Fable 3 im Retro-Special: Ein Königreich zerfällt - Seite 2

Special Maci Naeem Cheema
Fable 3 im Retro-Special: Ein Königreich zerfällt - Seite 2
Quelle: Lionhead Studios I Xbox

Mit dem dritten Kapitel der beliebten Fantasy-RPG-Reihe Fable nahm sich das Xbox Studio Lionhead die knifflige Aufgabe zur Brust, die beiden großartigen Vorgänger zu übertrumpfen. Dabei glänzt Fable 3 mit berühmten Schauspieltalenten, einer intensiveren Story und der Möglichkeit, als Herrscher über das industrialisierte Albion zu regieren. Wir klären im Retro-Special, wieso Fable 3 den Untergang der Xbox-Rollenspielserie beschworen hat und warum der Abschluss der Trilogie zwar ein gutes Videospiel, aber kein befriedigendes Fable ist - besonders nicht für Fans der Action-RPG-Reihe.

Wir streifen also durch Albion und überzeugen unter anderem die bettelarmen Bewohner des Mistpeak-Tals oder Menschen aus dem wüstenartige Nachbarland Aurora für unsere Sache. Zum ersten Mal dürfen wir innerhalb der Fable-Reihe die Landesgrenzen überschreiten, was für willkommene Abwechslung sorgt und das Fable-Universum erweitert. In der zweiten Hälfte des Action-Adventures regieren wir über das kunterbunte und im Industriealter angekommene Albion. Wir müssen unzählige schwierige Entscheidungen treffen und den Versprechen, die wir dem Volk gegeben haben, gerecht werden. Oder auch nicht! Es ist genauso möglich, die Gräueltaten unseres Bruders zu übertrumpfen und zum Schrecken Albions zu mutieren. Ob unsere Spielfigur ein strahlender Held ist oder ein grausamer Tyrann, liegt serientypisch in unserer Hand.

Nur dieses Mal haben unsere Taten und Untaten viel stärkere Auswirkungen auf das gesamte Land. Wie die Geschichte ausgeht, was mit unserem Bruder Logan passiert und welche Gefahren in den Schatten Albions lauern, verraten wir natürlich nicht. Stattdessen wenden wir uns den angesprochenen Problemen von Fable 3 zu. Die machen das königliche Abenteuer zwar zu keinem schlechten Spiel, kratzen aber gewaltig am schillernden Zauber der Reihe.

Ein pompöses Schloss auf einem wackeligen Fundament

Moralische Freiheiten, britisch-alberner Humor und düstere Folklore-Referenzen gehören ebenso zu Fable wie eine gewisse Simplifizierung, die mit jedem neuen Serienteil stärker wurde. War es uns im ersten Teil [ unser nostalgischer Rückblick auf den ersten Teil ] noch möglich, blitzschnell zwischen Zaubern zu wechseln, wurde das Magie-System schon im zweiten Teil [ Retro-Special zu Teil 2 ] eingeschränkt. In Fable 3 werden wir sogar komplett unserer Magie beraubt und können nur noch mit unterschiedlichen Handschuhen Zauberkräfte entfesseln. Dabei lassen sich Zauber zwar verbinden, wie etwa der Feuer und Blitz, das war es aber dann auch schon mit Hokuspokus.

Beliebte Zaubersprüche wie das Beschwören von Kreaturen oder Zeitverlangsamung funktionieren nur noch mit Tränken. Daraus ergibt sich ein extrem vereinfachtes Kampfsystem, dem es im Vergleich zu den Vorgängern enorm an Möglichkeiten, Action und Reiz mangelt. Man kann sich natürlich stattdessen auf Nah- und Fernkampf fokussieren, durch Zielhilfen und kaum Variationen bei den Angriffen bleibt das aber ebenso anspruchslos und öde. Wir müssen zwar bei den vielen Gegnertypen, die neben den ikonischen Hobbs oder Balverinen nun auch neue Gefahren bereithalten, Schwachstellen erkennen und das Timing anpassen, zu einem intensiven Action-Spaß wird Fable 3 aber nie.
<strong>'Ziel den gleichen Blitz nochmal!':</strong> Statt das Magiesystem mit Fable 3 auszubauen, entschied man sich stattdessen dazu, es beinahe komplett über Bord zu werfen. Uns ist es nur noch möglich, mit dem passenden Handschuh Zauberkräfte zu entfesseln. Davon gibt es zusätzlich nur sechs Stück im Spiel - etwas mager. Quelle: PC Games "Ziel den gleichen Blitz nochmal!": Statt das Magiesystem mit Fable 3 auszubauen, entschied man sich stattdessen dazu, es beinahe komplett über Bord zu werfen. Uns ist es nur noch möglich, mit dem passenden Handschuh Zauberkräfte zu entfesseln. Davon gibt es zusätzlich nur sechs Stück im Spiel - etwas mager.

Es gibt wieder einige Outfits, die mit Färbemitteln angepasst und unterschiedlich kombiniert werden können, die Kleiderauswahl ist aber monotoner als früher. Selbst die virtuelle Waffenkammer spaltete die Fangemeinde. Statt eine große Menge an Waffen anzubieten, die per Rätsel und Legenden mit der Historie Albions verwoben wurden, gibt es in Fable 3 nur noch eine Handvoll. Dafür entwickeln sich unsere heroischen Waffen mit uns mit, ändern ihr Aussehen und erhalten, je nachdem wie wir uns verhalten, spezielle Effekte.
Das ist grundsätzlich kein schlechtes System, schwächt aber die ohnehin magere Loot-Ausbeute. Wenn man aber das Gefühl hat, in jeder zweiten Schatztruhe sowieso nur einen mickrigen Sack Gold zu finden, dann dämpft das die Abenteuerlust gewaltig. Und da die heroischen Waffen, mit denen wir zu Beginn eingedeckt werden, mit uns leveln, gibt es kein Gefühl von spielerischem Fortschritt. Das ist längst nicht alles: Wer Herausforderungen oder ein interessantes Skill-System sucht, wird bei Fable 3 mit leeren Händen aus dem pompös wirkenden Palast gejagt.
<strong>Ist das noch Albion? </strong>Die Spielwelt von Fable 3 ist faszinierend und hübsch, ja, aber uns fehlt es einfach an ikonischen Orten aus der Vergangenheit. Was zur Hölle ist aus Bloodstone geworden, der Verbrecherstadt aus Fable 2? Wo ist das gruselige Wraithmarsch-Areal? Unzählige Gebiete werden in Fable 3 ignoriert - enttäuschend. Quelle: PC Games Ist das noch Albion? Die Spielwelt von Fable 3 ist faszinierend und hübsch, ja, aber uns fehlt es einfach an ikonischen Orten aus der Vergangenheit. Was zur Hölle ist aus Bloodstone geworden, der Verbrecherstadt aus Fable 2? Wo ist das gruselige Wraithmarsch-Areal? Unzählige Gebiete werden in Fable 3 ignoriert - enttäuschend.

Lionhead, der Life-Coach: Flirten und Wandern nach Anleitung

Einer der größten Störfaktoren in Fable 3 ist obendrein das eigenartige Interaktionssystem. Wie wir uns gegenüber Bettlern, Adeligen, Wachen oder potenziellen Partnern verhalten, liegt nicht mehr in unserer Hand. Wir haben zwar stets die Wahl zwischen drei Aktionen - etwa ein Klatschspiel, Umarmungen oder Drohungen - freie Entscheidungen, wie wir uns verhalten möchten, sind aber anscheinend ein Tabu im Albion von Fable 3 - die verdammte Krone!

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