FIFA 21: Der Karrieremodus in der Vorschau - endlich neues Futter für Hobby-Trainer?
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Der große Fußball-Sommer geht in die nächste Runde: Nachdem EA Sports bereits erste Informationen zum Gameplay von FIFA 20 sowie zu Ultimate Team und dem überarbeiteten VOLTA-Modus veröffentlicht hat, schieben die Entwickler nun die wichtigsten Verbesserungen des Karrieremodus nach. Wir fassen alles Wissenswerte zusammen!
Der Karrieremodus gehört seit den Kindheitstagen der FIFA-Reihe zu den beliebtesten Spielvarianten der Fußball-Simulation. Den eigenen Herzensverein aus den Untiefen des Ligen-Systems auf den Champions-League-Thron zu katapultieren, ist einfach der Traum vieler Hobby-Trainer. Umso bedauernswerter ist es, dass diese in den vergangenen Jahren sträflich vernachlässigt wurden. Zwar bekam die Karriere immer wieder mal nette kleine Extras spendiert, im letzten Jahr wurden etwa ein umfangreicher Charakter-Editor sowie interaktive Pressekonferenzen eingeführt, so wirklich bahnbrechend waren diese Änderungen aber nicht.
Nichtsdestotrotz haben Spieler die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Könnte 2020 nun also endlich das Jahr sein, in dem alles besser wird? Schließlich hat EA Sports für den Karrieremodus bereits einige Verbesserungen angeteasert? Wir haben im Vorfeld einer Präsentation von FIFA 21 (jetzt kaufen 59,95 € ) gelauscht, alle Informationen zusammengetragen und die ultimative Antwort parat, ob ihr zum Release am 9. Oktober zuschlagen solltet oder nicht.
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Altes Feature, ganz neu!
Der größte Aufhänger, den Entwickler EA Sports bereits im Rahmen des ersten FIFA-Reveals im Juli ankündigte, ist die Einführung einer interaktiven Spielsimulation. Oder besser: deren Rückkehr. Eigentlich gab es das Feature nämlich schon in FIFA 07. Jetzt kommt es aber eben in leicht überarbeiteter Version zurück und ermöglicht es euch, statt einfach nur eines Ergebnisses ein ganzes Spiel vor euren Augen simulieren zu lassen. Das sieht ein wenig so aus, als würdet ihr das Radar beobachten - das in normalen Partien am unteren Bildschirmrand angezeigt wird - und dabei zuschauen, wie eure Spieler in Form von kleinen farbigen Punkten übers Spielfeld flitzen. Sogar Stadionsound und Kommentatoren laufen im Hintergrund weiter, während ihr - quasi von der Seitenlinie aus - Ausdauer, Statistiken und Wertungen nachverfolgt oder direkt Einfluss auf das Geschehen nehmt. Ihr könnt nämlich jederzeit Spieler wechseln, die Formation und Taktik abändern oder sogar selbst ins Spiel hüpfen!
Das geht innerhalb weniger Sekunden und so oft ihr wollt. Es steht euch also komplett frei, beispielsweise nur die Schlüsselmomente einer Partie selbst zu spielen und danach zurück in die Simulation zu wechseln. Die interaktive Simulation bietet euch so eine gute Mischung aus Quick-Sim und Selber-Spielen, die euch jede Menge Zeit spart. Einziger Wermutstropfen: Die Simulation lässt sich leider nicht beschleunigen, sodass ihr - je nach Anzahl der Unterbrechungen - etwa zwei Minuten und 35 Sekunden pro Partie braucht. Das ist aber ein durchaus akzeptabler Durchschnittswert.
Entfalte dein volles Potenzial!
Auch die Spieler-Entwicklung wurde nochmal angepasst, nachdem das in FIFA 20 neu eingeführte dynamische Potenzial für einige Probleme sorgte und Noname-Akteure plötzlich auf einen Gesamtwert von 99 kamen. Fortan wird das Wachstum eines Spielers von mehreren Faktoren beeinflusst: der Spielzeit, der Stärke des Gegners sowie der Benotung nach einem Match. Zudem habt ihr in FIFA 21 künftig die Möglichkeit, eure Stars noch mehr nach euren Wünschen zu formen. Mit individuell auswählbaren Entwicklungsplänen verbessert ihr gezielt die Werte eurer Supertalente oder gebt ihnen Nachhilfe in Sachen Spezialbewegungen, schwacher Fuß oder Arbeitsraten. Neuerdings könnt ihr ihnen sogar beibringen, auf einer neuen Position zu spielen. Dabei habt ihr zwar grundsätzlich alle Möglichkeiten, in der Theorie lässt sich selbst ein Angreifer in einen Verteidiger umwandeln, bei solch krassen Umerziehungsmaßnahmen müsst ihr allerdings jede Menge Arbeit aufbringen. Und selbst dann ist ein Erfolg nicht garantiert.
Doch nicht nur junge, auch ältere Spieler bekommen in FIFA 21 etwas Zuneigung. Altstars fallen künftig nicht mehr so krass ab, sondern sollen auch im gehobenen Fußballalter eine realistische Entwicklung nehmen. So sind Oldies nun nicht nur deutlich länger aktiv und hängen erst mit 38 Jahren ihre Fußballschuhe an den Nagel, auch ihre spielerische Qualität bleibt bis zu einem gewissen Grad vorhanden - sofern sie sich entsprechend fit halten.
Du brauchst einfach mehr Biss!
Dabei spielt natürlich Training eine noch zentralere Rolle. Entsprechend führt EA das Aktive Trainingssystem ein, das sich nun weniger auf Attribute und mehr auf die Matchvorbereitung konzentriert. Neben Ausdauer gibt es in FIFA 21 neuerdings nämlich auch noch den Wert Bissigkeit, der anzeigt, wie gut eure Spieler für eine anstehende Partie vorbereitet sind. Je höher der Wert, desto besser die zu erwartende Leistung. Bissigkeit erhöht ihr, indem ihr Akteuren Spielminuten gebt oder sie zum Drill im komplett umgebaut Training-Hub antreten lasst. Die aus FIFA 20 bekannten fünf Slots, die ihr individuellen Spielern zuweisen konntet, wurden hier durch drei Slots ersetzt, in denen jetzt ganze Spielergruppen trainieren - beispielsweise eure Stürmer, Mittelfeldspieler und Verteidiger. Die verschiedenen Übungen aus den Kategorien Defensive, Dribbling, Passspiel, Abschluss und Standards können wahlweise selbst gespielt oder simuliert werden und variieren alle in Sachen Spielerzahl und Intensität. Entsprechend machen manche Einheiten die Teilnehmer zwar erschöpfter, gleichzeitig aber auch bissiger. Das resultiert dann wiederum in Attribut-Boni.
Beim Training gilt es trotzdem, stets eine gute Balance zwischen Anstrengungs- und Erholungsphasen zu finden. Sonst geht euren Spielern irgendwann die Puste aus. Dazu könnt ihr im Aktivitäten-Managementsystem auf Monats- und Wochenbasis eigene Mannschaftspläne zusammenstellen und beispielsweise sagen: Vor jedem Spiel wird trainiert, nach jedem Spiel Pause gemacht. Oder ihr taktet wirklich jeden einzelnen Tag individuell durch.
Apropos Planung: Verstopfte Kalender mit teilweise mehreren Ansetzungen an einem einzigen Tag soll es in Zukunft nicht mehr geben. Das erklärte uns zumindest Alex Constantinescu, der Senior Game Designer des Karrieremodus. "Wir haben die Situation unter Kontrolle", versicherte er uns auf konkrete Nachfrage hin. In FIFA 21 sollen demnach immer mindestens zwei Tage zwischen zwei Spielen liegen, um euch genügend Zeit zur Vorbereitung zu bieten.
Nicht alle Wünsche werden wahr
Auch das Problem der Über-Teams, die wie eine Dampfwalze über ihre Gegner hinweg rollen und Ligen auf Dauer dominieren, wurde wohl angegangen. Barcelona, Juventus und PSG fahren in FIFA 21 nicht mehr 38 Siege pro Saison, sondern wesentlich ausgeglichenere Ergebnisse ein. Dank kleinerer Fehler und Ausrutscher der Top-Teams fallen die Tabellen wesentlich spannender aus. "Resultate fühlen sich deutlich realistischer an, als es noch in FIFA 20 der Fall war", erklärte Constantinescu.
Ein paar Wünschen der Karriere-Fans erteilte der Senior Game Designer allerdings leider auch eine (vorläufige) Absage. Stadion-, Sponsoren- und Staff-Management werden dieses Jahr keine Rückkehr feiern. Das Feature stehe aber "auf der Langzeit-Liste", so da Team von EA. Gleiches gilt für die Option, in die Haut von echten Managern zu schlüpfen sowie die Implementierung des Video Assistent Referee. Die vielen großen Neuerungen und kleineren Detailergänzungen wie mehr Tutorials, die Rückkehr der Leihe mit Kaufklausel, realistischere Transferverhandlungen, bei denen auch die KI Spielertausche vorschlägt sowie umfangreichere Finanzoptionen wiegen das aber definitiv auf.
