Fable 3 im Retro-Special: Albion und Lionhead in der Krise - ein Königreich zerfällt

Special Maci Naeem Cheema
Fable 3 im Retro-Special: Albion und Lionhead in der Krise - ein Königreich zerfällt
Quelle: Lionhead Studios I Xbox

Mit dem dritten Kapitel der beliebten Fantasy-RPG-Reihe Fable nahm sich das Xbox Studio Lionhead die knifflige Aufgabe zur Brust, die beiden großartigen Vorgänger zu übertrumpfen. Dabei glänzt Fable 3 mit berühmten Schauspieltalenten, einer intensiveren Story und der Möglichkeit, als Herrscher über das industrialisierte Albion zu regieren. Wir klären im Retro-Special, wieso Fable 3 den Untergang der Xbox-Rollenspielserie beschworen hat und warum der Abschluss der Trilogie zwar ein gutes Videospiel, aber kein befriedigendes Fable ist - besonders nicht für Fans der Action-RPG-Reihe.

In den meisten Rollenspielen verbringen wir unseren virtuellen Alltag damit, von einer Quest zur nächsten zu rennen, während wir als Auserwählter dramatisch die Welt vor dem Untergang retten. Und das etwa 50 Stunden lang. Aber wäre es denn nicht viel mitreißender, stattdessen tatsächlich ein virtuelles Leben zwischen all den Abenteuern zu führen? Man kann sich verlieben und heiraten, Kinder in die Welt setzen, sich für die nächste Investition bucklig schuften, zum Immobilienmogul aufsteigen oder sich politisch engagieren. Das klassische Heldenepos gibt es natürlich auch, aber es nimmt nur einen Bruchteil in unserem Leben ein. Fable lebt von der Kreativität und einer ganz einzigartigen Faszination, das gilt natürlich auch für Fable 3.

Das dritte Kapitel der beliebten Xbox-Rollenspielreihe, das bereits zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Fable 2 das Licht der Welt erblickte, bietet unzählige tollen Ideen, aber auch viele Problemchen. Der Grund dafür: Das Team hatte kaum Zeit für die Entwicklung. Die Arbeit an großen Rollenspielen stellt enormen Aufwand dar, zwei Jahre sind schmerzlich wenig Zeit.
Kein Wunder also, dass sich mit Fable 3 (jetzt kaufen ) viele Schwierigkeiten in die bunte Welt von Albion schlichen. Und die führten nicht nur zum vorzeitigen Ende von Fable [ Special zum kommenden Playground-Reboot von Fable ], sondern leiteten auch den Untergang Lionheads ein. Eine echte Tragödie, die wir im Retro-Check unter die Lupe nehmen.

Eine Revolution keimt auf in Albion

Anders als bei Fable 2 setzten die Entwickler beim dritten Teil nicht auf einen üppigen Zeitsprung von hunderten Epochen, sondern lässt nur schlappe 50 Jahre verstreichen. Als Kind der Fable-2-Hauptfigur, die als Staatsoberhaupt bis zum Tod regierte, wachsen wir elternlos und stinkreich im Palast von Bowerstone auf. Während wir gemütlich im kuschligen Himmelsbett darauf warten, von Butler Jasper bedient zu werden, tobt in Bowerstone ein Aufstand. König Logan, unser Bruder, herrscht nämlich so brutal und ignorant, dass die verzweifelte und halb verhungerte Unterschicht Albions rebelliert. Lautstark, vor den Toren des Palasts.

Das bereitet uns gleich zu Beginn des Abenteuers gehörige Probleme. Denn: Jemand muss büßen für die Dreistigkeit des Volkes. Laut Logan, der uns quälen möchte, haben wir die Wahl: Retten wir unseren geliebten Lebenspartner vor dem unmittelbaren Tod durch die Krone oder schützen wir die Aufständischen, die sich vor dem Schloss versammelt haben? Typisch für Fable spielen moralische Entscheidungen eine große Rolle, diesmal sind sie sogar noch wichtiger als je zuvor.
<strong>Aus dem Palast in die Gosse: </strong>Bedienstete und eine herausragende Schlossaussicht sind toll, wenn der große Bruder uns aber ständig schikanieren muss, dann bleibt nur eins: weglaufen und rebellieren. Quelle: PC Games Aus dem Palast in die Gosse: Bedienstete und eine herausragende Schlossaussicht sind toll, wenn der große Bruder uns aber ständig schikanieren muss, dann bleibt nur eins: weglaufen und rebellieren.

Am Ende ist es für den Verlauf der Handlung schnurzegal, ob wir uns für oder gegen unser Wohl entscheiden, uns bleibt uns nur die Flucht aus dem Palast. Sir Walter Beck, unser Lehrmeister und Logans Berater, erklärt uns, welche Rolle das Schicksal für uns vorgesehen hat: Durch unsere Adern fließt magisches Heldenblut, wir sind der rechtmäßige Erbe und ohnehin eine viel bessere Besetzung für den Thron Albions. Zeit für Rebellion und Geschwisterkrieg!

Mit dem Volk Albions auf den Thron

In der ersten Hälfte von Fable 3 steht unser Aufstieg im Fokus. Ähnlich wie in den Vorgängern spielen dabei unsere Berühmtheit und unser gesellschaftliches Ansehen eine wichtige Rolle. Die beiden Faktoren erhöhen sich durch das Erledigen diverser Haupt- und Nebenquests. Um Rache an unserem Bruder zu üben und das Zepter Albions in die Griffel zu bekommen, müssen wir der Nation beweisen, dass wir Albion in eine bessere Zukunft führen können. Dafür braucht es natürlich Mitstreiter. Neben Sir Walter und Butler Jasper wird unser Start-Ensemble, wie schon in Fable 2, mit einem Hund komplettiert. Der hilft uns tatkräftig dabei, Feinde zu erledigen und Geheimnisse in der Spielwelt zu erschnüffeln - für eine Revolution reicht das aber hinten und vorn nicht.

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