre natürlich süß", sagt Yoshida lachend im Gespräch. "Aber eine Katze wäre zu niedlich für die Art von schrecklichem Abenteuer, in dem sich Clive befindet", räumt er dann ein. "Also haben wir uns gegen eine Katze entschieden und über einen Hund nachgedacht. Davon ausgehend, sind wir letztlich bei einem Wolf gelandet."
Quelle: Square Enix
Auf seinem Abenteuer wird Protagonist Clive stets von seinem Wolf Torgal begleitet. Und ja: man kann ihn auch auf Knopfdruck kraulen!
Zwischenzeitlich kam auch die Idee auf, dass der Hund individualisierbar sein sollte - zum Beispiel, dass man als Spieler zwischen verschiedenen Hunderassen wählen kann. Hätte die Entwicklung eine andere Richtung eingeschlagen, gäbe es im fertigen Spiel eine Art Charakter-Editor für Torgal, in dem man Clives Kumpel ganz nach den eigenen Wünschen anpassen kann. Die Idee scheiterte jedoch an der technischen Umsetzung. Yoshida erinnert sich lachend: "Als das Grafik-Team und das Charaktermodell-Team davon erfuhren, wurden sie sehr, sehr sauer. Sie sagten zu uns: 'Wisst ihr eigentlich, wie komplex die Fellberechnung ist und wie viel CPU-Leistung das erfordert? Und man müsste die Knochenstruktur für jede Rasse am Modell anpassen!' Das wäre einfach zu viel gewesen." Tja, und so verpufft der Traum vom Cockerspaniel-Beagle-Dackel-Mix als Begleiter in Final Fantasy. Vielleicht klappt's ja in Final Fantasy 18 auf der Playstation 6.
Als Trostpflaster teasert Game Director Hiroshi Takai aber noch an: "Da wir uns auf ein festes Design für Torgal fokussieren konnten, waren wir in der Lage, etwas ganz Besonderes umzusetzen, das ansonsten unmöglich gewesen wäre." Was diese Besonderheit nun genau ist, wollten die Entwickler jedoch nicht preisgeben. Und das, obwohl wir unseren besten Hundeblick aufgesetzt haben! Offenbar müssen wir noch üben. In der Zwischenzeit versorgen wir euch mit weiteren Artikeln zu Final Fantasy 16 - etwa einem Special zu den richtig stark umgesetzten Esper im Spiel und wie sie funktionieren.
