F1 Manager 2022 im Test: Für die Pole-Position reicht es nicht

Test Katharina Pache
F1 Manager 2022 im Test: Für die Pole-Position reicht es nicht
Quelle: Fireshine Games

Drama, strahlende Triumphe, katastrophale Niederlagen: All das, was die reale Formel 1 Saison für Saison bietet, gibt es jetzt auch zum Spielen - jedenfalls theoretisch. Wir haben den F1 Manager 2022 getestet.

Anfangen muss ich unüblicherweise zunächst mit einem Disclaimer. Ich bin eine von denen, die F1 in Kindheit und Jugend wegen älteren Verwandten und Freunden halbherzig verfolgt hat und erst wegen Drive to Survive voll eingestiegen ist. Kindheit und Jugend heißt: Schumacher, Montoya, diese Zeit. Dazu noch habe ich mit Manager-Spielen weniger Erfahrung als mit anderen Genres. Deshalb ist der Test zu F1 Manager 2022 persönlicher gefärbt, hilft aber vielleicht gerade den potenziellen Spielern, denen es ähnlich geht wie mir.

Und das können so wenige angesichts der Einschaltquoten des Doku-Dramas und dem neu entfachten Hype um die Königsklasse des Motorsports ja nicht sein. Etwaige Beschwerden richtet ihr jedenfalls gerne an unsere Strategieabteilung, die wir uns mit Ferrari teilen. Und jetzt sind wir auch schon bereit für die Aufwärmrunde: Was ist der F1 Manager 2022?

F1 Manager 2022 - das steckt drin

Der F1 Manager ist im Prinzip das gleiche wie ein Fußball-Manager. Man steuert nicht die Spieler, sondern zieht die Fäden im Hintergrund. Dennoch gibt es einiges zu tun, man legt die Stop-Strategie fest, bestimmt über die Reifenwahl, entscheidet, wie aggressiv oder spritsparend das Duo über den Asphalt brettert. Dank schöner Kameraperspektiven und ordentlicher Optik ist der Look der Rennen überraschend gut. Solche unrealistischen Polonäsen und schwach dargestellte Unfälle knabbern jedoch an der Atmosphäre.  Quelle: PC Games Dank schöner Kameraperspektiven und ordentlicher Optik ist der Look der Rennen überraschend gut. Solche unrealistischen Polonäsen und schwach dargestellte Unfälle knabbern jedoch an der Atmosphäre. 

Woran das Ingenieursteam werkelt? Auch das bestimmt der Teamchef. Dem Genre entsprechend verbringt man viel Zeit mit Menüs und Tabellen, die Optik der simulierten Rennen ist aber überraschend ordentlich umgesetzt, jedenfalls die meiste Zeit und für Genre-Verhältnisse.

F1 Manager 2022 (jetzt kaufen 14,95 € ) nutzt als Basis die aktuelle F1-Saison und die entsprechenden Fahrer und Rennställe. Das Spiel ist aber nicht auf dieses Jahr begrenzt, es geht immer weiter. Die Veröffentlichung während der silly season ist unglücklich, bereits jetzt stehen gravierende Änderungen fest - Vettel hört auf, Alonso wechselt zu Aston Martin und der Sorgerechtstreit um Piastri wurde gerade erst entschieden.

Kann aber auch gute Seiten haben: Wenn es keine dicken Updates oder Patches gibt, wird Ricciardo auch noch 2030 Papayafarben tragen, wenn man das möchte. Sollte der F1 Manager 2022 zudem erfolgreich sein, ist ein weiterer Teil für 2023 wahrscheinlich, in dem dann die aktualisierten Kader und Teams spielbar sind. Aber das erst mal ist Zukunftsmusik.
Trotz all der Kritik: Die Autos in Aktion über die Pisten rauschen zu sehen, macht echt was her. Wer alles in Echtzeit verwaltet, ist pro Rennen, mehr als eine Stunde beschäftigt. Quelle: PC Games Trotz all der Kritik: Die Autos in Aktion über die Pisten rauschen zu sehen, macht echt was her. Wer alles in Echtzeit verwaltet, ist pro Rennen, mehr als eine Stunde beschäftigt.

Welches Team darf's denn sein?

Spieler haben die Wahl zwischen den zehn Ställen der Formel 1 im Jahr 2022: Red Bull, Mercedes, Ferrari, Alpine, McLaren, Alfa Romeo, Aston Martin, Alpha Tauri, Williams und Haas. Pro Team gibt es zwei festgelegten Fahrer, die ihr aber während der Saison durch Scouting ersetzen könnt. Es gibt keine Möglichkeit, ein eigenes Team an den Start zu bringen!

Das hat vermutlich Lizenzgründe: Eine eigene F1-Karriere auf die Beine stellen darf man nur bei F1 22, der Rennsimulation. Abhängig vom Team bestehen teils gravierende Unterschiede bei Zielsetzung, Budget und Ausstattung. Ein Midfield-Stall rechnet für die aktuelle Saison nicht realistisch damit, die Konstrukteurs- oder Fahrer-WM zu gewinnen, möchte aber langfristig um Siege fahren. Für Red Bull hingegen ist alles außer absolute Dominanz inakzeptabel.

F1 Manager 2022 - der Einstieg

Frontier haben sich sichtlich Mühe gegeben, den Einstieg in das Managerleben komfortabel zu gestalten. Eine freundliche Dame führt durch die Menüs und erläutert (deutsch vertont), was vor dem ersten Rennen wichtig ist. Wäre schön gewesen, wenn sie mich nicht ständig unterbrochen hätte, aber okay, sie meint es ja gut. Viele Tabellen und Infografiken sind aufschluss- und hilfreich, (abgesehen von Ausreißern wie die Anzeige zu den Safety-Car-Einsätzen der jeweiligen Strecken, die mich an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte), aber unintuitiv oder verschachtelt platziert. Als Neuling fühlte ich mich trotzdem zunächst gut aufgehoben und nicht überfordert.
Das Intro des F1 Managers 2022 versprüht dank der Lizenz viel Flair – die Fahrervorstellung wird so auch vor Rennen gesendet, obendrein gibt es ein kurzes Video am Anfang mit spannenden Szenen aus der Saison 2021. Quelle: PC Games Das Intro des F1 Managers 2022 versprüht dank der Lizenz viel Flair – die Fahrervorstellung wird so auch vor Rennen gesendet, obendrein gibt es ein kurzes Video am Anfang mit spannenden Szenen aus der Saison 2021. Es besteht die Möglichkeit, die freien Trainings und auch das Qualifying in die Hände der KI zu legen, beim ersten Mal muss man aber selbst ran, um sich damit vertraut zu machen. Während der Fahrten kann man die Spielgeschwindigkeit bis zu sechzehnfach beschleunigen. Die Kameraperspektiven und der Fahrer, dem die Linse folgen soll, ist frei wählbar, oder man nutzt die Renndarstellung als Map mit 20 bunten Punkten, die Autos symbolisieren.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk