FIFA 23: Kein krönender Abschluss - Seite 2

Kolumne David Benke
FIFA 23: Kein krönender Abschluss - Seite 2
Quelle: EA Sports

FIFA 23 sollte der krönende Abschluss der FIFA-Serie werden, bevor sie in EA Sports FC umbenannt wird. Warum das nicht geklappt hat, klärt unsere Kolumne.

Apropos ignorieren: Sprechen wir doch noch übers Thema Frauenfußball. Da feiert sich EA Sports so groß dafür, dass man dieses Jahr auch den Mädels mal ein wenig Zeit im Rampenlicht gönnt und dann kommen da zwei Ligen bei rum? Die Frauen-Bundesliga war den Entwicklern offenbar nicht groß genug, sind schließlich nur Vize-Europameister geworden die Deutschen. Und auf Weltfußballerin Alexia Putellas, ihren Klub, den FC Barcelona, oder die spanische Primera Division im Allgemeinen konnte man wohl auch gut verzichten.

Dabei wäre mit mehr Ligen auch bestimmt eine Art Karrieremodus im Frauenfußball möglich gewesen, vielleicht sogar inklusive Champions League. Bei mickrigen 24 Mannschaften kann ich mir dagegen nur schwer vorstellen, dass es für mehr als eine lieblose Integration im Anstoß-Modus reichen wird - wie beim Länderspielpokal der Frauen. Ihr spielt also eine Saison und dann ist Schluss. Was für ein verschenktes Potenzial.
Die Women's Super League ist in FIFA 23 enthalten. Die Frauen-Bundesliga sucht man vergebens. Quelle: EA Sports Die Women's Super League ist in FIFA 23 enthalten. Die Frauen-Bundesliga sucht man vergebens.

Kompletter Reinfall Karrieremodus

Womit wir die perfekte Überleitung zum letzten Punkt auf meiner Liste haben: Dem Karrieremodus. Denn Junge, Junge: Hier hat sich EA wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Über die drei neuen Persönlichkeiten für euren Virtual Pro will ich gar nichts sagen. Vielleicht freuen sich die 13 Leute, die die Spielerkarriere spielen, ja tatsächlich darüber, dass sie künftig Ingame-Währung verdienen, sich einen Sportwagen kaufen und damit ihre Attribute boosten können. Aber die Trainerkarriere ist ja mal wirklich ein Fiasko.

Als Thomas Tuchel zu coachen ist nur ein nettes Gimmick. Quelle: EA Sports Als Thomas Tuchel zu coachen ist nur ein nettes Gimmick. Wenn einem die Macher ein neues Hauptmenü als große Neuerung verkaufen wollen, dann weiß man, wie schlimm es um den Modus steht. Eine überarbeitete Nutzeroberfläche ist kein Feature! Gleiches gilt für die anderen "Verbesserungen": Die sind nicht mehr als oberflächliche, bedeutungslose Anpassungen bereits existierender Systeme: Die authentischen Manager wie Jürgen Klopp oder Pep Guardiola sind nur Skins ohne spielerischen Mehrwert.

Die Möglichkeit, in "Create Your Club" auch das Ausweichtrikot oder das Shirt eures Torhüters anzupassen, hätte genauso gut mit einem Patch nachgereicht werden können. Sonst könnte sich EA ja auch dafür feiern, wenn man nächstes Jahr Shorts und Socken individualisieren darf. Und das Transfer-Analyse-System setzt dem Ganzen ja wohl die Krone auf: Ihr bekommt jetzt einfach einen dicken fetten Buchstaben angezeigt, mit dem ein Spielerkauf bewertet wird. Eine Funktion, die keiner wollte, die keinen interessiert und die keinen besonderen Nutzen mit sich bringt!

Wäre ja auch zu schön, wenn wir mal sinnvolle Dinge bekommen würden: Online-Koop, Staff-, Sponsoren- oder Stadion-Management. Aber vor solchen Wünschen hält EA Sports geflissentlich Augen und Ohren verschlossen. Die drei Affen lassen grüßen. Mag also sein, dass FIFA 23 vielleicht wirklich das beste FIFA ist, das wir seit Jahren bekommen haben. Aber es ist eben nicht das beste FIFA, das wir hätten haben können. Und das ist unfassbar schade.

  1. Seite 1 FIFA 23: Kein krönender Abschluss - Seite 1
  2. Seite 2 FIFA 23: Kein krönender Abschluss - Seite 2
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk