FIFA 23: Enttäuschung im Karrieremodus - Saunas statt echter neuer Features
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Nach einem detaillierten Einblick in das Gameplay von FIFA 23 hat Entwickler EA Sports mit der Karriere jetzt den ersten Spielmodus etwas näher vorgestellt. Die Änderungen fallen allerdings recht ernüchternd aus: Für Trainer und Manager gibt es quasi gar nichts Neues. In der Spieler-Karriere erwarten euch zwar ein paar frische Features, ob es die wirklich braucht, ist aber mehr als fraglich. Wir geben euch in der Vorschau alle wichtigen Infos.
Es ist ein offenes Geheimnis: Ich liebe den Karrieremodus in FIFA! Jedes Jahr zu Release schnappe ich mir einen Verein aus der vierten englischen Liga und versuche, ihn in mühevoller Kleinstarbeit bis auf den Champions-League-Thron zu führen. Ich verbringe dutzende Stunden damit, im Internet nach den besten Nachwuchstalenten zu suchen, irgendwelchen computergesteuerten Vereinen meinen 36-jährigen Ersatzkeeper zu verkaufen oder einen Schnellspeicherstand zu laden, weil das Auswärtsspiel in Plymouth überraschend mit 0:1 verloren gegangen ist.
Da ist es umso ärgerlicher, dass die Entwickler im Gegenzug nicht einmal ansatzweise so viel Arbeit und Liebe in den Modus zu stecken scheinen. Das zeigt sich auch bei FIFA 23 (jetzt kaufen 11,90 € ): Während einer Vor-Ort-Präsentation im Studio von EA Sports war die Karriere zwar der erste Modus, der ausführlich näher vorgestellt wurde. Allerdings für gerade einmal sechs Minuten. Und das hatte auch einen guten Grund: Wirklich viel Neues hatte man ganz offensichtlich nicht zu zeigen.
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In diesem Artikel
Alles eine Frage der Persönlichkeit
Die größte Neuerung betrifft nämlich alleine die Spielerkarriere, also einen der eher unpopulären Spielmodi - zumindest, wenn man sich auf die offiziellen Zahlen bezieht. Auf der Playstation 4 haben gerade einmal 3,8 Prozent aller Spieler ihren Charakter auf das Maximallevel 25 gebracht. Das verraten die Statistiken im Playstation Network. Wir reden hier also von einer verschwindend geringen Minderheit.
Die darf sich jetzt aber freuen. Denn in FIFA 23 führt EA Sports ein neues Persönlichkeitssystem für euren Virtual Pro ein, das euch in eine von drei Kategorien schmeißt und euch darauf beruhend individuelle Boni verleiht. Es gibt:
- Den Maverick: Dieser Spielertyp nutzt jede Gelegenheit, um aufzufallen - sei es nun auf dem Platz oder daneben.
- Den Virtuoso: Dieser Spielertyp fokussiert sich voll und ganz auf seine Leistung und versucht stets, immer besser zu werden
- Den Heartbeat: Dieser Spielertyp ist gewissermaßen das Herzstück seiner Mannschaft, der ständige Antreiber, der mit einem positiven Beispiel vorangeht und den Verein auch abseits des Platzes als absolutes Vorbild repräsentiert.
Quelle: EA Sports
Je nachdem, wie ausgeprägt eure Persönlichkeit ist, fällt euer Attribut-Boost anders aus.
In welche Kategorie ihr fallt, bestimmt eure Leistung während des Spiels. Viele Schussversuche treiben eure Persönlichkeit mehr in Richtung Maverick. Mannschaftsdienliches und Pass-intensives Spiel drückt euch mehr in die Heartbeat-Rolle.
Wie in F1 Life: Bling Bling in der Spielerkarriere
Nach dem Spiel könnt ihr in einem passenden Menü nachschauen, wie eure Gameplay-Entscheidungen sich auf eure Persönlichkeit ausgewirkt haben. Auf einer Art Netzdiagramm wird dargestellt, ob ihr mehr in Richtung Maverick, Virtuoso oder Heartbeat tendiert und welche Auswirkungen das hat: Als Maverick bekommt ihr beispielsweise einen Boost auf Attribute wie Abschluss und Sprint-Geschwindigkeit spendiert. Beabsichtigt ihr diese Boni auszureizen, könnt ihr euch uneingeschränkt auf eine Charaktereigenschaft konzentrieren. Alternativ ist es natürlich auch möglich, alle drei im Gleichgewicht zu halten.
Dabei helfen euch auch neue Aktivitäten abseits des Platzes. In der Spielerkarriere von FIFA 23 habt ihr jetzt die Möglichkeit, einen verletzten Teamkameraden zu besuchen, eine Geburtstagsparty zu planen oder ein Abschiedsgeschenk für das Karriereende eines Mannschaftskollegen zu kaufen.
Quelle: EA Sports
Euer verdientes Geld könnt ihr auch in verschiedene Investments stecken, beispielsweise eine Handy-App.
Außerdem verdient ihr jetzt auch endlich echtes Geld. Das Monatsgehalt auf eurem Vertrag lässt sich also sinnvoll einsetzen. Nun ja, "sinnvoll". Mit der Kohle dürft ihr unter anderem eine Sauna für eure Wohnung bauen, die euch dann Boni für euren Spielertyp gewährt. Oder ihr investiert in Markenklamotten, schnelle Sportwagen und diamantbesetzte Armbanduhren, um den Lebenswandel echter Fußballstars zu imitieren.
Das erinnert an vielen Stellen stark an den neuen Modus F1 Life, den Codemasters und EA Sports dieses Jahr erstmals in F1 22 eingeführt haben. Zur Erinnerung: Da konntet ihr euch ein eigenes Haus für euren Avatar einrichten, inklusive Trophäen und Supercars. Das kam aber weder bei der Community noch bei uns im Test besonders gut an. Entsprechend gedämpft sind auch meine Erwartung an die Lifestyle-Features von FIFA 23. Mir wäre lieber gewesen, man hätte sich mehr auf das eigentliche Ziel konzentriert: nämlich ein Fußballspiel zu entwickeln.
