Fable

Test

Peter Molyneux hat wohl einen Faible für Gewissensfragen: Nach Black & White unterstützt auch Lionheads Rollenspiel herzensgute oder bitterböse Spielweisen -- beide sorgen für ein höchst unterhaltsames Heldenleben.

Individuelle Persönlichkeit

Während Sie in anderen Titeln das Aussehen des Helden zu Beginn für die gesamte Spieldauer festlegen, können Sie es in Fable auf vielfältige Weise verändern. Unterschiedliche Frisuren, Bärte und Tätowierungen bestimmen genau wie die Kleidung, wie attraktiv oder Angst einflößend Ihr Charakter auf die NPCs wirkt. Auch die Figur kann sich im Laufe der Zeit ändern. Stehen Möhren, Äpfel und Fleisch auf dem Speiseplan, bleibt der Recke schlank. Wenn Sie dazu noch Punkte in Stärke investieren, entwickelt er stattliche Muckis. Wer dagegen ständig Kuchen futtert und Bier trinkt, hat schnell einen dicken Bauch. Der lässt sich wieder abtrainieren, indem Sie den Fettwanst rennen und kämpfen lassen.

Eine weitere Besonderheit von Fable: Der Held altert mit der Zeit (die NPCs lustigerweise nicht), und auch das beeinflusst das Aussehen. Einige Beispiele dafür sehen Sie im Kasten »Vom Milchreisbubi zum Rentner«. Die Gesinnung schlägt sich ebenfalls auf das Aussehen nieder. Während gutmütige Helden einen Heiligenschein über dem Kopf tragen, zieren Hörner den Kopf von Bösewichten. Und während strahlende Recken von Schmetterlingen umschwirrt werden, ziehen Fieslinge lästige Fliegen an.

Geglückte Portierung

Viel Mühe gaben sich die Entwickler bei der Anpassung der Steuerung auf PC-Verhältnisse. Das bewährte Maus-Tastatur-Gespann leistet sowohl in den Kämpfen als auch in den Menüs sehr gute Dienste, zudem gibt es für alle wichtigen Funktionen Hotkeys. Als besonders praktisch erwiesen sich die »Kontext-sensitiven« Tasten 1 bis 3. Die passen ihre Funktion der jeweiligen Situation an. Falls beispielsweise die Lebensenergie bedrohlich absinkt, schlürft der Held per Knopfdruck einen Heiltrank. Bei leichten Verletzungen bietet die mitdenkende Taste stattdessen den Verzehr einer Speise an, um die fehlenden Hitpoints wiederherzustellen.

Auch grafisch meisterte Fable den Sprung von der Konsole zum PC: Höhere Auflösungen und bessere Texturen sorgen für hübsche Landschaften und detaillierte Charaktere. Musik und Sound sind nicht sonderlich spektakulär, können sich aber hören lassen. Der Held sagt übrigens keinen Piep, Lionhead spendierte nur den wichtigsten NPCs Sprachausgabe. Apropos: Die deutsche Synchronisation und Lokalisierung können wir nicht beurteilen, da uns nur die englische Version zum Test vorlag.

Georg Valtin

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